Die Stadt Fulda stellt sich auf die Folgen des Klimawandels ein. Längere Hitzeperioden, häufigere Starkregenereignisse und zunehmende Trockenphasen seien längst keine abstrakten Zukunftsszenarien mehr, sondern bereits heute im Stadtgebiet spürbar. Nun arbeitet die Verwaltung an einem eigenen Klimaanpassungskonzept, das Risiken erfassen, bestehende Maßnahmen bündeln und neue Strategien vorbereiten soll. Dabei setzt die Stadt ausdrücklich auf Beteiligung aus der Bevölkerung sowie auf die Expertise von Fachleuten.
Wie es in einer Pressemitteilung heißt, versteht die Stadt Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe. Während Klimaschutz vor allem darauf zielt, den Ausstoß von CO₂ zu verringern, geht es bei der Anpassung an den Klimawandel darum, mit den bereits sichtbaren Folgen umzugehen. Mehr Grünflächen und Schattenbereiche gegen Hitze, eine bessere Rückhaltung von Regenwasser sowie Schutzmaßnahmen für besonders belastete Bevölkerungsgruppen zählen zu den zentralen Themen.
Hintergrund ist auch das Klimaanpassungsgesetz des Bundes, das öffentliche Stellen verpflichtet, Klimarisiken bei Planungen und Entscheidungen stärker zu berücksichtigen. Die Fuldaer Stadtverordnetenversammlung hatte bereits im vergangenen Jahr beschlossen, ein entsprechendes Konzept auf den Weg zu bringen. Zugleich ist das Vorhaben Teil der Fortschreibung des kommunalen Klimaschutzkonzepts und steht in Verbindung mit weiteren Planungen wie dem Hitzeaktionsplan.
Seit März 2026 arbeitet das Klimaschutzmanagement der Stadt gemeinsam mit zwei Fachbüros an dem Konzept. Aktuell werde untersucht, welche Stadtgebiete besonders von Hitze, Starkregen oder anderen klimatischen Belastungen betroffen sind. Parallel dazu laufen Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung und Fachorganisationen, um bestehende Strukturen, Erfahrungen und Handlungsbedarfe zusammenzutragen.
Ende Juni soll eine Online-Umfrage starten, bei der Bürgerinnen und Bürger ihre Beobachtungen und Vorschläge einbringen können. Für den Sommer ist außerdem ein öffentlicher Klimaspaziergang geplant. Dabei sollen Orte in Fulda besucht werden, an denen sich Hitze, fehlende Beschattung oder starke Versiegelung besonders bemerkbar machen.
Im weiteren Verlauf sind fachübergreifende Workshops vorgesehen, bei denen konkrete Maßnahmen entwickelt werden sollen. Eingeladen sind unter anderem Fachleute aus Wasserwirtschaft, Gesundheitswesen, Wohnungswirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz. Das fertige Klimaanpassungskonzept soll Anfang 2027 vorgestellt und anschließend den politischen Gremien vorgelegt werden. Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten will die Stadt rechtzeitig über ihre Website, soziale Netzwerke und Presseinformationen veröffentlichen. +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar