Nachdem im Oktober des vergangenen Jahres die Idee entstanden ist, wurde am Mittwoch, dem 30. September 2026, einem für Ende September überaus warmen Herbsttag, für das Ärztehaus Fulda-West, in der Ernst-Barlach-Straße 1, in Fulda-Sickels, im Beisein von Städträten, Mitgliedern der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung, Magistratsmitgliedern und am Projekt Beteiligten feierlich der Grundstein gelegt.
Wie Bauherr Manfred Hommel bei dem Termin herausstellte, habe man nach nur 10 Monaten, nachdem die Idee entstand, mit den Erdarbeiten beginnen können. Aktuell ist man gerade dabei, den Rohbau zu installieren. Namentlich neben dem Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Stadtbaurat Daniel Schreiner als hauptamtliche Magistratsmitglieder wurden außerdem Projektmanager Julian Rudolf (Stadt Fulda), der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda, Michael Konow, der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Dr. Thomas Bobke (SPD), die Stadträte Susanne Jobst (CDU) und Stefan Grauel (CDU), der Vorsitzende des Ausschusses für Bauwesen, Stadtplanung, Klimaschutz und Mobilität in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung und stellvertretende Vorsitzende der CDU-Stadtverordnetenfraktion sowie Vorsitzende des Aufsichtsrates der Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG Michael Ruppel, die stellvertretende Vorsitzende der Volt-Stadtverordnetenfraktion sowie ebenso Mitglied des betreffenden Ausschusses, Anna Kleespies, der Stadtverordnete Peter Bleuel (Mitglied im Bauausschuss) begrüßt. Vom Vorstand der Raiffeisenbank im Fuldaer Land eG wurde Jürgen Bien herzlich willkommen geheißen.
Frau Dr. med. Silvia Steinebach, die, wie Hommel ausführte, eigentliche Initiatorin des Projekts, konnte berufsbedingt nicht an der Grundsteinlegung teilnehmen. Sie wurde vertreten von ihrer Kollegin, der Allgemeinmedizinerin Krassimira O. Artus und ihrer Praxismanagerin am Landarzt MVZ Fulda Campus Sickels, Theresa Holzer, die ab Oktober kommenden Jahres, so zumindest der angestrebte Termin zur Fertigstellung des Ärztehauses, gemeinsam mit ihrem Team als Hauptmieter fungieren werden. Für die rund 1.200 Quadratmetergroße Praxis wird das Landarzt MVZ Fulda Campus Sickels seinen bisherigen Standort „An der Schindhohle 21“ verlassen und in die Ernst-Barlach-Straße 1 umziehen. Die Praxis wird barrierefrei zugänglich sein und perspektivisch Platz für bis zu Ärzten bieten.
Neben der Praxis mit dem Schwerpunkt Kardiologie und Allgemeinmedizin werden am Standort in der Ernst-Barlach-Straße 1 eine Apotheke wie physiotherapeutische Praxis realisiert. Darüber hinaus stehen noch rund 400 Quadratmeter Fläche für weitere medizinische und therapeutische Anbieter zur Verfügung. Damit soll an dem Standort ein möglichst umfassendes Angebot rund um Gesundheit und medizinische Versorgung entstehen. Für den zukünftigen Betreiber der Apotheke wurde Marius Remmert begrüßt, der bereist in Rotenburg a. d. Fulda die Hubertus-Apotheke betreibt. Ebenso ab kommendem Jahr an dem Standort mit einer Schwerpunktpraxis für Physiotherapie und Chiropraktik vertreten sein wird Alexander Nennstiel vom Physiotherapiezentrum Fulda. Ergänzt wird das Angebot durch einen Orthopädiehandel. Mit weiteren Mietern sei man, so Hommel, im Gespräch.
Die Idee, in Fulda-Sickels ein Ärztehaus zu verwirklichen, kommt für den Bauherren, dem Geschäftsführer der Hommel Immobilien KG (Neu-Ulm), Manfred Hommel, nicht von ungefähr. Richtet er mitunter als Geschäftsführer der Neue Messe Fulda GmbH alljährig im Mai auf dem Messegelände Fulda-Galerie die RETTmobil International aus. Am Standort Sickels eine Landarztpraxis zukunftsfähig zu machen und damit die ärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern, ist Hommel eine Herzensangelegenheit, wie er bei dem Termin ausführte. Mit in den Gebäudekomplex einziehen wird, wie Hommel mitteilte, auch das Messebüro. Gute Partner seien mit dem Architekturbüro Swoboda aus Großenlüder und dem Bauunternehmen Wenzel Bau aus Hünfeld-Oberrombach verpflichtet worden.
