Selenskyj erhält Wilhelm-Leuschner-Medaille 2026

Foto: Staatskanzlei Hessen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj wird mit der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen geehrt: Ministerpräsident Boris Rhein verleiht dem Staatschef die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Jahres 2026. Die feierliche Übergabe findet traditionell am Hessischen Verfassungstag, dem 1. Dezember, statt.

Der hessische Regierungschef begründete die Entscheidung in der Landeshauptstadt Wiesbaden mit den herausragenden Verdiensten des Politikers. Selenskyj gelte als eine der prägenden internationalen Persönlichkeiten der Gegenwart. Sein Einsatz für die territoriale Integrität seines Landes, für Freiheit und Demokratie sowie die Verankerung der Ukraine in der Grund- und Werteordnung der Europäischen Union habe ihn weit über die europäischen Grenzen hinaus zu einer Symbolfigur des Widerstands gegen militärische Aggression gemacht. Rhein hob hervor, dass die Ehrung untrennbar mit den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine verbunden sei: Die Medaille gehe zugleich an das gesamte ukrainische Volk, das sich seit fast fünf Jahren gegen den völkerrechtswidrigen und brutalen russischen Angriffskrieg behaupte. Unter der Führung seines Präsidenten verteidige das Land nicht nur die eigene staatliche Souveränität und das Leben der Menschen vor Ort, sondern stehe gleichermaßen für Europa und die europäischen Grundwerte ein.

Seit dem Überfall Russlands vor beinahe fünf Jahren habe sich Selenskyj mit großem persönlichem Einsatz für den Erhalt seines Landes und dessen demokratischer Ordnung engagiert. Insbesondere der Entschluss, den militärischen Widerstand unmittelbar aus der Landeshauptstadt heraus zu koordinieren und das Land nicht zu verlassen, zeuge von beachtlichem Mut. Dadurch habe Selenskyj die staatliche Führung und den inneren Zusammenhalt der Ukraine in einer historischen Ausnahmesituation aufrechterhalten. Rhein erklärte, das Handeln des Präsidenten führe vor Augen, dass Freiheit und demokratische Selbstbestimmung nicht als gegeben vorausgesetzt werden könnten. Um in Selbstbestimmung und Freiheit leben zu können, bedürfe es oft der Bereitschaft zur Übernahme politischer Verantwortung und individueller Entschlossenheit. Er sei daher stolz darauf, den ukrainischen Präsidenten für dieses beispiellose Engagement mit der Medaille auszeichnen zu dürfen.

Nach den Worten des Ministerpräsidenten reicht das Wirken des Geehrten über die rein militärische Sicherung des Staatsgebiets hinaus. Mit seinen diplomatischen Initiativen habe Selenskyj das Bewusstsein für die Solidarität innerhalb der westlichen Wertegemeinschaft maßgeblich gestärkt. In seinen wiederholten Reden vor internationalen Parlamenten und überstaatlichen Institutionen habe er die Grundsätze von Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechten, Frieden und Freiheit in den Vordergrund gestellt und die Einhaltung des Völkerrechts angemahnt. Auf diesem Weg sei er international zu einer anerkannten Leitfigur für Staaten geworden, die das Recht selbstbestimmter Nationen gegen Angriffe verteidigen.

Die Verleihung versteht die hessische Landesregierung als klares Signal fortbestehender politischer Unterstützung. Hessen stehe fest an der Seite der Ukraine. Die Solidarität des Landes beruhe auf der Überzeugung, dass die politische Zukunft keines Staates durch militärische Gewalt diktiert werden dürfe. Die Würdigung Selenskyjs mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille setze ein sichtbares Zeichen für den Schutz der Freiheit, die Durchsetzung demokratischer Selbstbestimmung und den Wert europäischer Geschlossenheit. +++


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