50 Jahre Caritas-Pflegeschule Fulda: Ein halbes Jahrhundert Pflegebildung mit Blick in die Zukunft

Mit einem Festakt hat die Caritas-Pflegeschule Fulda ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Mehr als 200 Gäste, darunter Absolventinnen und Absolventen, Freunde, Kooperationspartner und Vertreter des öffentlichen Lebens, blickten gemeinsam auf fünf Jahrzehnte Ausbildungsarbeit und kontinuierliche Weiterentwicklung zurück. Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch begrüßte die Anwesenden und unterstrich den Stellenwert der Einrichtung: Dass so viele Menschen der Einladung gefolgt seien, sei eine große Wertschätzung für die Arbeit und das Wirken der Caritas-Pflegeschule in und für die Region. Sein besonderer Dank galt dem Team der Pflegeschule, ohne dessen stete Arbeit und Weiterentwicklung das Fest nicht möglich gewesen wäre. Juch zeigte sich stolz auf die Historie und die Entwicklungsschritte der vergangenen fünfzig Jahre.

Durch das Programm führten Ann-Katrin Jehn, Fachbereichsleiterin für Marketing und Kommunikation bei der Caritas, sowie Fabian Rübsam und Annemarie Blum, die gegenwärtig ihre Ausbildung an der Pflegeschule absolvieren. Nach einer Andacht mit Prälat Christof Steinert, dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Fuldaer Caritasverbandes, zeichneten Ann-Katrin Jehn und Schulleiterin Dajana Herbst in einem Interview die Entwicklung der Bildungseinrichtung nach. Herbst steht der Schule bereits seit dem Jahr 2013 vor.

Die Geschichte der Bildungsstätte begann 1976 als „Lehranstalt für Altenpflege“ der Diözese Fulda mit zunächst zwölf Teilnehmenden. Auf den damaligen einjährigen Lehrgang mit anschließendem Anerkennungsjahr folgte 1982 eine zweijährige Ausbildung mit integrierten Praxisphasen. 1998 wurde die dreijährige Ausbildung zur Altenpflegerin und zum Altenpfleger etabliert. Einen weiteren Meilenstein markierte das Jahr 2020 mit dem Start der generalistischen Pflegeausbildung, in deren Zuge die bisherige Caritas-Altenpflegeschule in Caritas-Pflegeschule umbenannt wurde. Im selben Jahr bezog die Schule nach umfangreichen Umbauarbeiten modernisierte Räumlichkeiten in der Ratgarstraße 13 in Fulda.

Neben der schulischen Struktur prägten neue Wege und Zielgruppen den Werdegang der Schule. Seit 2018 eröffnet das Projekt „Pflege in Hessen integriert“ Menschen mit Migrationshintergrund ohne Schulabschluss den Zugang zum Pflegeberuf. Im Jahr 2025 wurde zudem in Kooperation mit der Fachstelle für berufsintegriertes Sprachlernen (FaberiS) in Osthessen die Weiterbildung zur „Sprachförderkraft für berufsintegriertes Sprachlernen“ ins Leben gerufen. Gegenwärtig werden an der Caritas-Pflegeschule 148 Schülerinnen und Schüler in sechs Klassen unterrichtet. Das Schulteam zählt 13 Mitarbeiterinnen, während über 100 Kooperationspartner die praktische Ausbildung und regionale Vernetzung sicherstellen. Insgesamt haben bislang rund 1.400 Absolventinnen und Absolventen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Auch künftig setzt die Einrichtung auf Erweiterung: Für das Jahr 2027 plant die Schule die Einführung der Ausbildung zur Pflegefachassistenz. Schulleiterin Dajana Herbst betonte mit Blick nach vorn, dass die 50-jährige Geschichte für kontinuierliche Weiterentwicklung stehe, verbunden mit dem Anspruch, die Pflegeausbildung stets an neue Anforderungen anzupassen, Wege zu eröffnen und die Pflege von morgen aktiv mitzugestalten.

Glückwünsche überbrachten Landtagsabgeordnete Stefanie Klee, zugleich Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Fulda, und der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Fulda, Frederik Schmitt. Schmitt sprach zugleich im Namen des Landtagsabgeordneten Sebastian Müller sowie von Fuldas Bürgermeister Dag Wehner. In seinem Grußwort hob Schmitt hervor, dass in den vergangenen zehn Jahren sehr viel geschehen sei, etwa mit Blick auf den Fachkräftemangel oder das Virus, dessen Namen er nicht ausspreche. Dieser Einblick lasse erahnen, was in den vierzig Jahren zuvor gemeistert worden sei, wofür er seinen herzlichen Dank aussprach.

Den Blick auf künftige Entwicklungen lenkte Prof. Dr. Armin Trost von der Hochschule Furtwangen in einem Gastvortrag mit dem Titel „Bildung und Zusammenarbeit im KI-Zeitalter“, in dem er auf die Herausforderungen und Perspektiven einer sich verändernden Bildungs- und Arbeitswelt einging. Bei einem anschließenden Empfang in der Halle der Pflegeschule klang das Jubiläum im gemeinsamen Austausch aus. Das Fest würdigte sowohl die historische Entwicklung als auch die anhaltende Bedeutung der Caritas-Pflegeschule für die Ausbildungslandschaft der Region. +++


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