Land Hessen legt Rekordprogramm für Sportstätten und Talente auf

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Die Präsidentin des Landessportbund Hessen Juliane Kuhlmann und Sportministerin Diana Stolz. (v.l.) Foto: HMFG

Hessen kündigt Rekordoffensive für Sportstätten und Nachwuchsförderung an

Die hessische Landesregierung will den Sport im Land mit einer bislang beispiellosen Investitionsoffensive stärken. Sportministerin Diana Stolz sprach am Freitag bei einer Pressekonferenz im Deutschen Architekturmuseum von einem „starken Signal“ für die Menschen in Hessen. Das Geld fließe „jetzt in die Hallen und Plätze“, sagte die CDU-Politikerin. Es gehe um mehr als nur neue Anlagen und sanierte Gebäude. Sport fördere Gemeinschaft, stärke die Gesundheit und ermögliche aktives Altern.

Kernstück der Pläne ist ein neues „Sondervermögen Sport“, mit dem das Land in den kommenden zwölf Jahren zusätzlich 130 Millionen Euro in die Sportinfrastruktur investieren will. Zusammen mit dem Rekordetat für das Jahr 2026 und weiteren Mitteln für Nachwuchs- und Spitzensport soll damit ein umfassender Modernisierungsschub ausgelöst werden. Der Sporthaushalt steigt im kommenden Jahr um 12,7 Prozent auf 35,6 Millionen Euro. Bereits 2025 lag er bei 31,6 Millionen Euro. Finanziert wird das Sondervermögen unter anderem durch Mittel des Bundes aus dem Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz sowie durch höhere Einnahmen aus dem Glücksspielgesetz.

Stolz sprach von einem „riesigen Push“ für die Sportinfrastruktur im Land. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Schwerpunkte. Besonders deutlich fällt die geplante Ausweitung der Förderung für vereinseigene Sportstätten aus. Die bisherige Maximalförderung von 200.000 Euro soll auf eine Million Euro steigen. Gleichzeitig erhöht das Land die Förderquote von bislang 20 auf künftig 35 Prozent. Auch die Zahl der Projekte, die gefördert werden können, soll verfünffacht werden.

Die Ministerin verwies darauf, dass damit künftig auch kostenintensive Sanierungen oder Neubauten realisierbar würden. Viele Vereine seien in den vergangenen Jahren an den finanziellen Hürden gescheitert. Durch die höhere Förderung würden die Eigenanteile deutlich sinken. „Damit wird insgesamt viel mehr möglich“, sagte Stolz.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Leistungssport. Das Land wolle gezielt herausgehobene Projekte fördern und bessere Trainingsbedingungen in der Fläche schaffen. Talente gebe es überall in Hessen, sagte die Ministerin. Junge Sportlerinnen und Sportler sollten deshalb möglichst wohnortnah gefördert werden können.

Besondere Bedeutung misst die Landesregierung zudem dem geplanten „Campus Sportdeutschland“ im Frankfurter Stadtwald bei. Dort soll ein zentraler Standort für den deutschen Spitzensport entstehen. Stolz bezeichnete das Vorhaben als Zukunftsprojekt, das Hessen dauerhaft als bedeutenden Sportstandort stärken werde.

Auch der Landessportbund Hessen sieht in den zusätzlichen Mitteln ein deutliches politisches Signal. Präsidentin Juliane Kuhlmann erklärte, moderne und attraktive Sportstätten seien die Grundlage sowohl für den Vereinssport als auch für Spitzenleistungen. Die Erhöhung des Sporthaushalts und das Sondervermögen unterstrichen, dass Sport in Hessen als zentrales Politikfeld verstanden werde.

Der Landessportbund ist selbst am Projekt „Campus Sportdeutschland“ beteiligt. Geplant ist dort unter anderem ein neues Sportinternat. Künftig sollen mehr Nachwuchsathletinnen und -athleten unter besseren Bedingungen aufgenommen werden können. Kuhlmann sprach von einer massiven Verbesserung der Förderkulisse und größerer Planungssicherheit für Vereine.

Sportvereine mit geplanten Bauvorhaben können sich künftig mit Projektbeschreibungen und Kostenschätzungen an Landkreise, kreisfreie Städte oder Städte mit Sonderstatus wenden, um in die Vorschlagslisten für das Förderprogramm aufgenommen zu werden. Gleichzeitig arbeitet die Landesregierung an einer umfassenden Digitalisierung der Sportstättenförderung. Ziel ist ein vollständig digitales und schnelleres Antragsverfahren mit weniger bürokratischem Aufwand.

Neben der Infrastruktur soll auch der Nachwuchsleistungssport weiter gestärkt werden. Grundlage dafür bleibt der sogenannte „Hessische Weg“, die seit 2018 bestehende Strategie zur Neuausrichtung des Leistungssports im Land. Nach den Olympischen und Paralympischen Spielen 2024 wurde das Konzept umfassend evaluiert. Die Bilanz liegt nun unter dem Titel „Leistungsbilanz Hessischer Weg“ vor.

Kuhlmann sagte, die Grundausrichtung habe sich bestätigt. Notwendig sei kein Neustart, sondern eine Weiterentwicklung. Im Austausch mit Landesregierung, Verbänden, Trainerinnen und Trainern sowie Vereinen habe sich gezeigt, dass insbesondere die Bedingungen für Trainer verbessert werden müssten. Wer auch künftig im bundesweiten Nachwuchs- und Spitzensport eine führende Rolle spielen wolle, müsse erfolgreiche Trainerinnen und Trainer angemessen bezahlen.

Auch das Sportministerium sieht dort Handlungsbedarf. Zwar könne sich die Förderung im hessischen Landestrainer-Programm bundesweit sehen lassen, sagte Stolz. Um erfolgreiche Trainer im Land zu halten und den Beruf attraktiv zu machen, seien aber zusätzliche Anstrengungen nötig. Deshalb hätten Landessportbund und Ministerium die Förderung erneut erhöht. Auch die Jahresförderung für leistungssporttreibende Vereine wurde um 50 Prozent auf nun 300.000 Euro jährlich angehoben.

Mit Blick auf mögliche Olympische Spiele in Deutschland zwischen 2036 und 2044 verwies die Ministerin auf die langfristige Dimension der Investitionen. Die aussichtsreichsten Medaillenkandidatinnen und -kandidaten von morgen trainierten bereits heute in den Vereinen. Hessen investiere deshalb schon jetzt in Talente, Trainerinnen und Trainer sowie moderne Strukturen. +++


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