Hünfelder SV und der Charaktertest am Samstag gegen Hadamar

Niemand möchte den zweiten Schritt vor dem ersten tun. Niemand. Auch die Kicker des Hünfelder SV nicht. Gleich zweimal dürfen sie sich in ihrer Rhönkampfbahn wohlfühlen: am kommenden Dienstag gegen den Regionalligisten im Hessenpokal – und zunächst am Samstag in der Hessenliga gegen den SV Rot-Weiß Hadamar; Anstoß: 15 Uhr. Dass in den Köpfen der Spieler zunächst nur die erste Aufgabe wichtig ist, verdeutlichen die Worte des Trainers Benjamin Fuß: „Nur die Liga zählt.“ Im Vergleich des Siebten aus Hünfeld gegen den den Sechsten Hadamar, der sich inzwischen vorbeigeschoben hat am HSV und einen Punkt mehr auf seinem Konto hat. Zu einem Zeitpunkt, an dem mittlerweile gut die Hälfte der Vorserie absolviert ist – neun von 17 Spielen.

Hadamar sei als Wieder-Aufsteiger weitgehend zusammen geblieben und habe sich noch verstärkt, betont Hünfelds Coach. Der Gegner bringe Schnelligkeit im Spiel mit, sei gut organisiert. Und er verfüge in Raoul Petak über einen jungen, gefährlichen Stürmer – der Konkurrent Eddersheim wohl schon zugesagt hatte, aber dann doch blieb. Letzthin besiegte Hadamar Regionalliga-Absteiger Alzenau klar mit 3:0; Tolga Demirbas, Mohamed Zouaoui und Esad Smailji trafen. In einer kurzen Video-Analyse informierte Fuß sein Team über Stärken des Kontrahenten. Auch über das Verhalten bei Standard-Situationen, Eckball-Varianten und mehr. Der Coach sagt: „Wir wissen, was auf uns zukommt.“

Unterdessen hat Fuß auch die aktuelle Situation mit seiner Mannschaft ausgewertet und besprochen. Ausführlich und eindringlich. Nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen. Zuletzt beim CSC Kassel fehlte es dem HSV auch und vor allem an den Basics. „Wir haben uns länger zusammengesetzt. Ich glaube, dass es jedem gutgetan hat“, erklärte er. Elemente wie das Zweikampfverhalten, Anlaufen oder andere Punkte wurden thematisiert – und kamen offenbar an. „Das haben mir die Trainingseinheiten am Montag und Dienstag gezeigt“, ließ der Trainer ein Stückchen seiner Fußball-Seele da.

Wie seine Erwartung denn für Samstag sei? „Ich bin immer positiv“, bekennt Fuß, „bei mir ist das Glas immer halbvoll. Klar ist auch: Wir müssen jetzt mehr zusammenhalten. Enger zusammenrücken. Mehr Verantwortung übernehmen.“ Positiv auch, dass sich dem Coach wieder mehr personelle Alternativen bieten. Mark Zentgraf hat schon wieder bei der zweiten Mannschaft des HSV in der Kreisoberliga mitgemischt, Aaron Gadermann ist wieder ins Training eingestiegen. Jakob Göbel fehlt indessen nach seiner Roten Karte beim CSC – er hat aber nur ein Spiel Sperre bekommen. Jetzt aber zählt erst einmal nur die Aufgabe gegen Hadamar. Alles andere sei, wie der Trainer betont, Zugabe. Das Spiel am Samstag ist ein Test des Charakters. +++ rl


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