OloV-Netzwerktreffen bot neue Impulse zum Thema Übergang Schule-Beruf

Schülervertretung: Ausbildung und Lehre können für viele eine gute Lösung sein

Bildeten das Präsenztteam beim OloV-Netzwerktreffen (von links): Moderator Mattias Feuerstein, Anni Bindewald, Frank Blasinger, Claudia Beck, Sophie Wehner, Ralf Kleemann, Andreas Baur und Ulrich Nesemann. Foto: Stadt Fulda

Den Übergang von Schule in den Beruf erleichtern, das ist das Ziel des jährlich stattfindenden OloV-Netzwerktreffens vor wenigen Tagen. In diesem Jahr stand dabei die Shell-Jugendstudie im Fokus, welche unter anderem die Erwartungen von Jugendlichen an ihre zukünftigen Arbeitsplätze beleuchtet. Seit mehr als zehn Jahren steht OloV für die „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf“. Auch in der Region Fulda wird das hessenweite Programm seit vielen Jahren durch die beteiligten Akteurinnen und Akteure engagiert mit Leben gefüllt. Das jüngste Netzwerktreffen fand in der vergangenen Woche in hybrider Form im DB-Trainingscenter in Fulda statt – beteiligt waren in Präsenz beziehungsweise online zugeschaltet Vertreterinnen und Vetreter aus Schulen, Betrieben und öffentlichen Institutionen.

„Rund 120 Teilnehmende brachten diesmal wirklich Leben in das OloV-Netzwerktreffen, mit so vielen Anmeldungen hatten wir bei einer Online-Veranstaltung gar nicht gerechnet”, freute sich Anni Bindewald von der OloV-Regionalkoordination Stadt Fulda. Die große Resonanz zeige, wie wichtig der Bedarf an einem gemeinsamen Austausch sei. „Es gibt einfach zu viele unbesetzte Ausbildungsplätze – hier ist der Austausch zwischen Schülern und Betrieb enorm wichtig. Die Azubis fehlen später als Fachkräfte“, ergänzte Ulrich Nesemann (Landkreis Fulda), ebenfalls Teil der Regionalkoordination, weiter aus. So sei es wichtig, schon während der Schulzeit in Kontakt mit Arbeitsscoaches zu treten und sich Gedanken zu machen, wie es später weitergehen soll. So werde verhindert, dass die Schüler nach ihren Prüfungen erstmal in ein „Loch“ fallen, das der Orientierungslosigkeit geschuldet sei.

Neben einem Impulsvortrag zur „18. Shell Jugendstudie – Eine Generation meldet sich zu Wort”, welche durch Ingo Leven, einen der Co-Autoren, per Online-Zuschaltung vorgestellt wurde, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter anderem mit Ralf Kleemann (Konrektor der Konrad-Adenauer-Schule Petersberg), Frank Blasinger (Leiter gewerblich/technische Ausbildung der JUMO GmbH & Co. KG), Andreas Baur (HR-Manager, Element Six GmbH), Claudia Beck (Vorsitzende des Stadtelternbeirates Fulda) sowie Sophie Wehner (Stellvertretende Stadtschulsprecherin und Landesschülerratsdelegierte) austauschen und wertvollen Input sammeln.

Nach dem von Teilnehmenden als „äußerst informativ und hilfreich“ bezeichnetem Vortrag ging es im Rahmen des Hybridmodells mithilfe von „Moderierten Tischen“ über SpatialChat in Kleingruppen weiter. „Wir wollen auf diese Weise den unterschiedlichen Akteuren der Berufswelt, wie auch den teilnehmenden Eltern- und Schülervertretern die Möglichkeit geben, einander zu verstehen, um den Übergang von der Schule in den Beruf noch besser zu gestalten”, erklärte OloV-Regionalkoordinator Nesemann. Ziel der Veranstaltung sei, die Qualität der Prozesse im Übergang Schule-Beruf zu sichern und Parallelstrukturen zu vermeiden, sodass Jugendliche den Einstieg in ihre berufliche Zukunft ohne unnötige Umwege, Abbrüche und Warteschleifen schaffen. Neben vielen positiven Rückmeldungen wurden besonders das Format der Podiumsdiskussion und die smarte Moderation durch Matthias Feuerstein vom Bildungsbüro des Landkreises Fulda hervorgehoben. Auch 2022 wird es wieder ein OloV-Netzwerktreffen in Fulda geben. Der thematische Schwerpunkt soll im Austausch mit regionalen Unternehmen entwickelt werden, so der Wunsch einiger Teilnehmer.

Schülervertretung: Ausbildung und Lehre können für viele eine gute Lösung sein

„Gerade an Gymnasien besteht im Bereich der Berufsorientierung noch Nachholbedarf, denn anders als an Haupt- und Realschulen gibt es hier zum Beispiel leider keine Arbeitscoaches, welche die Schüler beraten könnten. Hier muss dringend nachgezogen werden!“, fordert die Co-Vorsitzende der Schülervertretung Fulda, Sophie Wehner. Außerdem sei es wichtig zu erkennen, dass das Studium nach dem Abitur nicht der einzige Weg ist, der den Schüler offen steht. „Auch Ausbildung und Lehre können für viele eine gute Lösung sein!“, erklärt die Schülervertreterin entschieden. Von den Eltern wünsche sie sich, dass sie Ihre Kinder aktiv begleiten und in ihren Entscheidungen fördern. Gerade auch zu verstehen, dass der eine Job fürs Leben nicht mehr der Lebensrealität der jungen Generation entspreche, sei für viele eine Herausforderung. „Der soziale Hintergrund darf die beruflichen Werdegänge von Schüler keinesfalls vorbestimmen.“, bekräftigt Claudia Beck, welche als Vertreterin der Elternschaft in ihrer Funktion als Vorsitzende des Stadtelternenbeirats an dem Treffen teilnahm. Nachdrücklich fordert sie zu einem umdenken in der Gesellschaft auf: Dringend müsse man verstärkt die auf die Stärken der Schüler blicken und diese Fördern, statt stets auf die Schwächen. Auch sie findet, dass es dringend multiprofessionelle Teams an Schulen brauche. +++

Es gibt einige Regeln, die alle Diskussionsteilnehmer einhalten müssen. Wir bitten um Beachtung.

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