Der Pharmakonzern Sanofi hat am Montag, den 19. Oktober, im Industriepark Frankfurt-Höchst den Grundstein für eine neue Produktionsstätte zur Herstellung von Insulinwirkstoffen gelegt. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von knapp zwei Milliarden Euro stellt das Vorhaben eine Rekordinvestition an dem Standort dar, der bereits heute als weltweit größte Produktionsstätte des Unternehmens fungiert. Die öffentliche Hand begleitet das Vorhaben mit erheblichen Mitteln: Bund, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt unterstützen den Bau gemeinsam mit bis zu 400 Millionen Euro, wobei das Land Hessen bis zu 170 Millionen Euro übernimmt.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein ordnete das Projekt bei der Grundsteinlegung als zentralen Baustein zur langfristigen Versorgungssicherheit ein. Der Industriepark Höchst zähle zu den bedeutendsten und größten Hightech-Pharma-Zentren weltweit. Die neue Fabrik stärke nicht nur den Standort selbst, sondern bringe Hessen dem Ziel näher, wieder als „Apotheke Europas“ eine tragende Rolle einzunehmen. Durch die eigene Fertigungskapazität stärke man die europäische Souveränität, verringere die Abhängigkeit von Drittstaaten und schaffe einen gesundheitlichen Schutzschild für die Bevölkerung.
Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori sprach von einem starken Stück industrieller Zukunft. Sanofi setze auf Innovation sowie auf das Know-how der Beschäftigten in Hessen. Das Vorhaben belege, dass vor Ort Ideen für morgen nicht nur erarbeitet, sondern mit modernsten Techniken direkt produziert werden könnten. Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeute diese Entwicklung greifbare Perspektiven in Form qualifizierter Arbeitsplätze und guter Arbeit. Mansoori bezeichnete den Neubau als Leuchtturmprojekt, das weit über Frankfurt hinaus strahle und als deutliches Signal an andere Unternehmen wirke, ebenfalls in Hessen zu investieren.
Auf dem Werksgelände sollen auf einer Fläche von rund 36.000 Quadratmetern Insulinwirkstoffe in hochautomatisierten Verfahren hergestellt werden. Die bauliche Fertigstellung ist für das Jahr 2029 avisiert. In der neuen Anlage entstehen mehrere hundert hochqualifizierte Arbeitsplätze. Sanofi sichert damit die Insulinproduktion in Hessen auf lange Sicht ab und hat sich vertraglich dazu verpflichtet, den Europäischen Wirtschaftsraum im Falle von Lieferengpässen vorrangig zu beliefern.
Gesundheitsministerin Diana Stolz wies auf die Notwendigkeit stabiler Arzneimittellieferketten hin. Für Millionen von Menschen sei Insulin keine Frage des Komforts, sondern täglich lebensnotwendig. Betroffene müssten sich dauerhaft darauf verlassen können, dass das Medikament verfügbar bleibe. Entsprechend sei der Neubau eine elementare Nachricht für Diabetikerinnen und Diabetiker in Hessen, ganz Deutschland und Europa. Die gemeinsame Unterstützung durch Bund, Land und Kommune sei ein deutliches politisches Bekenntnis zur heimischen Arzneimittelversorgung.
Ministerpräsident Rhein stellte die Werkserweiterung zudem in einen größeren wirtschaftspolitischen Zusammenhang. Seit 2024 hätten Unternehmen im Bundesland Großinvestitionen im Umfang von über 25 Milliarden Euro zugesagt oder bereits in Angriff genommen. Mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent im ersten Halbjahr wachse Hessen doppelt so stark wie der Bundesdurchschnitt. Als weitere Beispiele für das anhaltende Vertrauen internationaler Konzerne nannte Rhein den Ausbau des Defence Hubs Nordhessen durch Rheinmetall sowie die Errichtung neuer Rechenzentren durch Google. Die Landespolitik schaffe gezielt die Rahmenbedingungen für Innovationen, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stärke. +++

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