Die erhoffte kräftige Herbstbelebung am deutschen Arbeitsmarkt ist im Oktober 2026 ausgeblieben. Zwar sank die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 40.000 auf 2,955 Millionen, doch im Vergleich zum Vorjahr sind es 44.000 Menschen mehr ohne Job. Saisonbereinigt verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit (BA) sogar einen leichten Anstieg um 4.000 Personen. Die Arbeitslosenquote ging dennoch minimal um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent zurück.
„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für eine Besserung am Arbeitsmarkt nach wie vor nicht ausreichend“, erklärte BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles in Nürnberg. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit falle im Oktober vergleichsweise schwach aus. Ein umfassenderes Bild zeichnet die sogenannte Unterbeschäftigung, die neben der Arbeitslosigkeit auch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit einbezieht. Sie ist saisonbereinigt um 9.000 gesunken, liegt mit 3,592 Millionen aber immer noch 28.000 über dem Wert des Vorjahres.
Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften gibt sich verhalten. Bei der BA waren im Oktober 654.000 Stellen gemeldet, was einem Plus von 31.000 gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der BA-Stellenindex (BA-X), der neben dem Bestand auch den Zugang neuer Meldungen berücksichtigt, sank jedoch um einen Punkt auf 102 Zähler. Im Jahresvergleich liegt er zwar vier Punkte höher, das Signal bleibt aber gedämpft. Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld stieg auf 1,065 Millionen (plus 88.000 zum Vorjahr), während die Zahl der erwerbsfähigen Grundsicherungsberechtigten auf 3,659 Millionen sank und damit 172.000 unter dem Vorjahreswert liegt. Die Hilfebedürftigenquote im erwerbsfähigen Alter beträgt 6,8 Prozent.
Deutlich angespannter zeigt sich die Lage im Agenturbezirk Bad Hersfeld-Fulda, der Ost- und Waldhessen umfasst. Hier ist die Arbeitslosigkeit im Oktober im Gegensatz zum Bundestrend gegenüber dem Vormonat leicht gestiegen. Mit 8.342 registrierten Arbeitslosen wurde ein Plus von 130 Personen oder 1,6 Prozent zum September verzeichnet. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,2 auf nun 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres bedeutet dies einen Anstieg um 602 Personen bzw. 7,8 Prozent.
Die Struktur der Leistungsbezieher hat sich im Bezirk verschoben: 3.744 Menschen nahmen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung in Anspruch – ein deutliches Plus von 795 Personen oder 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verzeichneten die Jobcenter in den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg mit 4.598 erwerbslosen Personen einen Rückgang um 193 Menschen (-4,0 Prozent) im Jahresvergleich.
„Auch wenn man zum Teil von einer verbesserten Konjunkturaussicht spricht, bedeutet das für den Arbeitsmarkt noch keine generelle Trendwende“, mahnte Katharina Henkel, Leiterin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Die Zahlen untermauern ihre Einschätzung: Im Oktober meldeten sich 969 Personen aus einer bestehenden Beschäftigung heraus arbeitslos, während nur 614 Arbeitslose ihre Situation durch die Aufnahme einer neuen Stelle beenden konnten. Den Unternehmen im Bezirk stehen aktuell 2.548 gemeldete offene Stellen zur Verfügung, 197 mehr als vor einem Jahr.
Henkel appelliert an die regionale Wirtschaft, den Fokus verstärkt auf die eigene Fachkräftegewinnung durch Ausbildung zu legen. Unternehmen, die für das kommende Jahr noch Auszubildende suchen, werden aufgefordert, umgehend den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda zu kontaktieren. Freie Ausbildungsstellen für 2027 können direkt beim zuständigen Ansprechpartner oder online gemeldet werden. +++
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