Die angekündigte Schließung des tegut-Marktes am Niedertor sorgt in Hünfeld für Bewegung. Um das Einzelhandelsangebot an diesem zentralen Standort zu sichern, haben Bürgerinnen und Bürger eine Unterschriftenaktion gestartet – und erhalten dafür nun geschlossenen Rückhalt aus der Kommunalpolitik. Die CDU-Mehrheitsfraktion in der Hünfelder Stadtverordnetenversammlung stellt sich ausdrücklich hinter das Bürgerbegehren und bezeichnet das Markt-Aus als herben Einschnitt für die Nahversorgung des gesamten Quartiers.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Steffen Diegmüller hofft auf eine breite Beteiligung der Bevölkerung an der Unterschriftensammlung. Eine große Resonanz zeige deutlich, welchen hohen Stellenwert der Markt für viele Menschen habe. Gerade für ältere Bürgerinnen und Bürger, für Familien sowie für Menschen ohne eigenes Kraftfahrzeug sei eine wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln von elementarer Bedeutung.
Mit Unverständnis reagieren die Christdemokraten derweil darauf, dass eine Übernahme des Standorts durch Edeka an kartellrechtlichen Vorgaben scheitern soll. Unabhängig von dieser Hürde müsse nun alles unternommen werden, um zügig eine tragfähige Nachfolgelösung zu realisieren. Das konkrete Übernahmeinteresse von Edeka belege zugleich, dass die Fläche am Niedertor für die Lebensmittelbranche nach wie vor nachhaltig attraktiv und wirtschaftlich interessant sei.
Die Schließung zieht zudem weitere Kreise im direkten Umfeld: Von dem Aus ist auch die im Supermarkt betriebene Postfiliale direkt betroffen. Darüber hinaus blicken die benachbarten Einzelhändler mit Sorge auf die Entwicklung, da deren Geschäfte bislang in erheblichem Maß von der hohen Kundenfrequenz des Lebensmittelmarktes profitiert haben. Für die CDU steht fest, dass Hünfeld als Mittelzentrum auf ein ausgewogenes und flächendeckendes Einkaufsnetz angewiesen bleibt; der Wegfall bedeute daher einen spürbaren Verlust für die gesamte Versorgungsstruktur der Stadt.
Gleichzeitig verweist die Fraktion auf positive Entwicklungen am Wirtschaftsstandort Hünfeld. So entsteht mit dem Projekt „Klostergarten“ derzeit ein neuer Lidl-Markt, der die Nahversorgung stärken wird. Zudem erweitert die Übernahme der tegut-Filiale in der Josefstraße durch Edeka das Angebot für die Bürgerinnen und Bürger spürbar.
Vor diesem Hintergrund unterstützt die CDU-Fraktion ausdrücklich die Initiativen des Magistrats, der derzeit Gespräche mit potenziellen Marktbetreibern und den Eigentümern der Liegenschaft führt, um einen passenden Betreiber für das Niedertor zu gewinnen. Dass solche Verhandlungen Vertraulichkeit verlangen, betont die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Katja Hartung-Jesensky: „Nicht jeder Zwischenstand kann sofort veröffentlicht werden. Wer ernsthaft einen neuen Betreiber gewinnen will, muss vertrauliche Gespräche führen können.“ Laufende Abstimmungen ließen sich schlicht nicht permanent öffentlich begleiten.
Dass ein diskretes Vorgehen zum Ziel führen kann, zeigt nach Ansicht der CDU das Beispiel im Stadtteil Mackenzell. Dort hatte der Magistrat nach dem Rückzug von tegut im Hintergrund die Weichen gestellt, sodass in wenigen Tagen mit „Tante Enso“ ein neuer Anbieter die Nahversorgung übernimmt. Die Fraktion zeigt sich zuversichtlich, dass auch für das Niedertor ein tragfähiger Weg gefunden wird, und kündigt an, den Prozess weiterhin konstruktiv zu begleiten und sich mit Nachdruck für ein attraktives Angebot vor Ort einzusetzen. +++
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Der Artikel ist sehr Parteiergreifend für die CDU geschrieben. Der Erhalt eines Marktes im Nordend ist wohl der Unterstützung aller Parteien gewiss.