Technolit und IWETEC stehen kurz vor dem Abschluss ihrer Neuaufstellung. Die Gläubiger haben der Neuordnung der hessischen Unternehmensgruppe vor wenigen Tagen ohne Gegenstimme zugestimmt. Damit ist ein wesentlicher Schritt des Sanierungsprozesses vollzogen. Das Geschäft der Iwetec GmbH und der Technolit GmbH soll künftig in der Technolit-IWETEC GmbH gebündelt und vollständig fortgeführt werden.
Für die Kunden steht nach Angaben des Unternehmens vor allem die Kontinuität im Vordergrund. Das bisherige Sortiment mit Werkstattausrüstung, Schweißtechnik, Arbeitsschutz, chemisch-technischen Produkten und Reinigung bleibt vollständig erhalten. Zugleich soll das Angebot erweitert und der technische Service ausgebaut werden. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Service-, Prüf- und Beratungsleistungen. Darüber hinaus sollen zunehmend neue internationale Einkaufsquellen erschlossen werden, um den Kunden attraktivere Konditionen anbieten zu können.
Nach dem einstimmigen Votum der Gläubiger muss nun noch das zuständige Amtsgericht die Sanierungspläne billigen. Angesichts des eindeutigen Votums gilt dieser Schritt als sicher. Anschließend sollen die Eigenverwaltungsverfahren über die betroffenen Gesellschaften aufgehoben werden. Die Neuaufstellung von Iwetec und Technolit könnte damit nach nur neun Monaten erfolgreich abgeschlossen werden.
Auch die personelle Struktur der neuen Gesellschaft wird bereits vorbereitet. Geschäftsführer sind Simone Lang und Christian Ihrig. Ihrig war bereits bei den bisherigen Gesellschaften Technolit und Iwetec als Geschäftsführer tätig. Zudem soll der bisherige Technolit-Interimmanager Klaus Seiler in Kürze in die Geschäftsführung eintreten.
An den regionalen Standorten soll sich durch die Neuordnung nichts ändern. Die deutschen Standorte in Großenlüder und Fulda werden weitergeführt. Auch in Österreich wurden die Geschäfte von Technolit und IWETEC bereits in einer gemeinsamen Technolit-IWETEC-Tochtergesellschaft zusammengeführt. Die Niederlassungen in Italien, Belgien und den Niederlanden sollen künftig ebenfalls unter dem Namen Technolit-IWETEC firmieren.
Weitere betriebsbedingte Kündigungen sind nach Angaben des Unternehmens nicht geplant. Das Geschäft der Technolit-IWETEC GmbH entwickle sich positiv. Auch die dritte Sanierungsgesellschaft, die Lang Service GmbH (LSG), soll in die Technolit-IWETEC GmbH verschmolzen werden. Die LSG hatte bislang ausschließlich interne Aufgaben übernommen.
Begleitet wird die Sanierung der LANGGROUP seit Beginn durch das Frankfurter Büro der Sanierungsberatung Wellensiek. Die beiden Wellensiek-Partner Dr. Florian Dausend und Friedrich Birnbreier sind als Generalbevollmächtigte in die betroffenen Unternehmen eingetreten. Unterstützt werden sie durch den Wellensiek-Seniorpartner Alfred Hagebusch.
Dausend bewertet die Neuaufstellung als Erfolg. „Die Neuaufstellung der LANGGROUP ist eine echte Erfolgsstory“, erklärt der Wellensiek-Partner. Das Eigenverwaltungsverfahren habe erneut gezeigt, dass sich ein Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen neu aufstellen lasse.
Die Interessen der Gläubiger werden während des Verfahrens von Sachwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing wahrgenommen. Flöther gehört zu den bekanntesten deutschen Sanierungsexperten und hat unter anderem die Fluglinie CONDOR bei ihrem erfolgreichen Neustart begleitet.
Mit der Zustimmung der Gläubiger ist damit der entscheidende Schritt für die Zusammenführung von Technolit und IWETEC getan. Aus zwei gewachsenen Unternehmen soll eine gemeinsame Gesellschaft entstehen, die das bestehende Geschäft vollständig fortführt, die Standorte in Fulda und Großenlüder erhält und zugleich mit einem erweiterten Service- und Dienstleistungsangebot ihre Position am Markt stärken will. +++

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