Erste Stiftungsprofessur für Palliative Care an der Hochschule Fulda startet zum Wintersemester

Zum Wintersemester 2026/27 wird am Fachbereich Gesundheitswissenschaften der Hochschule Fulda die Stiftungsprofessur „Palliative Care“ besetzt. Die Stelle übernimmt Dr. Sebastian Schiel, Direktor des Zentrums für Palliativmedizin am Klinikum Fulda. Gefördert wird die Professur von der Deutschen PalliativStiftung sowie der Lichtermeer Stiftung – Vogelsberger Hospiz- und Palliativstiftung. Mit dieser Einrichtung reagiert die Hochschule gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern auf den wachsenden Bedarf an palliativer Versorgung in einer alternden Gesellschaft. Ziel ist es, innovative Versorgungskonzepte zu entwickeln, wissenschaftlich zu untersuchen und Studierende praxisnah auf die Tätigkeit in diesem Bereich vorzubereiten. Schwerpunkte bilden neben dem medizinischen Fachwissen ethische Fragestellungen, eine patientenzentrierte Kommunikation sowie die interprofessionelle Zusammenarbeit.

Für die Hochschule Fulda sei dies ein bedeutender Schritt, um ein zukunftsweisendes Lehr- und Forschungsfeld vor Ort zu etablieren, betont Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar. Mit Dr. Schiel gewinne man einen erfahrenen und regional bestens vernetzten Experten der Palliativmedizin und Palliativversorgung, der eine wesentliche Rolle bei der Qualifizierung von Gesundheitsfachkräften in Fulda einnehmen werde. Zugleich dankte Khakzar den beiden beteiligten Stiftungen für ihre Unterstützung.

Die Professur umfasst neben der Lehre am Fachbereich Gesundheitswissenschaften sowie am Campus Fulda der Philipps-Universität Marburg eine enge Kooperation mit der Universitätsmedizin Marburg und dem Klinikum Fulda. Wie die Kanzlerin der Hochschule Fulda, Dr. Anke Günther, erläutert, sollen gemeinsame Forschungsprojekte und praxisorientierte Lehrformate wie Simulationstrainings und Projektarbeiten Theorie und Praxis verzahnen sowie das Zusammenwirken von Medizin, Pflege- und Therapiewissenschaften vertiefen. Auch der Dekan des Fachbereichs Gesundheitswissenschaften, Prof. Dr. Benjamin Ewert, hebt hervor, dass das Klinikum Fulda eine passende Plattform für die interprofessionelle Ausbildung darstelle. Durch die Einbindung in die lokale Versorgungsstruktur erhielten Studierende direkte Einblicke und könnten wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar im klinischen Alltag erproben, da der Komplexität palliativer Betreuung nur durch einen interdisziplinären Ansatz begegnet werden könne.

Dr. Sebastian Schiel unterstreicht, dass die Begleitung von Schwerstkranken und Menschen am Lebensende neben reinem Fachwissen vor allem eine entsprechende Haltung, Zeit und funktionierende Teams erfordere. Genau dies gelte es den Studierenden im Hörsaal wie in der Klinik zu vermitteln. Die Hochschule Fulda biete mit der ersten Professur für Palliative Care in Hessen die Gelegenheit, das Fachgebiet interprofessionell in Lehre und Forschung zu verankern. Seine Aufgabe sieht Schiel darin, Angehörigen möglichst vieler Gesundheitsberufe fundierte palliativmedizinische Kompetenzen zu vermitteln und das Fach akademisch weiterzuentwickeln.

Dr. Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung, verweist darauf, dass mit Schiel ein Mediziner berufen wurde, der die tägliche Praxis kennt und weiß, dass Palliative Care weit über die reine Schmerztherapie hinausreicht, da schwer erkrankte Menschen gleichermaßen seelischen und sozialen Beistand benötigen. Tanja Bohn, Vorsitzende der Lichtermeer Stiftung, betont das Zusammenwirken unterschiedlicher Disziplinen. Durch die gemeinsamen Lehrformate sollten die Studierenden auf das Arbeiten in gemischten Teams vorbereitet werden. Ziel sei es, die Ausbildung zu stärken und den Wissenstransfer gezielt auch in ländliche Regionen wie den Vogelsberg und die Rhön zu tragen.

Dr. Sebastian Schiel ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, ärztlicher Psychotherapeut sowie Psychoonkologe. Seit dem Jahr 2020 leitet er das Zentrum für Palliativmedizin am Klinikum Fulda und fungiert seit 2023 zusätzlich als ärztlicher Leiter des MVZ Osthessen. Seine fachliche Expertise bringt er zudem in Verbände ein, unter anderem als stellvertretender Vorsitzender der internationalen Fachgesellschaft Palliative Geriatrie.

Die neu geschaffene Professur an der Hochschule Fulda ist auf eine Laufzeit von fünf Jahren befristet und mit einem Stellenumfang von 50 Prozent angelegt. Die beiden Stiftungen fördern das Vorhaben mit jährlich 65.000 Euro zur Deckung der Personalkosten; sämtliche darüber hinausgehenden Aufwendungen übernimmt die Hochschule Fulda. Landesweit existierte in Hessen bislang keine Professur mit einer Denomination im Bereich Palliative Care oder Palliativmedizin. Zur formalen Vertragsunterzeichnung kamen neben Dr. Sebastian Schiel und Dr. Maren Schiel auch Dekan Prof. Dr. Benjamin Ewert, Personalmanagerin Regina Wehde, Kanzlerin Dr. Anke Günther, Dr. Thomas Sitte, Tanja Bohn sowie Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar zusammen. Für weiterführende Auskünfte steht Caroline Schreiner von der Pressestelle der Hochschule Fulda telefonisch unter 0661 9640 1947 oder per E-Mail an pressestelle@hs-fulda.de zur Verfügung. +++


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