Für Radfahrerinnen und Radfahrer besteht bis einschließlich Samstag, 31. Oktober 2026, die letzte Gelegenheit in diesem Jahr, den Milseburgtunnel zu durchfahren. Mit Ablauf dieses Tages wird das historische Bauwerk für den Durchgangsverkehr gesperrt und dient in den kommenden Wintermonaten wieder als geschütztes Quartier für Fledermäuse. Die Wiederöffnung des Tunnels ist für Mitte April 2027 vorgesehen, wobei der genaue offizielle Start in die neue Saison rechtzeitig bekannt gegeben wird.
Die Arbeitsgemeinschaft Milseburgradweg, getragen von den drei Kommunen Hofbieber, Hilders und Petersberg, zieht zum Ausklang des Jahres ein durchweg positives Fazit. Der anhaltend lange Sommer sorgte für regen Betrieb auf der gesamten Trasse. An der Zählstation am alten Bahnhof Milseburg wurden bis dato 47.500 Radlerinnen und Radler erfasst. Damit übertrifft die diesjährige Saison bereits jetzt das Gesamtergebnis des Jahres 2025, in dem über den gesamten Zeitraum 45.000 Fahrradfahrer registriert worden waren. Vor allem die Monate Juli und August erwiesen sich als publikumsstark: Allein im August befanden sich rund 10.000 Menschen auf dem Radweg, an Spitzentagen waren bis zu 1.000 Personen gleichzeitig auf der Strecke unterwegs.
Im Durchschnitt passieren täglich etwa 160 Menschen die Zählstelle, wobei das Hauptaufkommen an den Wochenenden liegt. Doch auch an Werktagen verzeichnet die Station im Schnitt 130 Fahrten pro Tag. Für die Bürgermeister von Hilders, Hofbieber und Petersberg ist diese kontinuierliche Frequenz ein klares Indiz dafür, dass der Milseburgradweg längst nicht mehr nur für Ausflüge am Wochenende genutzt wird, sondern zunehmend als Verbindung im alltäglichen Radverkehr an Bedeutung gewinnt. Besonders hervorgehoben wird dabei der Sicherheitsaspekt: Die gesamte Radsaison 2026 verlief ohne größere Unfälle oder Zwischenfälle.
Perspektivisch stellen sich die beteiligten Kommunen auf eine umfassende Modernisierung ein. Nach mittlerweile 23 Jahren intensiver Nutzung weist der Radweg deutliche Altersspuren auf; an zahlreichen Stellen zeigen sich Risse und Schäden im Belag. Vorgesehen ist daher eine Generalsanierung der gesamten, 27 Kilometer langen Strecke. Da die Kommunen hierfür mit Investitionskosten in Millionenhöhe rechnen, wurden bereits Gespräche mit dem Land Hessen sowie dem Landkreis Fulda über mögliche Förderungen geführt. Im Jahr 2027 soll zunächst die detaillierte Planung der anstehenden Baumaßnahme ausgearbeitet werden.
Für die bevorstehende Winterpause gilt: Während die Röhre des Milseburgtunnels ab November dichtgemacht wird, bleibt der Milseburgradweg selbst weiterhin grundsätzlich befahrbar. Für den gesperrten Tunnelabschnitt steht eine vier Kilometer lange, ausgeschilderte Umfahrungsstrecke zur Verfügung. Die Arbeitsgemeinschaft weist zugleich darauf hin, dass in den Wintermonaten auf der gesamten Trasse regulär kein Winterdienst stattfindet. Alle Nutzerinnen und Nutzer müssen sich eigenverantwortlich auf die jeweiligen witterungsbedingten Straßenverhältnisse einstellen. +++
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