Der Mazda CX-30 für alle SUV-Gegner

Mazda CX-30. Fotos: Mazda

Mazda schiebt mit dem CX-30 einen Crossover zwischen die beiden in Deutschland angebotenen SUV-Baureihen CX-3 und CX-5 und feiert mit einem neuen Verbrennungsverfahren bei den Motoren gleich eine Doppelpremiere. Die Preise für den CX-30 starten bei 24 290 Euro, Ende September kommt er zu den Händlern.

Die SUV haben die Millionen-Grenze bei den Neuzulassungen geknackt. Keine Fahrzeugklasse ist zurzeit bei uns so beliebt, wie die meist geräumigen und oft hochbeinigen Enkel der Geländewagen. Es gibt viele Kritiker, die den höheren Verbrauch der Spezies und nicht zuletzt deren größeren Bedarf an Verkehrsfläche als überhaupt nicht zeitgemäß erachten. Klimaschutzziele ließen sich mit ihnen nicht erreichen. Einen Kompromiss stellen Crossover-SUV dar, die mit weniger wuchernden Formen und teils mit alternativen Antriebssträngen die Kritik zu entkräften suchen.

Der 4,4 Meter lange Wagen ist gefällig gestaltet. Fließende Formen und ausgewogene Proportionen treffen den Geschmack vieler, die Bodengruppe teilt sich das Crossover-SUV mit dem Mazda3. Auch der Innenraum macht mit klaren Linien und unverspielten Flächen eine gute Figur, alles wirkt aufgeräumt und verspricht eine einfache Bedienung. Ein digitales Cockpit mit programmierbarer Anzeige und ein zentraler Monitor zieren die Armaturentafel, neu ist das „echte“ Head-Up-Display, das seine Informationen in der Frontscheibe spiegelt. Bei 1,8 Meter Breite und 1,54 Meter Höhe ist der CX-30 kaum größer als manch eine Kombilimousine, das Platzangebot ist vorn wie hinten anständig und wenigstens 430 Liter Kofferraumvolumen sind ein ordentliches Angebot, wenngleich die Stufe der Ladekante dem bequemen Beladen im Wege steht. Die Heckklappe öffnet und schließt elektrisch angetrieben, sie gehört bei der höheren Ausstattungsstufe Select zum Serienstandard.

Keine große Auswahl bietet das Motorenprogramm, dennoch ist es sehr beachtenswert. Der Zweiliter-Benziner leistet 90 kW / 122 PS und ist mit einem Front- oder Allradantrieb kombiniert. In beiden Fällen nutzt er ein mildes Hybridsystem zur Verbrauchsoptimierung, ein Starter-Generator, der über einen Riemenantrieb mit der Kurbelwelle verbunden ist, bringt es auf 4,8 kW die beim Beschleunigen beigesteuert werden. Er unterstützt das Drehmomentmaximum des Motors, das mit 217 Nm eher bescheiden ausfällt, aber beim Fahren weitaus spritziger wirkt.

Das Bordnetz arbeitet mit einer Spannung von 24 Volt, als Energiespeicher dafür dient eine Lithium-Ionen-Batterie mit 0,216 kWh. 10,6 Sekunden vergehen bei der frontgetriebenen Version bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h, der Allradler braucht 11,1 Sekunden für diese Übung. 186 (182) km/h sind als Höchstgeschwindigkeit möglich, die Verbrauchswerte liegen dank der Zylinderabschaltung im Teillastbereich bei 6,2 und 6,8 Liter Benzin auf 100 Kilometer. In beiden Fällen erfüllt der Motor die Vorgaben der Euro 6d.

