Spahn will neues Versorgungskonzept für Kliniken

Spahn reagiert damit auf die Entwicklung der letzten Wochen

Jens Spahn (CDU)
Jens Spahn (CDU)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will ein neues Versorgungskonzept für Kliniken einführen, um in der Coronakrise Behandlungskapazitäten für sämtliche Patienten zu sichern. “Mein Ziel ist, zusammen mit den Ländern den Kliniken einen neuen Rahmen für die Versorgung zu geben: Im nächsten Schritt sollten wieder 75 Prozent des Klinikbetriebs für Nicht-Corona-Behandlungen zur Verfügung stehen und 25 Prozent weiterhin für Corona-Patienten bereit- und freigehalten werden”, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Spahn reagiert damit auf die Entwicklung der letzten Wochen: Aus den Notaufnahmen gebe es alarmierende Hinweise, dass die Zahl der Patienten mit Schlaganfall und Herzinfarkt in den letzten Wochen zum Teil um die Hälfte zurückgegangen sei. Auch die Krankenkassen beobachteten einen deutlichen Rückgang bei Notaufnahmen von Infarktpatienten. “Das besorgt mich sehr. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich Patientinnen und Patienten trotz schwerer Erkrankung aus Angst vor einer Infektion nicht behandeln lassen”, sagte der Minister. Das Gleiche gelte auch für chronisch Kranke, die im Moment nicht zu ihrem Facharzt gingen oder Patienten, die keine Vorsorgeuntersuchungen mehr machen ließen. Es gelte auch für Eltern, die gefährliche Impflücken bei ihren Kindern riskierten, weil sie sich im Moment nicht in die Kinderarztpraxen trauten.

In den letzten Wochen hatten die Krankenhäuser in Deutschland sehr viele der planbaren Eingriffe und Untersuchungen abgesagt, um sich für die Coronakrise zu rüsten. Das sei richtig und notwendig, so Spahn. Inzwischen sei die Trennung von Corona-Patienten und Patienten mit anderen Erkrankungen in den meisten Krankenhäusern aber sehr gut organisiert. Es gebe einen neuen Klinikalltag. “Wenn wir das Infektionsgeschehen weiter so im Griff behalten, können wir Schritt um Schritt wieder zu einer normaleren Versorgung in den Kliniken kommen”, kündigte der CDU-Politiker an. Dringliche Eingriffe könnten dann wieder stattfinden. Als Beispiel nannte der Minister Krebsoperationen oder Rücken-Operationen bei Patienten mit starken Schmerzen. Die Ärzte vor Ort sollten entscheiden, welchen Patienten sie prioritär wieder Termine anbieten. +++

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2 Kommentare

  1. Ein besonderer Hinweis gilt den neoliberalen Demokratie- und Gesellschaftszerstörern. Haben sie doch dazu beigetragen, unser medizinisches System auf einen Stand zurückzufahren, der uns heute Probleme bereitet. Und wäre ihnen das CORONA-Virus nicht dazwischen gekommen, hätten sie unaufhörlich und unbeirrt weiter an dieser Schraube der behaupteten Ineffizienz gedreht. Die einschlägigen Think Tanks wie z.B. die Bertelsmann-Stiftung haben das ja laut genug artikuliert. Und die Demokratiezerstörer hätten weiterhin “Bedenkenträger” in die Ecke gestellt, mit dem Königsargument der neoliberalen Weisheit, dass vergleichbare Volkswirtschaften wie Italien, Spanien, UK und die USA doch mit weit weniger Krankenhausbetten oder gar Intensivbetten auskommen als wir! Geht es noch eindrucksvoller?

    Übrigens hatte 1985 die damalige CDU/„C“SU/FDP-Regierung unter Kohl begonnen, die Gesetze zu ändern, die es bis dahin untersagten, mit Krankenhäusern Gewinne zu erwirtschaften! Die Krankenhäuser wurden zum Geschäftsmodell. Nicht mehr das gesundheitliche Wohlbefinden stand im Mittelpunkt, sondern die Rendite.

    Danke Konservative! Danke Liberale!

    Und wenn diese Schlauberger bald wieder aus Ihren Corona-Schutzräumen kommen – wie vereinzelt bereits FDP-Lindner, CDU-Merz, „C“SU-Dobrindt – und uns ihre altbackenen Vorschläge aus der Ante-Corona-Zeit wieder für die Post-Corona-Zeit andienen wollen, dann lasst uns diese Zunft endlich in den Orkus jagen!

    • Da braucht es wohl keine “Schlauberger” mehr, denn durch die völlig unzureichende Vergütung der Kliniken, die auf Regierungsgeheiß alle OP`s abgesagt haben und nun leere Betten haben, werden in den nächsten Monaten vermutlich viele kleine Krankenhäuser insolvent werden. Und dann haben diejenigen Politiker und Ökonomen (wer braucht die eigentlich??), die schon immer eine Halbierung der Anzahl der Kliniken wollten, ganu unspektakulär gewonnen!

Demokratie braucht Teilhabe!