Richtfest am Klinikum Bad Hersfeld – Neubau nimmt Gestalt an

Richtfest / Sommerfest Klinikum Hersfeld-Rotenburg. Foto: privat

Ein weiterer entscheidender Schritt auf dem Weg zum neuen Klinikum ist geschafft: Mit rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Gremien des Klinikums hat das Klinikum Hersfeld-Rotenburg am Freitag das Richtfest für seinen Erweiterungsbau am Seilerweg gefeiert. Verbunden wurde der traditionelle Festakt mit dem diesjährigen Mitarbeiterfest des Klinikverbundes.

Nach der Grundsteinlegung markiert das Richtfest den zweiten großen Meilenstein der eigentlichen Hochbauphase. Der Rohbau ist weitgehend vollendet, die Dimensionen des künftigen Klinikgebäudes sind inzwischen deutlich sichtbar. Gefeiert wurde bewusst dort, wo künftig Patientinnen und Patienten, Angehörige, Besucher und Beschäftigte das Gebäude betreten werden: im Bereich des neuen Haupteingangs. Der Neubau steht dabei für weit mehr als ein großes Bauprojekt. Er ist ein zentraler Baustein der Neuordnung der Gesundheitsversorgung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Medizinische Kompetenzen, die heute noch an verschiedenen Standorten angesiedelt sind, werden perspektivisch am Standort Bad Hersfeld enger miteinander verzahnt und räumlich zusammengeführt.

„Mit diesem Neubau investieren wir nicht allein in ein Gebäude. Wir investieren in die langfristige und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung der Menschen in unserem Landkreis“, betonte Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Torsten Warnecke. Die Neuordnung des Klinikverbundes sei eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben des Landkreises. Mit dem Richtfest werde erneut sichtbar, dass diese Zukunft nicht nur geplant, sondern Schritt für Schritt Realität werde.

Geschäftsführer Sebastian Mock richtete den Blick bei seiner Begrüßung insbesondere auf die Bedeutung des Neubaus für den gesamten Klinikverbund. Was lange Zeit auf Plänen, Visualisierungen und Baustellenzeichnungen zu sehen gewesen sei, könne nun erstmals von den interessierten Mitarbeitenden in seiner tatsächlichen Dimension erlebt werden, sagte Mock. Hier entstehe nicht einfach zusätzliche Gebäudefläche. Vielmehr würden die räumlichen und technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, medizinische Kompetenzen zusammenzuführen und die Versorgung im Landkreis langfristig neu und zukunftsfähig aufzustellen.

Gleichzeitig dankte Mock allen am Projekt Beteiligten – von den Planern und Fachingenieuren über die ausführenden Unternehmen und Handwerker bis zu den Beschäftigten des Klinikums, die parallel zum laufenden Krankenhausbetrieb die zahlreichen organisatorischen und medizinischen Vorbereitungen für den späteren Bezug begleiten. „Ein Krankenhaus wird nicht durch Beton, Glas und Medizintechnik zu einem guten Krankenhaus. Es sind die Menschen, die darin arbeiten und Verantwortung für Patientinnen und Patienten übernehmen“, sagte Mock. Deshalb sei es wichtig gewesen, diesen besonderen Tag gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Einrichtungen und Standorte zu feiern.

Den traditionellen Mittelpunkt des Richtfestes bildete der Richtspruch. Nach Monaten intensiver Bautätigkeit hieß es dort: „Der Rohbau ist fertig“ – verbunden mit dem Dank an alle, die zum Gelingen des Neubaus beigetragen haben. Besonders deutlich stellte der Richtspruch die spätere Bestimmung des Hauses in den Mittelpunkt. Der Neubau solle vor Gefahren bewahrt werden, seine Menschen geschützt sein, und ausdrücklich wurde um Schutz und Güte für die künftigen Patientinnen und Patienten gebeten. Der Wunsch nach einem „Ort des friedlichen Miteinanders“ schlug damit die Brücke vom traditionellen Handwerk zu dem Auftrag, den das Gebäude künftig erfüllen wird. Mit dem traditionellen dreifachen „Hoch“ und dem anschließend zu Ehren des Handwerks zerschmetterten Glas endete die Zeremonie.

Dass das Richtfest mit dem Mitarbeiterfest des Klinikverbundes verbunden wurde, war bewusst gewählt. Rund 800 Beschäftigte aus den unterschiedlichen Einrichtungen und Standorten nutzten die Gelegenheit, den Neubau unmittelbar zu erleben und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der künftige Haupteingangsbereich wurde dazu für einen Tag zum Baustellenfest. Speisen und Getränke, ein Eisstand, eine Fotobox und weitere Angebote bildeten den Rahmen für Begegnung und Austausch.

Der Betriebsrat sieht in dem Tag deshalb auch ein wichtiges Zeichen an die Beschäftigten. Die Kolleginnen und Kollegen erlebten derzeit einen tiefgreifenden Veränderungsprozess und sicherten gleichzeitig jeden Tag die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Viele von ihnen würden später in diesem Gebäude arbeiten. Deshalb sei es wichtig, dass sie die Entwicklung nicht nur aus Bauplänen und Informationen kennen, sondern unmittelbar erleben könnten, was hier entstehe. Der Neubau werde nur dann erfolgreich sein, wenn die Menschen auf diesem Weg mitgenommen würden.

Mit dem Erweiterungsbau entstehen am Standort Bad Hersfeld moderne Voraussetzungen für eine noch engere Verzahnung der medizinischen Fachbereiche. Vorgesehen sind unter anderem eine zentrale Notaufnahme, neue OP- und Intensivbereiche sowie hochmoderne Funktions- und Behandlungsbereiche. Zugleich schafft der Neubau die räumlichen Voraussetzungen für die spätere Zusammenführung wesentlicher akutmedizinischer Leistungen des Klinikums und des Herz-Kreislauf-Zentrums.

Damit ist das Gebäude zugleich der sichtbare Ausdruck einer Entwicklung, die über den reinen Neubau hinausgeht: Aus mehreren Standorten und gewachsenen Strukturen entsteht Schritt für Schritt ein stärker vernetzter Klinikverbund. „Wir bauen hier nicht einfach zusätzliche Räume und wir verlagern auch nicht lediglich bestehende Strukturen“, betonte Sebastian Mock. Ziel sei es, aus den Stärken der Einrichtungen eine gemeinsame medizinische Struktur zu entwickeln – fachlich eng verzahnt, mit moderner Infrastruktur und mit einer klaren Perspektive für eine dauerhaft leistungsfähige Gesundheitsversorgung in der Region.

Der laufende Betrieb an den bestehenden Standorten bleibt bis zur Verlagerung der jeweiligen Bereiche uneingeschränkt bestehen. Parallel werden Bau, Medizintechnik, Organisation und künftige Behandlungspfade Schritt für Schritt auf den gemeinsamen Standort vorbereitet. Mit dem Richtfest ist nun eine weithin sichtbare Etappe erreicht. Was beim Spatenstich noch Zukunft und bei der Grundsteinlegung vor allem Fundament war, hat inzwischen die Konturen eines Krankenhauses angenommen. Der Neubau am Seilerweg ist damit nicht nur eines der größten Bauprojekte des Landkreises. Er wird zum sichtbaren Ort der Neuordnung der Gesundheitsversorgung in Hersfeld-Rotenburg. +++


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