Die zweite Antriebsvariante ist ein Vierzylinder-Turbodiesel mit 1,8 Liter Hubraum und 116 PS (85 kW) Leistung, der seine Drehmomentspitze von 270 Nm bei 1600 U/min erreicht. 5,1 Liter Treibstoff verbraucht er auf der Standarddistanz, in 10,8 Sekunden geht es mit ihm von 0 auf 100, 183 km/h werden als Spitzentempo angegeben. Für beide Triebwerke ist eine sechsstufige Wandlerautomatik im Angebot. Bei den Anhängelasten spielt keine Rolle, ob der Diesel, Front- oder Allradantrieb am Werk sind. Sie liegt einheitlich bei 1300 Kilogramm und stellt damit für viele kein Kaufargument dar.

Neuland betritt Mazda mit dem dritten Triebwerk, das eine neue Art der Verbrennung nutzt. Spark Plug Controll Compression Ingnition (SPCCI) nennt Mazda die Funktionsweise, die Vorteile des Dieselmotors mit denen eines Benziners verknüpfen soll. Die 180 PS (132 kW) starke Skyactive-X-Maschine erreicht 224 Nm Drehmoment bei 3000 U/min und arbeitet mit einem deutlich größeren Luftanteil im Gemisch sowie erhöhter Verdichtung. Durch den sogenannten Magerbetrieb soll der Verbrauchsvorteil in der Praxis zwischen 15 und 20 Prozent liegen. Allerdings ist das magere Gemisch nur bedingt zündfähig. Deshalb nutzen die Entwickler die Eigenschaft der Kompressionszündung, die bei der Verdichtung eines Gases entsteht. Als Beispiel mag eine Propangasflasche herhalten, die bei schneller Entleerung deutlich abkühlt. Beim Füllen dagegen steigt ihre Temperatur. Würde dieser Vorgang um ein Vielfaches beschleunigt, käme es zur Selbstzündung.

Im Zylinder des Motors wird das Gemisch sehr schnell komprimiert, dennoch ist der Benzinanteil darin zu gering, als dass es tatsächlich zu einer kontrollierten Selbstzündung kommen kann. Deshalb gibt es, anders als beim Diesel, auch im Skyactive-X-Triebwerk im Brennraum eine Zündkerze. Die startet den Verbrennungsprozess mit einer angefetteten Piloteinspritzung, die wiederum den mageren und hochverdichteten Gemischanteil im Zylinder zur blitzartigen Verbrennung, also zur Explosion bringt. Das klingt kompliziert, fährt sich aber tadellos. Allein der Klang des Triebwerks ist etwas rauer als bei einem herkömmlichen Benziner, die Leistungsentfaltung dagegen ist überaus angenehm.

Beim Verbrauch ließen sich bei den ersten Probefahrten im Vordertaunus, nicht weit vom europäischen Mazda-Entwicklungszentrum in Oberursel entfernt, nur vage Eindrücke erschließen. Am Ende der verhalten gefahrenen Rundtour zeigt der Bordcomputer 6,6 Liter. Das ist gewiss etwas weniger als ein moderner Turbobenziner konsumieren würde, vielleicht aber nicht genug, um den zu erwartenden Aufpreis für diesen Antrieb zu kompensieren. Wie hoch der ausfällt, will Mazda noch nicht veröffentlichen. Immerhin erfüllt auch diese Maschine die Euro 6d.

Sonst hat der CX-30 alles an Bord, was Mazda zur Steigerung des Fahrvergnügens zu bieten hat. Das G-Vectoring etwa, bei dem die schnelle Drehmomentverringerung zwischen Vorder- und Hinterachse das Einlenkverhalten verbessern soll, oder viele der hilfreichen Assistenzsysteme, die für mehr Sicherheit und Komfort sorgen. Verkehrszechenerkennung, Abstandstempomat oder der Fernlichtassistent gehören unter anderen zur Serienausstattung. Ob das SUV-Angebot weiteren Zuwachs erhalten wird, ist unterdessen ungewiss. Zwar werden heute schon mit dem CX-8 und dem CX-9 anderen Orts größere Fahrzeuge offeriert, doch will Mazda zunächst die Marktentwicklung der kommenden Jahre abwarten, bevor das SUV-Programm weiter verstärkt wird. +++ ampnet/mk

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