Jobabbau bei Fulda-Reifen – Klotzsche: Landesregierung muss handeln

Entwicklung ist kein Einzelfall

Im Zusammenhang mit dem angekündigten Abbau von 1.100 Arbeitsplätzen in den Goodyear Dunlop Werken Hanau und Fulda erklärt Mario Klotzsche, Kreisvorsitzender der Freien Demokraten in Fulda:
„Die Fuldaer Reifenwerke gehören zum Aushängeschild des Produktionsstandorts Fulda. Wenn hier mehrere hundert Arbeitsplätze gestrichen werden, trifft das die gesamte Region. Jetzt muss es darum gehen die Beschäftigten zu unterstützen, die jeden Tag im Werk hart arbeiten und ihre Familien ernähren. Die hessische Landesregierung ist deshalb gefordert und muss mit dem Unternehmen über Alternativen sprechen und Unterstützung anbieten. Im Mittelpunkt muss jetzt stehen, den Menschen wieder Perspektiven zu geben.“

Klotzsche: „Leider ist die Entwicklung kein Einzelfall. Immer mehr Arbeitsplätze in der hessischen Industrie fallen weg. Wella in Hünfeld, Siemens in Offenbach sind nur einige Beispiele. Ein Grund für die Entwicklung ist auch die autofeindliche Politik von Bundes- und Landesregierung, denn Fahrverbote schwächen die Autowirtschaft und gefährden Arbeitsplätze. Auch die hohen Subventionen für erneuerbare Energien belasten Bürger und Wirtschaft. In Hessen kommt dazu, dass mit Tarek Al-Wazir ein Grüner Wirtschaftsminister ist, der durch Desinteresse an der Industrie auffällt. Wenn es hier keinen Kurswechsel gibt, fürchte ich um weitere Jobs in der Region.“

Mathias Kollmann, Vorsitzender der in Gründung befindlichen Liberalen Mittelstandsvereinigung Fulda erklärt dazu: „Wir müssen uns in der Region Fulda ernsthafte Gedanken machen. Die Automatisierung in der Industrie führt zu massiven Strukturveränderungen. Nach Studien des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit sind rund 45.000 Arbeitsplätze im Landkreis Fulda mit hoher oder mittlerer Wahrscheinlichkeit vom Wegfall bedroht. Das ist mehr als die Hälfte aller Jobs. Deshalb ist es wichtig, dass wir das Fuldaer Geschäftsmodell „Werkbank“ anpassen und mehr für Forschung, Entwicklung und Digitalisierung tun. Wir müssen unsere digitale Wettbewerbsfähigkeit dringend verbessern, sonst werden wir abgehängt. Bei uns gibt es zu wenige Labors, zu wenige Startups im Vergleich zu anderen Standorten. Deshalb fordern wir beispielsweise von Landkreis und Stadt Fulda die Gründung eines Gründer- und Innovationszentrums, am besten im Umfeld der Hochschule Fulda, und einen Innovationswettbewerb mit Schwerpunkt digitale Geschäftsmodelle. +++

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1 Kommentar

  1. Herr Klotzsche, weder die “autofeindliche Politik” irgendeiner Regierung noch “Subventionen für erneuerbare Energien” von woher auch immer haben mit diesen Schritten irgendetwas zu tun. Es geht um Rationalisierung durch Produktionsautomation, also Fabriken, die fast vollautomatisch funktionieren – wie eine einzige große Maschine. Dafür bietet sich die Reifenindustrie hervorragend an, denn heute sind dort viele Prozessschritte automatisierbar, die vor ein paar Jahren noch das Eingreifen von Menschen erfordert haben. Schauen Sie sich die Alterspyramide genau an, gehen Sie mal hin und schauen Sie mal nach, wer die Arbeit macht, die da demnächst wegfällt. Lassen Sie sich mal erklären, wie hoch z.B. die Fluktuation auf diesen Arbeitsplätzen so ist. Oder besser: Ziehen Sie sich mal blaue Klamotten an und machen Sie einen Tag lang selber diese Arbeit, die Sie für so furchtbar unverzichtbar halten. Da werden Sie nach der Mittagspause spätestens selbst nach dem Roboter schreien, der Sie erlöst.

    Herr Kollmann hat Recht, wenn er ein Gründer- und Innovationszentrum fordert. Allerdings ist die FH für die Einrichtung eines solchen Zentrums zu wenig technologielastig. Ein mittlerweile verstorbener Politiker hatte mal gefordert, in Hessen mehr zu neuen Antriebstechnologien zu forschen, man hat ihn verlacht und ihm erklärt, hier sei kein Zentrum für diese Sparte. Heute merkt man, dass im angestammten Bereich demnächst massenweise Arbeitsplätze wegfallen und reibt sich die Augen. Allerdings ist das Problem in Hessen gar nicht die fehlende Innovation, nach meiner Kenntnis gibt es durchaus genug junge kreative Menschen, die gründen wollen und würden. Sie gründen aber nicht hier, weil hier in Hessen wie kaum irgendwo sonst die Bedingungen extrem schlecht sind. Man bekommt hier schwer Kapital und so gut wie keine politische Unterstützung. Schon in RLP tun sich die Leute viel leichter und gründen fröhlich ihr Unternehmen.

    Ich hoffe, dass die Politik und die Interessenverbände das Unternehmen begleiten und unterstützen, aber nicht versuchen, Arbeitsplätze zu verteidigen, die es in Kürze weder hier noch sonstwo auf der Welt mehr geben wird. Seien wir doch froh, dass diese Knochenjobs wegfallen und wir unsere knappen jungen Leute demnächst in angenehmere Verhältnisse schicken können. Und seien wir froh, dass solch hochautomatisierte Produktion bei uns stattfindet statt sonstwo. Die Aufgabe für die Politik ist vielmehr, z.B. über gerechte Steuermodelle für diese Veränderung nachzudenken und ein Leben in der Welt von Industrie 5.0 vorzudenken und einmal zu gestalten.

Demokratie braucht Teilhabe!