Ex-SPD-Chef Gabriel kontert Kühnert-Kritik

Sigmar Gabriel (SPD)
Sigmar Gabriel (SPD)

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich erneut kritisch zu den Sozialismus-Vorschlägen von Juso-Chef Kevin Kühnert geäußert. „In der Zeit, in der ich SPD-Vorsitzender war, haben wir jedenfalls keine Betriebsratsvorsitzenden gehabt, die öffentlich erklären, dass man nicht mehr die SPD wählen darf. Das ist doch das Schlimmste, was da passiert ist; und das meine ich auch mit dem Ego-Trip“, sagte Gabriel am Montag in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“.

Kühnert habe offensichtlich noch nie mit einem Betriebsrat geredet, aber wenn die Betriebsratsvorsitzenden von BMW und Daimler sagten, dass führe dazu, dass man als Arbeiter nicht mehr SPD wählen könne, dann sei das für die Partei eine schwierige Lage, sagte der SPD-Politiker weiter. Gabriel räumte ein, dass man als Juso-Chef „jedes Recht hat, auch radikale Forderungen zu formulieren“, gab bei Kühnert aber zu bedenken: „Er ist 30, der weiß schon, was er macht. Ich habe das Gefühl, er spielt mit den Medien.“

Gleichzeitig machte Gabriel deutlich, dass ihm bewusst sei, dass Kühnert seine Kritik nicht gefalle. „Einer musste ihm mal entgegentreten – und das habe ich gemacht“, sagte Gabriel in der Sendung. Zuvor hatte sich Kühnert bei „Anne Will“ kritisch zu Gabriel geäußert und infrage gestellt, ob der Ex-SPD-Chef der beste Berater zu diesem Thema sei. Damit reagierte Kühnert auf Gabriels Gastbeitrag für das „Handelsblatt“, in dem er Kühnert vorwarf nur das eigene Ego im Blick zu haben. +++


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1 Kommentar

  1. Herr Gabriel irrt hier wie so oft: Das Schlimmste, was passieren kann, passiert schon seit Jahren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es genug Betriebsratsvorsitzende gibt, die keine SPD mehr wählen. Die Ursache hier liegt im sozialen Kahlschlag und der Schwächung der Gewerkschaften durch die Agenda 2010, deren Fan auch heute noch Herr Gabriel ist. Selbst auf einer großen öffentlichen Veranstaltung habe ich erlebt, dass Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter Herrn Gabriel gefragt haben, aus welchem Grunde sie nach der Agenda 2010 noch die SPD wählen sollen. Seine Antwort damals: Versuchen Sie es halt noch mal mit uns. Herr Kühnert mag zwar falsch liegen und wird in den Medien jetzt entsprechend behandelt, aber am Untergang der SPD trägt er gewiss keine Schuld.

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