Dr. Michael Imhof übergab Fund zur jüdischen Geschichte an das Vonderau Museum Fulda

Bei dem geräumigen Koffer handelt es sich um ein verbreitetes Modell eines Überseekoffers oder einer Reisetruhe in Jugendstil-Design, vom Hersteller, der Leipziger Koffermanufaktur Moritz Mädler, selbst als „Welt-Bahnkoffer“ aus Rohrflachsplatte beworben und in verschiedenen Größen erhältlich.  Er wurde vor einige Zeit auf dem Flohmarkt in Tann angeboten und wurde jetzt von Dr. Michael Imhof dem Vonderau Museum gespendet. Der historische und ideelle Wert des Koffers, so Dr. Imhof, liegt in der Adresse: Laut Aufkleber aufgegeben in Hamburg war er adressiert an Dr. R. F. Goldschmidt c/o Fromm u. Sichel, 218 West 57th Street in New York. Damit wird er Teil der jüdischen Vertreibungs- und Fluchtschicksale in der Zeit des Nationalsozialismus.

Über einen Nachruf in der New York Times ist zu erfahren, dass Alfred Fromm (1905-1998) aus dem bayrischen Kitzingen stammte. 1936 floh er vor den Nationalsozialisten und ermöglichte 37 Familienmitgliedern ebenfalls die Emigration in die USA. Dr. Goldschmidt war vermutlich ein angeheirateter Verwandter. In New York gründete er gemeinsam mit Franz Sichel, der einer alten deutschen Winzer- und Weinhändlerfamilie in Mainz entstammte, Mit dem Unternehmen Fromm & Sichel stiegen beide unter die führenden Weinhändler der USA und Experten für kalifornische Weine auf. Fromm begleitete zahlreiche Ehrenämter, gründete ein Weinmuseum in San Franzisco sowie ein Museum der dortigen jüdischen Gemeinde. Seine gründerischen Tätigkeiten setzte er gemeinsam mit seiner Frau Hanna mit einem nach ihm benannten Institut für lebenslanges Lernen fort und richtete ein Schwesterprogramm, das Fromm Institute, an der Hebräischen Universität in Jerusalem ein.

So unverhofft wie dieser geschichtsträchtige Koffer in Tann/Rhön auftauchte, finden sich vielleicht auch bei Ihnen noch Stücke mit jüdischem Bezug. Sollten Sie ein solches bei sich oder anderswo entdecken, melden Sie sich gerne beim Vonderau Museum unter Tel. 0661 102 3220 oder per E-Mail an judith.mader@fulda.de. +++

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