Hessens Kommunen sind so hoch verschuldet wie keine anderen in Deutschland

Hessens Städte, Gemeinden und Landkreise stehen finanziell unter erheblichem Druck. Im bundesweiten Vergleich weisen die Kommunen des Landes die höchste integrierte Pro-Kopf-Verschuldung auf. Ende 2025 beliefen sich die Schulden auf durchschnittlich 6.763 Euro je Einwohner. Insgesamt summierte sich das kommunale Schuldenvolumen auf 42,5 Milliarden Euro. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes und des Hessischen Statistischen Landesamtes hervor.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Verschuldung damit um 7,4 Prozent gestiegen. Die Zahlen zeigen, wie groß die finanziellen Herausforderungen für die kommunale Ebene inzwischen geworden sind. Denn während Städte und Gemeinden zahlreiche Aufgaben erfüllen müssen, wachsen zugleich die finanziellen Belastungen.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Zusammensetzung der Schulden. Von den insgesamt 42,5 Milliarden Euro entfielen 17,6 Milliarden Euro auf die kommunalen Kernhaushalte. Weitere 24,8 Milliarden Euro waren außerhalb der eigentlichen Kernhaushalte angesiedelt. Das entspricht einem Anteil von 58,5 Prozent. In die sogenannte integrierte Verschuldung fließen neben den unmittelbaren Verbindlichkeiten der Kommunen auch Schulden kommunaler Eigenbetriebe, Beteiligungen und ausgelagerter öffentlicher Einrichtungen ein.

Wie unterschiedlich die finanzielle Situation innerhalb Hessens ausfällt, zeigt der Blick auf die einzelnen Städte und Gemeinden. Darmstadt weist mit 21.089 Euro je Einwohner die höchste Pro-Kopf-Verschuldung auf. Am anderen Ende der Statistik steht Biebergemünd mit lediglich 56 Euro je Einwohner.

Auch bei den Landkreisen gibt es deutliche Unterschiede. Unter den 21 Kreisverwaltungen verzeichnet der Hochtaunuskreis mit 3.781 Euro je Einwohner den höchsten Wert. Die geringste Pro-Kopf-Verschuldung weist der Landkreis Gießen mit 770 Euro auf. Im Vergleich der Bundesländer liegt Hessen damit an der Spitze. Auf Platz zwei folgt das Saarland mit einer kommunalen Pro-Kopf-Verschuldung von 6.408 Euro.

Die Zahlen machen deutlich, dass die kommunale Finanzlage nicht allein anhand der Schulden in den Kernhaushalten beurteilt werden kann. Gerade die Verbindlichkeiten ausgelagerter Einrichtungen und kommunaler Unternehmen spielen eine erhebliche Rolle. Für die Städte und Gemeinden bleibt damit die Frage, wie sie ihre wachsenden Aufgaben künftig finanzieren und gleichzeitig handlungsfähig bleiben können. +++


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