Landrat Stolz besucht Schlüchterner Treffpunkt „Kostbar“ und lobt Projekt

Gute Waren für kleines Geld

Landrat Thorsten Stolz (rechts) besuchte den Diakonieladen in Schlüchtern und informierte sich bei Dekan Wilhelm Hammann über das Angebot. Unser Bild zeigt außerdem (von links): Rosemarie Böttcher, Susanne Auth, Susanne Haaß, Marie Jacob und Mina Seifikar.

„Der Diakonieladen in Schlüchtern ist ein wunderbares Beispiel für Nachhaltigkeit in einer Welt, in der immer noch viel zu viel weggeworfen wird. Er bietet gleichzeitig Menschen, die mit wenig Geld zurechtkommen müssen, die Möglichkeit, gute Kleidung und andere Gebrauchsgegenstände zu erwerben, die sie sich zu regulären Preisen vielleicht nicht leisten könnten und ist deshalb ein doppelter Glücksfall“, erklärte Landrat Thorsten Stolz und fügte hinzu: „All das wird durch vorbildliches bürgerschaftliches Engagement ermöglicht, ohne dass es in unserer Gesellschaft nicht geht.“

Bei seinem Besuch im Diakonieladen „Kostbar – Treffpunkt Diakonie“ in der Dreibrüderstraße 1 in Schlüchtern informierte sich der Landrat über das Laden-Projekt, das vom Kirchenkreis Kinzigtal getragen wird und ließ sich von Dekan Wilhelm Hammann und der Leiterin des Diakonieladens, Susanne Auth, die Abläufe in den 120 Quadratmeter großen Räumlichkeiten schildern. „Der Diakonieladen ist seit seiner erstmaligen Öffnung 2011 eine beliebte Anlaufstelle. Der Warenzulauf ist groß, auch die Nachfrage ist da. Es geht hier nicht nur um den Austausch von guten Waren zu günstigen Preisen, sondern auch darum, dass hier Menschen aufeinandertreffen, unabhängig von der Größe ihres Einkommens oder ihrer Nationalität“, sagte Wilhelm Hammann. Schnell habe sich herauskristallisiert, welches Konzept sinnvoll ist: Wer möchte, spendet seine gut erhaltenen, sauberen und neuwertigen Schuhe, Kleidung, Geschirr, Besteck oder Töpfe. Das Helferteam sichtet und sortiert die Waren, bevor sie ins Regal oder an den Kleiderständer kommen. „Hier ist viel Handarbeit nötig, aber die Arbeit macht Spaß und ist sinnvoll“, sagte Susanne Auth. „Es ist uns sehr wichtig, dass die angebotenen Sachen alle in einem sehr guten Zustand sind. Die Waren werden deshalb auch nicht verschenkt, sondern für wenig Geld angeboten und sind deshalb auch keine Almosen. Das hat etwas mit Würde zu tun“, sagte Wilhelm Hammann. „All diese wirklich noch verwertbare Kleidung und der Hausrat würden sonst vielleicht nutzlos in einem Schrank liegen. Hier besteht jedoch die Möglichkeit, damit anderen Menschen eine Freude zu machen, die sie gut gebrauchen können“, stellte der Landrat fest. Der Umgang mit den ganz unterschiedlichen Menschen, die in den Laden kommen, sei für das Helferteam mitunter eine Herausforderung, gerade wenn es um sprachliche Hürden geht. Jedoch überwiege immer auch die Freude daran, dass es eine sinnvolle Tätigkeit ist. Kein Wunder, dass viele aus der Anfangszeit immer noch dabei sind und mit anpacken, um den Laden am Laufen zu halten. Auch wenn das wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht immer einfach war.

Der Laden trägt sich in wirtschaftlicher Hinsicht zu normalen Zeiten selbst. Durch die Einnahmen aus den Verkäufen werden Miete, Strom und Wasser bezahlt. Hier kam es wegen der Corona-Einschränkungen zu großen Einbußen. Um dem Diakonieladen dabei zu helfen, diese schwierige Zeit zu überbrücken, unterstützt der Main-Kinzig-Kreis die Einrichtung mit 10.000 Euro. „Die Förderung des Main-Kinzig-Kreises soll dabei helfen, dieses wichtige Projekt zu erhalten. Das Angebot ist für viele Menschen in der Region eine wichtige Stütze“, sagte Thorsten Stolz und bedankte sich bei den rund 20 Helferinnen und Helfern für ihr Engagement. In den Diakonie-Räumlichkeiten finden normalerweise auch Frühstückstreffen statt, die gerade von Älteren immer gut angenommen worden seien. Derzeit sei dies aber nicht möglich. „Es gibt immer mehr ältere Menschen, die ohne Familie sind und für die es eine Bereicherung darstellt, wenn sie sich in geselliger Runde austauschen können. Das kann hoffentlich bald wieder stattfinden“, sagte der Landrat. Der Diakonieladen ermöglicht einen regen Austausch zwischen den Menschen, auch innerhalb des ehrenamtlich tätigen Helferteams, das schon zahlreiche Ausflüge unternommen hat. „So wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, was dem Projekt insgesamt zugutekommt“, stellte der Landrat fest. Hinzu kommt die räumliche Nähe des regionalen Diakonischen Werks, das seine Beratung zu den unterschiedlichsten Lebensbereichen im selben Gebäude anbietet. „Dadurch können die Menschen, die den Laden besuchen oder an einer der Beratungen teilnehmen, alle für sie wichtigen Angebote nutzen – auf kurzen Wegen“, erklärte Wilhelm Hammann. +++ pm

INFO
Sachspenden können montags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr in der Dreibrüderstraße 1 in Schlüchtern abgegeben werden. Der Laden hat dienstags und freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr und mittwochs von 13.30 bis 16.30 geöffnet. Besonders nachgefragt ist neben Kleidung für Erwachsene auch Babybekleidung und Kleidung für Kinder, aber auch Kochtöpfe, Pfannen sowie Besteck und Geschirr. Das Ladenteam ist per E-Mail unter kostbar-diakonie@gmx.de erreichbar.

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