Andre Stenda, 13 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Hohenroda und parteiloser Kandidat der CDU für das Amt des Landrats im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, hat seine inhaltlichen Schwerpunkte für eine mögliche erste Amtsperiode umrissen. Wie er auf Anfrage von fuldainfo.de erklärte, strebt er vor allem an, den Landkreis wieder finanziell handlungsfähig aufzustellen, die Kreisverwaltung gemeinsam mit den Beschäftigten zu modernisieren und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden spürbar zu stärken. Ein zentrales Leitmotiv bildet für den jungen Familienvater das Prinzip der Generationengerechtigkeit: Den nachfolgenden Generationen dürften keine Schuldenberge hinterlassen werden, die künftige Gestaltungsspielräume einengen. Gleichzeitig sei es unverzichtbar, funktionierende Schulen und eine intakte Infrastruktur zu übergeben. Haushaltskonsolidierung und notwendige Investitionen gehören aus seiner Sicht daher zwingend zusammen.
Die aktuelle Haushaltslage des Landkreises Hersfeld-Rotenburg bezeichnete Stenda auf Nachfrage als desolat; ein einfaches Fortführen der bisherigen Praxis dürfe es nicht geben. Bevor die Bürgerinnen und Bürger jedoch zusätzlich finanziell belastet werden, gelte es zunächst, alle kreiseigenen Spielräume konsequent zu prüfen und auszuschöpfen. An den Anfang stellt er eine umfassende Bestandsaufnahme sämtlicher kommunaler Aufgaben, Ausgaben und Einnahmen. Auf dieser Grundlage müssten konkrete Konsolidierungspotenziale bewertet und Maßnahmen beschlossen werden. Dazu zählt er effizientere Arbeitsabläufe, die voranschreitende Digitalisierung sowie die gemeinsame Nutzung vorhandener Ressourcen.
Dass eine nachhaltige Haushaltswende möglich ist, begründete Stenda mit seiner kommunalpolitischen Praxis. Bei seinem Amtsantritt als Rathauschef habe sich Hohenroda als Schutzschirmgemeinde in einer ähnlich schwierigen finanziellen Lage befunden. Gemeinsam sei es damals gelungen, die Gemeindefinanzen grundlegend zu sanieren und parallel wichtige Zukunftsinvestitionen zu realisieren. Die Aufgabenfelder eines Landkreises seien zwar anders gelagert, klare Prioritätensetzungen und ein diszipliniertes Wirtschaften seien aber auch auf Kreisebene entscheidend. Der Landkreis müsse seine eigenen Potenziale ausschöpfen, zugleich müssten Bund und Land jedoch auch die auskömmliche Finanzierung der Aufgaben garantieren, die sie an die kommunale Ebene übertragen.
Neben internen Einsparungen und Strukturreformen misst Stenda der Wirtschaftsförderung eine tragende Rolle bei. Die zentrale geografische Lage des Kreises im Herzen Deutschlands biete erhebliche Potenziale, die künftig stärker gehoben werden müssten. Dies solle durch eine verlässliche Begleitung der ansässigen Unternehmen sowie attraktive Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen und Arbeitsplätze geschehen, was letztlich auch das kommunale Steueraufkommen langfristig stärke. Diese mittel- und langfristige Aufgabe müsse die unmittelbar notwendigen Konsolidierungsschritte flankieren.
Konkrete Maßnahmen nannte der Kandidat für die Schul- und Infrastrukturpolitik. Bei den Schulen gelte es, vorhandene Bestandsaufnahmen sowie Planungen zu Sanierungs- und Ausstattungsbedarfen gründlich zu überprüfen, bei Bedarf zu ergänzen und daraus eine transparente, verbindliche Prioritätenfolge abzuleiten. Neben baulich zeitgemäßen Schulgebäuden brauche es eine moderne digitale Ausstattung, deren laufender Betrieb und fachgerechte Wartung verlässlich abgesichert sind. Bei der Infrastruktur stehen für Stenda der Substanzerhalt bestehender Liegenschaften und Verkehrswege sowie die langfristigen Folgekosten im Fokus. Alle Investitionen müssten nach ihrer Dringlichkeit und ihrem tatsächlichen Nutzen priorisiert werden.
Mit Blick auf die Finanzen warnte Stenda davor, den Kreis und seine Kommunen getrennt voneinander zu betrachten. Eine bloße Verlagerung der kreisseitigen Finanznot auf die Rathäuser der Städte und Gemeinden löse die strukturellen Schwierigkeiten nicht. Zur Sicherung der Lebensqualität zähle überdies eine verlässliche wohnortnahe Gesundheitsversorgung: Beim Klinikum müssten medizinische Versorgungsqualität und wirtschaftliche Verantwortung zwingend Hand in Hand gehen. Für das Gelände des bisherigen Herz-Kreislauf-Zentrums in Rotenburg fordert Stenda eine tragfähige Nachnutzung, die partnerschaftlich mit der Stadt Rotenburg und unter frühzeitiger Beteiligung der Bürgerschaft entwickelt werden müsse.
Sein politisches Profil verortet Stenda in seiner 13-jährigen Verwaltungserfahrung, in der er unter anspruchsvollen finanziellen Bedingungen Verantwortung übernommen habe. Er stehe für geordnete Finanzen, eine starke Wirtschaft und eine moderne Verwaltung. Zu seiner Arbeitsweise gehörten klare Prioritäten, die Einbindung der Kreisbediensteten und der enge Schulterschluss mit den Bürgermeistern, um Entscheidungen transparent zu vermitteln und tragfähige Lösungen umzusetzen, bei denen die Handlungsfähigkeit der Kommunen stets mitgedacht werde. Als parteiloser Kandidat auf dem Wahlvorschlag der CDU trete er an, um über Parteigrenzen hinweg tragfähige Mehrheiten zu organisieren. Eine vergleichende Bewertung seiner Mitbewerber überlasse er den Wählerinnen und Wählern; er selbst werbe mit seinen Erfahrungen und Vorstellungen unter dem Leitsatz „Zukunft. Gemeinsam. Machen.“ um Vertrauen im Kreis. +++
Das könnte Sie auch interessieren

50 Jahre Caritas-Pflegeschule Fulda: Ein halbes Jahrhundert Pflegebildung mit Blick in die Zukunft

Debatte um Bardohaus in Fulda: CDU verteidigt Bebauungsplan und betont Verkehrssicherheit

Hessischer Sozialpreis: Fünf Initiativen für digitale Solidarität ausgezeichnet


and then
Hinterlasse jetzt einen Kommentar