Mit einer eindrucksvollen Ausstellung zur Geschichte der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen setzen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums der Konrad-Zuse-Schule Hünfeld ein starkes Zeichen für Demokratie und Erinnerungskultur: Vom 24. Juli bis zum 21. August 2026 ist ihre Ausstellung „Bücherverbrennung“ in der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek (HLSB) Fulda am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz im Rahmen der Reihe „Mehr Raum für Demokratie“ zu sehen.
Ausgangspunkt der Ausstellung ist Heinrich Heines Warnung aus dem Jahr 1821: „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ Kaum ein Satz macht so eindringlich deutlich, welche Folgen die Zerstörung von Kultur, Wissen und freiem Denken haben kann.
Unter der Leitung der Kunstpädagogin Claudia Herz setzten sich die Schülerinnen und Schüler fotografisch mit den Bücherverbrennungen von 1933 auseinander. Entstanden sind künstlerische Arbeiten, die historische Erinnerung mit zeitgenössischer Bildsprache verbinden und Fragen nach Meinungsfreiheit, Verantwortung und demokratischen Werten aufwerfen. Parallel entwickelte der Kurs Darstellendes Spiel unter der Leitung von Andreas Gamisch das Theaterstück „Was passiert, wenn Bücher brennen?“, das bereits an der Konrad-Zuse-Schule aufgeführt wurde und die schulische Auseinandersetzung mit dem Thema ergänzte.
Die Ausstellung erinnert an Autorinnen und Autoren wie Heinrich Heine, Karl Marx und Sigmund Freud, deren Werke 1933 öffentlich verbrannt wurden. Ihre Bücher sollten aus dem kulturellen Gedächtnis gelöscht werden – ihre Ideen jedoch überdauerten und prägen bis heute wissenschaftliche, gesellschaftliche und philosophische Diskurse.
Mit ihrem Projekt setzen die Schülerinnen und Schüler ein bewusstes Zeichen für demokratische Bildung und die Freiheit des Wortes. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Grundwerte, Meinungsfreiheit und der respektvolle Umgang mit unterschiedlichen Positionen zunehmend herausgefordert werden, gewinnt die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Bücherverbrennungen neue Aktualität. Die Ausstellung lädt dazu ein, Geschichte nicht als abgeschlossenes Kapitel zu begreifen, sondern als bleibenden Auftrag, Freiheit, Menschenwürde und demokratische Werte zu schützen.
Die Ausstellung „Bücherverbrennung“ ist vom 24. Juli bis 21. August 2026 im Kinder- und Jugendbereich (UG) der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Begleitend zur Schülerausstellung zeigt die Bibliothek im gleichen Zeitraum weitere Formate im Rahmen der Reihe „Mehr Raum für Demokratie“:
Ausstellung „Freie Medien – Freie Menschen. Das muss hier raus, das gehört hier nicht hin! (?)‘“
Vom 24. Juli bis 21. August 2026 ist am Standort Heinrich-von-Bibra-Platz die Ausstellung „Freie Medien – Freie Menschen“ zu sehen. In acht informativen Ausstellungsstücken werden die Themen Zensur, Mut und das Recht auf freie Meinungsäußerung beleuchtet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bibliotheken Orte der Meinungsfreiheit bleiben und wie sie gemeinsam gestärkt werden können. Die Ausstellung ist ein Projekt des Landesverbands Hessen im Deutschen Bibliotheksverband e. V. und der Hessischen Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken.
Auf der Empore im 1. Stock widmet sich eine Blitzlichtausstellung dem Thema Demokratie in Comics und Graphic Novels. Anhand ausgewählter Titel wird die Entwicklung demokratischer Ideen von den Anfängen im antiken Griechenland über historische Einschnitte bis in die Gegenwart dargestellt. Ergänzend werden Medien aus dem Bibliotheksbestand zu aktuellen Themen wie Nahostkonflikt, Ukrainekrieg, Desinformation, Künstliche Intelligenz und Gesellschaftskritik präsentiert. +++ pm
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