Stürze im Alter: Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda informiert über moderne Frakturbehandlung

Gesundheit

Ein Sturz kann für ältere Menschen weitreichende Folgen haben. Häufig führen solche Unfälle zu Knochenbrüchen, die nicht nur Schmerzen verursachen, sondern auch die Selbstständigkeit der Betroffenen erheblich einschränken können. Über Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und moderne Versorgungskonzepte bei sogenannten alterstraumatologischen Frakturen informiert das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda am Mittwoch, 10. Juni 2026, bei einer öffentlichen Vortragsveranstaltung.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Knochenbrüche. Oft spielt dabei Osteoporose eine entscheidende Rolle, da die Knochensubstanz an Stabilität verliert und bereits vergleichsweise leichte Stürze zu Frakturen führen können. Besonders häufig betroffen sind der hüftnahe Bereich mit Oberschenenkel- und Beckenfrakturen, aber auch die Wirbelsäule oder der Oberarm. Solche Verletzungen können die Mobilität dauerhaft beeinträchtigen und den Alltag der Betroffenen grundlegend verändern.

Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Verletzung. Während stabile Brüche ohne Fehlstellung häufig konservativ mit Ruhigstellung, Schmerztherapie und frühzeitiger Physiotherapie versorgt werden können, erfordern instabile oder verschobene Frakturen oftmals einen operativen Eingriff. Moderne Verfahren ermöglichen dabei eine schnelle Mobilisierung und sollen helfen, Komplikationen wie Muskelabbau oder den Verlust von Selbstständigkeit zu vermeiden.

Eine besondere Rolle spielt dabei die geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung. Dieses Behandlungsverfahren verbindet die medizinische Versorgung einer akuten Erkrankung bereits im Krankenhaus mit intensiven rehabilitativen Maßnahmen. Ziel ist es, Mobilität, Aktivität und Lebensqualität möglichst früh wiederherzustellen und den Betroffenen die Rückkehr in ihren gewohnten Alltag zu erleichtern.

Im Rahmen der Veranstaltung erläutert Sandra Beardi, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Oberärztin der Alterstraumatologie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, die häufigsten Sturzereignisse und Verletzungen bei älteren Menschen. Zudem stellt sie die interdisziplinäre Versorgung durch die Fachabteilungen für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie die Geriatrie im Alterstraumatologischen Zentrum des Krankenhauses vor.

Ergänzend geht Dr. med. Steffen Schlee, Chefarzt der Geriatrischen Inneren Medizin, auf die besonderen Herausforderungen bei der Behandlung älterer Patienten ein. Im Mittelpunkt stehen dabei Vorerkrankungen und komplexe Krankheitsbilder, die unter dem Begriff Multimorbidität zusammengefasst werden. Gerade diese Mehrfacherkrankungen machen häufig individuell angepasste Therapiekonzepte erforderlich.

Im Alterstraumatologischen Zentrum arbeiten Unfallchirurgen, Geriater, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen, Mitarbeiter des Sozialdienstes sowie Seelsorger eng zusammen. Ziel ist es, ältere Menschen nach einem Knochenbruch umfassend zu begleiten, die Ursachen von Stürzen zu erkennen und nach Möglichkeit zu beseitigen sowie die Selbstständigkeit der Patienten langfristig zu erhalten.

Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr im Foyer des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda. Im Anschluss stehen die Referenten für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenlos. Alle Interessierten sind eingeladen. +++


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