Klinikum Fulda verabschiedete Prof. Dr. Marion Haubitz in den Ruhestand

„Eine prägende Persönlichkeit der Medizinregion Osthessen nimmt Abschied vom aktiven Klinikalltag“, schreibt das Klinikum Fulda zur Verabschiedung von Professorin Dr. med. Marion Haubitz, die nach nahezu 16-jähriger Tätigkeit am Klinikum Fulda zum 31. Oktober dieses Jahres in den Ruhestand verabschiedet wird. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz für nierenkranke Menschen, ihrer wissenschaftlichen Exzellenz sowie ihrer wegweisenden Entwicklungsarbeit habe Professorin Haubitz, die seit Anfang des Jahres 2011 Direktorin der Medizinischen Klinik III (Nephrologie, Dialyse und Hochdruckkrankheiten) am Klinikum Fulda ist, die Nephrologie im Hause über eineinhalb Jahrzehnte maßgeblich geprägt, schreibt das Klinikum Fulda in einer Mitteilung weiter.

Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Marion Haubitz habe sich die Medizinische Klinik III als zertifizierte „Nephrologische Schwerpunktklinik“ Strahlkraft weit über die Region hinaus erworben. Ein Meilenstein ihrer Wirkungsphase war der kontinuierliche Ausbau des Nierentransplantationszentrums am Klinikum Fulda, das sie gemeinsam mit Prof. Dr. Tilman Kälble (Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie) leitete. Im Jahr 2021 verlieh die Landesärztekammer Hessen Prof. Dr. Haubitz als erster Fachärztin für Nierenheilkunde in Hessen die Zusatzbezeichnung „Transplantationsmedizin“ – eine Würdigung ihrer langjährigen Fachexpertise bei der Betreuung und Nachsorge von Transplantationspatienten.

Prägend war auch ihre Doppelfunktion als leitende Ärztin des Kuratoriums für Dialyse und Heimdialyse (KfH) in Fulda und Bad Orb (Main-Kinzig-Kreis). In Kooperation zwischen dem Klinikum Fulda und dem KfH setzte sie sich stets für eine hochmoderne, patientennahe Dialyseversorgung sowie schonende Nierenersatztherapien ein. Ein Meilenstein dieser erfolgreichen Zusammenarbeit war die Eröffnung einer hochmodernen Dialyse-Station im Klinikum Fulda in 2025. Auch die Weiterentwicklung spezieller Blutreinigungsverfahren wie der Lipidapherese zur Behandlung schwerer Fettstoffwechselstörungen trieb sie am Standort Fulda entscheidend voran.

Nach ihrem Medizinstudium in Gießen, das mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert wurde, der Promotion im Jahr 1985 sowie Stationen an der Tufts University in Boston (USA) habilitierte sich Prof. Dr. Haubitz 1997 an der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort war sie langjährig als klinische Oberärztin sowie in zahlreichen Gremien und Forschungskommissionen tätig. Ihre Fachkompetenz war auch auf nationaler und internationaler Ebene gefragt: Seit 2007 gehörte sie dem Sachverständigenrat des Bundesministeriums für Gesundheit zur Beurteilung der Entwicklung im Gesundheitswesen an.

Der Sprecher des Klinikvorstandes Krankenversorgung, Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Menzel, würdigte im Rahmer der feierlichen Verabschiedung auch im Namen seines Vorstandskollegen Michael Wilhelm, die herausragenden Leistungen der Chefärztin: „Professorin Dr. Marion Haubitz hat die Entwicklung der Nierenheilkunde am Klinikum Fulda mit außergewöhnlicher Fachexpertise, Tatkraft und strategischem Weitblick geprägt. Unter ihrer Führung hat sich die Medizinische Klinik III zu einem nephrologischen Spitzenzentrum entwickelt, das in vielen Bereichen Maßstäbe setzt. Dabei hat sie stets den kranken Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Wir danken ihr von Herzen für fast 16 Jahre herausragenden Einsatz für ihre Patientinnen und Patienten und für unser Haus. Wir wünschen ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute, Gesundheit und persönliche Erfüllung.“

Als Festredner fungierte Prof. Dr. med. Armin Kurtz, der als emeritierter Direktor des Instituts für Physiologie der Universität Regensburg und Mitglied der Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hohes internationales Renommee genießt. In seinem Festvortrag „Zurück zu den Wurzeln – die Niere als Sensor für unseren Blutdruck“ beleuchtete er die komplexen physiologischen Regulationsmechanismen des Organs und würdigte die wissenschaftliche Arbeit von Prof. Dr. Haubitz: „Marion Haubitz hat die Schnittstelle zwischen grundlagenwissenschaftlicher Nierenphysiologie und klinischer Exzellenz zeitlebens mit beeindruckender Präzision gelebt. Ihre wissenschaftlichen Beiträge und ihr klinischer Blick für die Niere als zentrales Steuerungsorgan unseres Herz-Kreislauf-Systems haben Maßstäbe in der Nephrologie gesetzt.“

Für das gesamte Kollegium würdigte die Sprecherin der ärztlichen Direktorinnen und Direktoren, Professorin Dr. Gabriele Köhler, Direktorin des Instituts für Pathologie am Klinikum Fulda, das kollegiale Wirken der scheidenden Chefärztin: „Mit Professorin Dr. Marion Haubitz verlässt uns eine sehr geschätzte Kollegin, die nicht nur medizinisch wegweisende Standards gesetzt hat, sondern auch innerhalb der Klinikleitung sowie in verschiedenen Gremien und beim Aufbau des Campus Fulda stets als zuverlässige, hochkompetente und kluge Impulsgeberin geschätzt wurde. Sie hat die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Klinikum maßgeblich gestärkt – dafür gebührt ihr unser allerherzlichster Dank.“

In ihrer persönlichen Abschiedsrede blickte Professorin Dr. Marion Haubitz bewegt auf ihre Zeit in Fulda zurück und richtete ihren Dank an das gesamte Team sowie ihre Wegbegleiter: „Die Verknüpfung von moderner Spitzenmedizin, intensiver Forschung und menschlicher Nähe war für mich am Klinikum Fulda stets eine Herzensangelegenheit. Mein ganz besonderer Dank gilt meinem gesamten Team der Medizinischen Klinik III, allen Kolleginnen und Kollegen im Haus sowie dem KfH. Gemeinsam ist es uns gelungen, für nierenkranke Menschen in der Region eine Versorgung auf höchstem Niveau aufzubauen. Ich übergebe diese Aufgabe mit Dankbarkeit und vollem Vertrauen in die Zukunft.“

Mit dem Eintritt von Professorin Dr. Marion Haubitz in den Ruhestand geht am Klinikum Fulda eine Ära zu Ende – ihr medizinisches Erbe und die etablierten Versorgungsstrukturen werden die Arbeit der Klinik jedoch nachhaltig weiterprägen. Die Nachfolge an der Spitze der Medizinischen Klinik III tritt Anfang 2027 Professor Dr. Konrad Buscher an. Bis zu seinem Antritt ist die Versorgung der Patientinnen und Patienten durch das Ärzteteam der Klinik unter der kommissarischen Leitung des leitenden Oberarztes Priv.-Doz. Dr. Peter Benöhr sichergestellt. +++


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