Manfred Hommel erinnerte gestern auch an den mittlerweile verstorbenen Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger. Mit ihm habe er vor über drei Jahrzehnten einst das Feuerwehrmuseum in Fulda gegründet. „Mein Herz schlägt für diese Region. Inzwischen seit über 30 Jahre“, sagte Hommel bei der Grundsteinlegung. Seiner Meinung nach habe Fulda „ein unglaubliches Potenzial“. Als Gründe zog er mitunter die zentrale Lage inmitten der Bundesrepublik Deutschland, die Infrastruktur und Kostenstruktur an. Sein Ziel für den ersten Bauabschnitt sei die Fertigstellung im Spätherbst 2027 – sofern das Wetter mitspielt. Wie Hommel ausführte, kalkuliere man mit vier Bauabschnitten, sofern die Nachfrage bestehe. „Wir denken nicht in einem Jahresrhythmus, sondern in einem Zyklus von fünf bis 10 Jahren“, so Hommel, der der Ansicht ist, dass sich an diesem Standort noch viel entwickeln könne.
Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld erinnerte in seinem Grußwort an die Pandemie-Jahre, die insbesondere für Veranstaltungsformate wie die Messen herausfordernd waren. Manfred Hommel dankte er für die Investition. Die medizinische Versorgung sei keineswegs selbstverständlich, mahnte das Stadtoberhaupt. Vielerorts sei es zunehmend schwieriger Arzttermine, insbesondere bei Fachärzten zu bekommen. Dass es hierzulande niedergelassene Ärztinnen und Ärzte gibt, die die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Blick haben, sei etwas, wofür man als Stadt und Kommune sehr dankbar sein könne. So habe er Frau Dr. Steinebach schon in der Vergangenheit als sehr engagierte Ärztin kennengelernt, die ihr Patientenwohl im Blick, in ihrer jetzigen Praxis In der Schindhohle, an ihre Grenzen stößt. Dass sich die Praxis mitten in einem Wohngebiet befindet, verstärkte ihren Wunsch, sich räumlich erweitern und vergrößern zu wollen. Am Campus Sickels wollte man neben Hainzell und Großenlüder unbedingt festhalten.
Wingenfeld dankte den städtischen Gremien, die ihre Zustimmung für den Verkauf des Areals an die Hommel Immobilien KG erteilt haben. Wingenfeld sei zuversichtlich, dass die Menschen die Vorzüge des Standortes erkennen werden. Keineswegs selbstverständlich sei es nach Wingenfeld, dass heutzutage, eine Apothekenversorgung gewährleistet ist. Auch die Apotheken stünden vor großen Herausforderungen. Bei allen Herausforderungen sei es, so Wingenfeld, ein ermutigender Schritt, dass mithilfe von privatem und unternehmerischem Engagement die ganzheitliche gesundheitliche Versorgung an einem Standort gebündelt gewährleistet werden kann. Im Hinblick auf das angrenzende Wohngebiet und vor dem Hintergrund des regen Bedarfes eines Facharztes bzw. Fachärztin für Kinderheilkunde startete Manfred Hommel bei der Grundsteinlegung den Aufruf, sich bei Interesse einer Niederlassung im Fuldaer Westen gerne mit den Verantwortlichen in Verbindung zu setzen.
Am Rande der Grundsteinlegung erwähnte Manfred Hommel, dass angedacht ist, das Messegelände, auf diesem die RETTmobil International ausgerichtet wird, zu erweitern, um den großen Bedarf Rechnung zu tragen. Diesbezüglich seien, so Hommel, gute Gespräche mit Stadtbaurat Schreiner und Oberbürgermeister Wingenfeld geführt worden. Angegangen werden soll die bauliche Erweiterung bereits im Januar 2027. Inzwischen zähle die Messe über 30 Nationalitäten, die alljährlich auf dem Messegelände in Fulda-Galerie ausstellen. Dementsprechend groß sind die Besucher, die im Mai aus 60 Ländern der Erde anreisen. Von der Stadt die Möglichkeiten zur Entfaltung eingeräumt zu bekommen, dafür ist Hommel mehr als dankbar. Anders hätte er keine Chance gesehen, die RETTmobil International in eine gute Zukunft zu führen. +++
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Mit „Die Praxis wird barrierefrei zugänglich sein“ ist der Zugang zum Gebäude beschrieben. Gibt es für den neuen Standort in der Ernst-Barlach-Straße auch Pläne für eine gut erreichbare Bushaltestelle, damit der Umzug gerade für ältere Patienten ohne Auto keine zusätzliche Hürde schafft?