Schützenverein Eifa rüstet Schießstand um – OVAG und Landkreis unterstützen

Mit 1000 Euro wird der Schützenverein Eifa unterstützt, Landrat Dr. Jens Mischak übergibt den entsprechenden Bescheid Rainer Weißmüller (Mitte) und Bernd Feldpusch (rechts). Foto: Sabine Galle-Schäfer

In vielen Dörfern des Vogelsbergs ist das Schützenhaus weit mehr als eine reine Sportstätte. Es bildet den sozialen Ankerpunkt einer Dorfgemeinschaft, ist generationenübergreifender Treffpunkt und ein Ort, an dem Brauchtum nicht im Archiv verstaubt, sondern Woche für Woche aktiv gelebt wird. Doch Tradition allein garantiert keine zukunftsfähige Vereinsarbeit, wenn die materielle Ausstattung nicht mehr Schritt hält. Im Alsfelder Stadtteil Eifa vollzieht der örtliche Schützenverein nun einen überfälligen Technologiesprung: Wo jahrzehntelang das mechanische Surren von Papierscheiben an Seilzügen den Schießbetrieb bestimmte, hält moderne Digitaltechnik Einzug. Eine zeitgemäße elektronische Schießanlage löst das alte System ab – ein Meilenstein für die Aktiven, der allerdings seinen Preis hat.

Zwischen 15.000 und 20.000 Euro kostet die Umrüstung des Schießstandes. Für einen ländlichen Sportverein ist eine solche Summe eine erhebliche finanzielle Hürde, die sich kaum aus laufenden Einnahmen bewältigen lässt. Vor diesem Hintergrund kam der Besuch von Landrat Dr. Jens Mischak im Schützenhaus gerade recht: Der Verwaltungschef überreichte den Verantwortlichen im Namen des regionalen Energieversorgers OVAG einen Förderzuschuss in Höhe von 1.000 Euro. Es ist eine gezielte Hilfe, die flankierend wirkt. Bereits zuvor hatte der Verein für das Großprojekt finanzielle Unterstützung aus den Mitteln der Sportförderung des Vogelsbergkreises erhalten, um die Gesamtinvestition stemmen zu können.

Dass die Erneuerung der Stände keinen Luxus, sondern eine unabweisbare Notwendigkeit darstellte, machten die beiden Vereinsvertreter Rainer Weißmüller und Bernd Feldpusch im Gespräch mit Landrat Mischak deutlich. „Wir waren einer der letzten Vereine, der noch ein Zugseil am Stand hatte“, bilanzierte Weißmüller die Ausgangslage. Während die jüngsten Nachwuchsschützen im Alter von sechs bis zwölf Jahren beim Lichtschießen bereits auf elektronische Scheiben zielten, war der restliche Stand technisch schlicht überholt. Um den Trainings- und Wettkampfbetrieb auf ein zeitgemäßes Niveau zu heben und für die Aktiven konkurrenzfähig zu halten, entschied sich der Vorstand zur umfassenden Modernisierung.

Hinter dieser Entscheidung steht eine beachtliche jugendpflegerische Arbeit, die den Schützenverein Eifa in der Region heraushebt. Seit vielen Jahren engagiert sich der Klub tief im dörflichen Gemeinwesen, verbindet die Pflege von Brauchtum und Geselligkeit mit ambitioniertem Vereinssport. Besonderes Augenmerk legen die Verantwortlichen auf die Ausbildung des schießsportlichen Nachwuchses: Aufgeteilt in Bambini-, Kinder- und Schülerteams sind aktuell rund 30 Kinder und Jugendliche im Verein aktiv. In Zeiten, in denen viele Vereine über Mitgliederschwund klagen, belegt die Zahl in Eifa, dass die Faszination für Präzision und Konzentration ungebrochen ist – vorausgesetzt, die Sportler finden eine zeitgemäße Infrastruktur vor.

„Das war schon ein finanzieller Kraftakt“, betonten Weißmüller und Feldpusch mit Blick auf die Umsetzung des Projekts. Umso größer war die Freude über den 1.000-Euro-Scheck der OVAG und die vorangegangene Kreisförderung. Das Vorhaben wirft ein Schlaglicht auf das strukturelle Dilemma des ländlichen Ehrenamts: Die Gesellschaft verlangt von Sportvereinen zu Recht verlässliche Nachwuchsarbeit, soziale Integration und lebendige Dorfgemeinschaften. Gleichzeitig steigen die technischen Anforderungen rasant, sodass notwendige Investitionen die Eigenmittel selbst gesunder Vereine rasch überfordern.

Mit der Installation der elektronischen Schießanlage stellt der Schützenverein Eifa die Weichen für die kommenden Jahrzehnte. Die Anlage ermöglicht eine präzise, digitale Trefferauswertung direkt am Stand und sichert dem Nachwuchs sowie den erwachsenen Schützen optimale Bedingungen für Training und Wettkampf. Wenn lokale Förderer, Kommunalpolitik und engagierte Bürger Hand in Hand arbeiten, zeigt sich, wie dörfliche Strukturen zukunftssicher gemacht werden können: Nicht durch das Verharren im Gestern, sondern durch den mutigen Schritt in moderne Technik. +++


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*