Nach Wochenendseminar – Kreisjugendparlament bilanziert: Jugendliche forcieren mehr Einbezug und Mitspracherecht

Die KJP-Abgeordneten gemeinsam mit Angelina Kuhl (vorne, dritte von links) und Sinem Arda (vorne, fünfte von rechts), vom Sachgebiet Kinder- und Jugendbeteiligung im Jugendamt des Vogelsbergkreises, gemeinsam mit Hannah Krassuski (rechts) von der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“. Foto: Vogelsbergkreis

Die Mitglieder des Kreisjugendparlaments kamen zu ihrem Wochenendseminar in der Jugendherberge Hoherodskopf zusammen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Planungen eines Trinkwasserspenders in Romrod, die Weiterarbeit am KJP-Podcast sowie eine Dialogrunde zum Thema „Lass mal reden! – Wie klappt unser Zusammenleben?“. Abschließend widmeten sich die jungen Menschen der Jugendbeteiligung in ihrem Landkreis. Ende des vergangenen Jahres führte das Parlament bei Jugendlichen eine Umfrage diesbezüglich durch, die Auswertung, über die der Vogelsbergkreis in einer Mitteilung informiert, liegt nun vor.

Laut der KJP-Umfrage stehe bei insgesamt nahezu 1000 Befragten, verteilt von der Jahrgangsstufe fünf bis zur 13. Klasse, der Wunsch nach mehr Mitbestimmung von Jugendlichen an hoher Stelle: Etwa 66 Prozent der Jugendlichen möchten bei Entscheidungen mehr gehört und bei Entscheidungsprozessen mit eingebunden werden. Das zeige, heißt es in der Mitteilung des KJP, dass die Kommunalpolitik gemeinsam mit der Jugend des Vogelsbergkreises passende und funktionierende Lösungen finden muss, um einen zukunftsfähigen Vogelsbergkreis für alle Generationen zu ermöglichen.

Diese Forderung findet sich auch im Paragraph 4c der Hessischen Städte- und Gemeindeordnung wieder, merkt das KJP an. Bei der Umfrage positiv hervorzuheben ist, dass die Grundlage dafür bereits bestehe: Denn ein Großteil der Befragten gebe an, relativ zufrieden mit dem Leben im Vogelsbergkreis zu sein (56,2 Prozent). Das zeige klar: Es muss nicht bei null gestartet werden, sondern kann auf ein starkes Fundament aufgebaut werden, heißt es weiter.

Ansatzpunkte hierfür könnten der Ausbau und die Verbesserung des ÖPNV sein, wo insbesondere schlechte Verbindungen und Fahrpläne (52,3 Prozent) sowie die hohen Ticketpreise (25,6 Prozent) eine wichtige Rolle für Jugendliche spielen, zitiert das KJP die Befragungsergebnisse und kündigt an, sich im Kreistag für Verbesserungen einsetzen zu wollen. „Daher würden wir uns darüber freuen, gemeinsam mit den Abgeordneten des Kreistages eine funktionierende und finanziell rentable Vergünstigung für Bus- und Bahntickets auf den Weg zu bringen, zum Beispiel bei Preissteigerungen im ÖPNV“, heißt es in der Mitteilung weiter, über die die Verwaltungsstelle des Vogelsbergkreises berichtet.

Zudem könnten mehr Räumlichkeiten zum lockeren Treffen für Jugendliche geschaffen werden, was sich von einem Großteil der Jugendlichen (63,1 Prozent) gewünscht wird. „Zusammenfassend ist für uns außerdem wichtig festzuhalten, dass sowohl wir als Kreisjugendparlament als auch zurückhaltende Jugendliche bei jugendbezogenen Entscheidungen miteinbezogen werden. Dies lasse sich damit begründen, dass eine Demokratie nur legitim sei, wenn sie alle Bevölkerungsgruppen vertritt anstatt, dass ausschließlich wenige und sehr laute Stimmen den Diskurs bestimmten, heißt es in dem Bericht des Parlaments weiter.

Die Ergebnisse der Umfrage will das Kreisjugendparlament der interessierten Öffentlichkeit im Rahmen der nächsten öffentlichen Sitzung des Kreisjugendparlaments am 22. Oktober 2026, 16.30 Uhr, im Rathaus Lauterbach, vorstellen. Hier sollen auch Lösungsansetze erörtert werden. +++


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