Freiwillige Feuerwehr Hainzell seit 100 Jahren im Dienst der Gemeinschaft

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Innenminister Roman Poseck verleiht Wehrführer Sebastian Schmitt anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Hainzell die Ehrenplakette des Landes Hessen. Foto: HMdI / Klaus Mendrzick

Die Freiwillige Feuerwehr Hainzell steht seit einem Jahrhundert für ehrenamtliches Engagement, Verlässlichkeit und Verantwortung. Zum 100-jährigen Bestehen hat Innenminister Roman Poseck der Feuerwehr die Ehrenplakette des Landes Hessen verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt das Land die langjährigen Verdienste der Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner, die sich über Generationen hinweg für den Schutz und die Sicherheit der Menschen in Hainzell eingesetzt und zugleich einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt geleistet haben.

„100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hainzell sind ein besonderes Jubiläum und ein beeindruckendes Zeichen für Verantwortung und ehrenamtliches Engagement“, sagte Poseck anlässlich der Verleihung. Ein Jahrhundert Feuerwehrgeschichte bedeute zugleich ein Jahrhundert Kameradschaft und Zusammenhalt. Über viele Generationen hinweg hätten sich Menschen in Hainzell für ihre Feuerwehr engagiert und damit Verantwortung für das Gemeinwesen übernommen.

Damit verweist das Jubiläum auf eine Bedeutung, die über den eigentlichen Einsatzdienst hinausgeht. Die Freiwillige Feuerwehr ist nach den Worten des Innenministers nicht nur ein unverzichtbarer Bestandteil des Brand- und Katastrophenschutzes, sondern zugleich ein wichtiger Teil der Dorfgemeinschaft. Gerade dort, wo Strukturen des öffentlichen Lebens unmittelbar von ehrenamtlichem Engagement getragen werden, wird sichtbar, welchen Wert die Bereitschaft hat, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Die Aufgaben der Feuerwehren beschränken sich längst nicht mehr auf die klassische Brandbekämpfung. Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner stehen rund um die Uhr bereit, helfen bei Bränden, Unwettern, Verkehrsunfällen und zahlreichen anderen Notlagen. Sie leisten diesen Dienst freiwillig und in ihrer Freizeit. Für Poseck ist das ein Engagement, das Respekt und Anerkennung verdient.

Das 100-jährige Bestehen ist deshalb nicht allein ein Anlass für einen Blick zurück. Es stellt zugleich die Frage, wie die Feuerwehr für die kommenden Jahrzehnte aufgestellt werden kann. Die Anforderungen an den Brand- und Katastrophenschutz wachsen. Umso wichtiger sei es, die Feuerwehren auch künftig gut auszustatten und ihnen die Voraussetzungen für ihre Aufgaben zu schaffen. Entscheidend bleiben dabei die Menschen selbst: Ohne Frauen und Männer, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, lässt sich auch die beste technische Ausstattung nicht in Einsatzbereitschaft übersetzen.

Eine besondere Rolle kommt deshalb der Kinder- und Jugendfeuerwehr zu. Sie schafft die Grundlage für die Feuerwehr von morgen und bietet jungen Menschen frühzeitig die Möglichkeit, Verantwortung, Gemeinschaft und praktisches Engagement zu erfahren. Nachwuchsgewinnung ist damit nicht nur eine Frage der personellen Zukunftssicherung, sondern auch eine Frage des Fortbestands ehrenamtlicher Strukturen in den Städten und Gemeinden.

Poseck dankte allen aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Hainzell, die die Feuerwehr in den vergangenen 100 Jahren geprägt haben. Sein besonderer Dank galt zudem den Familien und Arbeitgebern, die das ehrenamtliche Engagement unterstützen und damit überhaupt erst ermöglichen. Die Ehrenplakette des Landes Hessen sei ein Zeichen der Anerkennung für die Leistung vieler Generationen.

Der Innenminister gratulierte den mehr als 30 aktiven Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Hainzell ausdrücklich zum 100-jährigen Bestehen. Für die Zukunft wünschte er der Feuerwehr weiterhin Erfolg, engagierten Nachwuchs und vor allem, dass alle Einsatzkräfte nach ihren Einsätzen gesund zu ihren Familien zurückkehren. „Auf die Freiwillige Feuerwehr Hainzell ist auch in Zukunft Verlass“, erklärte Poseck.

Dass die Würdigung eines einzelnen Feuerwehrjubiläums zugleich auf die Rahmenbedingungen des gesamten Brand- und Katastrophenschutzes verweist, zeigt der Blick auf die Förderung des Landes Hessen. Die Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes gehört nach Angaben der Hessischen Landesregierung zu deren Schwerpunkten. Das Land investiert seit Jahren in Feuerwehrfahrzeuge, Feuerwehrhäuser und Technik, ebenso in die Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte an der Hessischen Landesfeuerwehrschule.

Allein im Jahr 2025 wurden 134 Fahrzeuge und 58 Baumaßnahmen an Feuerwehrhäusern mit mehr als 21 Millionen Euro gefördert. Mehr als 90 Prozent aller eingegangenen förderfähigen Anträge wurden bewilligt. Damit konnte das Land trotz der schwierigen Gesamthaushaltslage das hohe Niveau der Vorjahre halten.

Seit 2016 flossen insgesamt mehr als 200 Millionen Euro in die Förderung von mehr als 1.770 Einsatzfahrzeugen und rund 600 baulichen Maßnahmen. Die Zahlen machen deutlich, dass hinter dem öffentlich sichtbaren Einsatz einzelner Feuerwehren eine umfangreiche Infrastruktur steht, deren Finanzierung und Erhalt eine dauerhafte Aufgabe von Land und Kommunen bleibt.

Auch 2026 will die Hessische Landesregierung den Brand- und Katastrophenschutz weiter gezielt fördern und die Einheiten bedarfsgerecht stärken. Dafür stellt das Land erneut mehr als 21 Millionen Euro bereit. Hinzu kommen Mittel für die bewährten Landesbeschaffungsaktionen für TSF-W-Fahrgestelle, Mittlere Löschfahrzeuge (MLF) und Löschgruppenfahrzeuge (LF 10). In diesem Bereich werden neue Lieferverträge ausgeschrieben. Die Städte und Gemeinden sollen damit weiterhin von der Durchführung eigener Vergabeverfahren entlastet werden und zugleich leistungsfähige Fahrzeuge für ihre Feuerwehren erhalten.

Auch der Landkreis Fulda hat in den vergangenen Jahren von dieser Landesförderung profitiert. In den vergangenen zwei Jahren unterstützte das Land 13 Fahrzeuge und 22 bauliche Maßnahmen. Allein im Jahr 2025 wurden Zuwendungen für acht Fahrzeuge und vier bauliche Maßnahmen mit einem Volumen von mehr als 800.000 Euro bewilligt und vorbeschieden.

Das Beispiel Hainzell zeigt damit zweierlei: Feuerwehrgeschichte entsteht vor Ort, getragen von Menschen, die über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernehmen. Ihre Zukunft hängt jedoch ebenso davon ab, ob es gelingt, diese Bereitschaft zu erhalten und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Ein 100-jähriges Bestehen ist deshalb mehr als ein Blick auf die Vergangenheit. Es ist auch ein Auftrag, dafür zu sorgen, dass die Freiwillige Feuerwehr ihre Aufgabe als Teil des Brand- und Katastrophenschutzes und als tragende Säule der Gemeinschaft auch in den kommenden Generationen erfüllen kann. +++


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