5000 Gäste sahen die Schau „Fulda handelt – Fulda prägt“

Positive Bilanz des Vonderau-Museums zur Jubiläums-Sonderausstellung

5000 Besucherinnen und Besucher haben die Sonderausstellung „Fulda handelt – Fulda prägt“ im Rahmen des Jubiläums „1275 Jahre Fulda“ im Vonderau-Museum gesehen, viele von ihnen nutzen auch die umfangreichen Angebote im Rahmenprogramm der Sonderschau. Diese positive Bilanz zog der Leiter des Fuldaer Vonderau-Museum, Dr. Frank Verse, zur Finissage der Schau, bei der mehrere Kuratorenführungen allein noch einmal mehr als 200 Gäste ins Museum lockten.

Am 12. März 2019, dem 1275. Gründungstag des Klosters Fulda, war die Sonderausstellung eröffnet worden, die sich auf drei Etagen der Stadtgeschichte von der Klostergründung im Jahr 744 bis in die Gegenwart widmete. Fast fünf Monate lang war dabei unter anderem das Original jener tausend Jahre alte Urkunde zu bewundern, die Kaiser Heinrich II. Abt Richard verlieh und die den Beginn der Stadtwerdung markiert.

Vier bedeutende Handschriften aus dem Fuldaer Skriptorium, darunter der Codex Wittekindeus, zeugten von der Bedeutung, die das Kloster Fulda schon im Frühen Mittelalter hatte. Viele Exponate aus dem in Zünften organisierten Handwerk und aus der sich später daraus entwickelnden Industrie ließen die Vergangenheit lebendig werden, etwa die beeindruckend große Schere eines Tuchscherers, das seltene Grabscheit eines Fuldaer Lohgerbers oder der wohl letzte erhaltene Bleistift aus der Bleistiftfabrik Arnd. Auch wurden Schätze aus dem museumseigenen Depot präsentiert: Eine Wachsziehertrommel der Firma Eika gehörte ebenso dazu wie die geöffnete Zunfttruhe der Schneider nebst Inhalt oder blauseidene Schuhe aus der Barockzeit. Parallel dazu wurde die Entwicklung des Geldes von den ersten, noch im Kloster geprägten Münzen bis zur Kreditkarte aufgearbeitet. Ein Highlight war hierbei der Münzschatz aus der Michaelskirche, dessen Fundsituation nachgestellt war.

Auf diese Weise gelang es den Kuratoren, Wirtschaftsgeschichte anschaulich darzustellen. Dabei konnten sie nicht nur auf Leihgaben von Museen und Archiven zurückgreifen, sondern auch solche aus privaten Sammlungen zeigen, die von Bürgern nach einem Presseaufruf dankenswerterweise in großem Umfang zur Verfügung gestellt worden waren. Gerade diese Objekte machten die Jubiläumsausstellung einzigartig und ließen viele Besucher in Erinnerungen schwelgen.

Ergänzend gab es ein Rahmenprogramm mit Sonderaktionen wie dem Nachprägen von Münzen mittels Handspindelpresse, dem Gießen von Kerzen oder der Vorführung von historischem Webstuhl und Spinnrädern. Während des Stadtfestes beteiligten sich mehrere Geschäftsleute an einer Aktion, bei der historische Aufnahmen in den Schaufenstern der Innenstadt zu sehen waren. Auch das erste „Museumsgespräch“ im Vonderau-Museum nahm mit dem Thema „Städte zwischen Vorgeschichte und Gegenwart“ Bezug auf die Jubiläumsausstellung. Wegen des großen Interesses wurden darüber hinaus im Juli Abendführungen zu speziellen Themenbereichen angeboten.

Eine Verlängerung der Jubiläumsausstellung war trotz mehrfacher Nachfrage und der sehr positiven Resonanz aufgrund der engen Taktung der nachfolgenden Ausstellung leider nicht möglich. Dafür dürfen sich die Museumsbesucher bereits jetzt auf die Sonderausstellung „Loheland 100 – Gelebte Visionen für eine neue Welt“ freuen, die am 26. September eröffnet werden wird. Wer sich jedoch noch etwas eingehender mit der Wirtschaftsgeschichte Fuldas beschäftigen möchte, dem sei der Begleitband „Fulda handelt. Fulda prägt. 1000 Jahre Münz-, Markt- und Zollrecht“ empfohlen, in dem die historischen Zusammenhänge anschaulich und gut lesbar aufgearbeitet sind und der u. a. an der Kasse des Vonderau-Museums erhältlich ist. +++ pm

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