Neue Hinweiskarte für Hessen: Wo Starkregen und Überflutungen zur Gefahr werden

Im vergangenen Jahr wurden in Hessen 28 Starkregenereignisse registriert. Solche Wetterlagen können innerhalb kürzester Zeit erhebliche Schäden anrichten und auch weit abseits bestehender Gewässer zu unvorhersehbaren Überflutungen führen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels steigt die Wahrscheinlichkeit, dass derartige Ereignisse künftig häufiger und mit größerer Intensität auftreten. Um Risikobereiche frühzeitig transparent zu machen, hat das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) in enger Zusammenarbeit mit dem Land Hessen die „Hinweiskarte Starkregengefahren“ freigeschaltet. Die Anwendung bietet erstmals eine flächendeckende Übersicht über errechnete Gefahrenbereiche bei außergewöhnlichen sowie extremen Niederschlägen.

„Mit der nun veröffentlichten Karte steht ein weiteres Instrument zur Verfügung, sich über die persönliche Gefährdung durch Starkregenereignisse zu informieren und entsprechende Anpassungsmaßnahmen vorzunehmen. Damit schaffen wir eine wichtige Voraussetzung für zielgenaue Präventionsmaßnahmen“, erklärte Umweltstaatssekretär Michael Ruhl. Auch BKG-Präsident Prof. Dr. Steffen Schön unterstrich die Bedeutung des Vorhabens: „Starkregenereignisse kennen keine administrativen Grenzen und können überall zu gefährlichen Überflutungen führen. Deshalb benötigen wir eine Karte, die diese Gefahr bundesweit einheitlich und vergleichbar sichtbar macht. Mit der Veröffentlichung der Karte von Hessen kommen wir unserem Ziel näher, flächendeckend Gefahrenhinweise bereitzustellen, die in der Starkregenvorsorge und in akuten Katastrophenlagen wertvoll sind.“

Besonders anfällig sind Städte und Gemeinden in Quartieren mit vielen versiegelten Flächen. Vor allem in Tälern, Senken sowie in unterirdischen Bauwerken wie Kellern oder Unterführungen sammelt sich das Wasser bei Starkregen oft binnen Minuten und kann massive Schäden verursachen. Die Hinweiskarte verdeutlicht flächendeckend, welche Dynamik die Wassermassen außerhalb von Fließgewässern entwickeln. Nutzer können dort die maximal erreichte Wassertiefe, die jeweilige Fließrichtung und die maximale Fließgeschwindigkeit einsehen. Dabei lässt sich zwischen zwei Szenarien wählen: einem außergewöhnlichen Starkregen mit einer statistischen Wiederkehrzeit von 100 Jahren, was einer Niederschlagsmenge von rund 40 bis 50 Millimetern in einer Stunde entspricht, sowie einem extremen Unwetterszenario mit einer Niederschlagshöhe von 100 Millimetern bei gleichbleibender Intensität innerhalb einer Stunde. +++


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