Ein unverzichtbarer Dienst feiert Jubiläum: Der Malteser Hospizdienst in Fulda wird 25

„Sterben nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines Menschen“

Thomas Peffermann, Margarethe Rohnke, Silvia Hillenbrand, Wilfried Wanjek, Ute Sander und Amelie von Brandenstein-Zeppelin (v.l.n.r.). Gabriele Stanke und Marion Atzert (rechts im Vordergrund)

Der Malteser Hospizdienst in Fulda feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Am heutigen Freitag, den 15. März 2019, wird dieses Jubiläum um 16:00 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Liobakirche sowie um 17:30 Uhr mit einer Festveranstaltung im Propsteihaus in der Gemeinde Petersberg begangen. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens hatten der Geschäftsführer der Malteser im Bistum Fulda, Thomas Peffermann, sowie der Leiter des Malteser Hospizzentrums, Wilfried Wanjek, gemeinsam mit dem Vorstand der Malteser im Bistum Fulda, Amelie von Brandenstein-Zeppelin, in die Räumlichkeiten der Geschäftsstelle des Malteser Hilfsdienstes e. V. nach Fulda eingeladen. Teilnehmer an diesem Gespräch waren außerdem Marion Atzert, Mitgründerin des Malteser Hospizdienstes in Fulda sowie erste Hospizbegleiterin auf ehrenamtlicher Basis, Ute Sander, Leiterin des ambulanten Malteser Kinderhospizdienstes in Fulda, Gabriele Stanke, ehrenamtliche Hospizbegleiterin, Margarethe Rohnke, ehrenamtliche Trauerbegleiterin sowie Silvia Hillenbrand, zweite Vorsitzende des Hospizfördervereins sowie ehrenamtliche Hospizbegleiterin.

Als Thomas Peffermann vor knapp 20 Jahren nach Fulda kam, gab es die Gruppe (ehrenamtliche Hospizbewegung) um Marion Atzert und anderen ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleitern schon, erinnert sich der Geschäftsführer der Malteser im Bistum Fulda. Marion Atzert war es damals, die mit der damals notwendigen Unterstützung an Thomas Peffermannn herangetreten war und gemeinsam mit anderen aus dieser Gruppe als Visionärin und Wegbereiterin für diesen, wichtigen Dienst eintrat und plädierte. So konnte sich der Malteser Hospizdienst in Fulda im Laufe der Jahre immer mehr entwickeln und die Themen „Sterben“ und „Endlichkeit“ in der Gesellschaft manifestieren. Von allen Diensten der Malteser im Bistum Fulda stellt der Hospizdienst einen besonders wichtigen Teil der Malteser dar. Und das obwohl dieser „anders“ wahrgenommen werde, als beispielsweise ein stationärer Hospizdienst. Warum das so ist, weiß Thomas Peffermann: „Die Arbeit des ehrenamtlichen Hospizhelfer, der ehrenamtlichen Hospizhelferin ist ein stiller, ein wichtiger Dienst, es schickt sich nicht, diese Arbeit marktschreierisch zu Markte zu tragen.“

Ihre Anfänge als Hospitalitätsorden verbanden die Malteser mit der modernen Hospizbewegung. Hierher rührt auch der Auftrag: „Den Herren Kranken zu dienen“, diesen die Malteser verinnerlichten. Ausschlaggebend für die Gründung der Malteser Hospizarbeit in Fulda war ein Vortrag des Malteser Hospizexperten und Internisten, Dr. Paul Becker, zu dem Thema „Sterbehilfe nein – Sterbebegleitung ja“ im Jahre 1993 in Fulda. Im Bonifatiushaus in Fulda vermittelte Dr. Paul Becker den Zuhörern die Grundidee, das im Sterben auch „Leben“ steckt. Kurze Zeit später schlossen sich 18 Männer und Frauen zu einem Kreis zusammen, die in den darauffolgenden Jahren Menschen in Fulda auf ihrem letzten Weg begleitet hatten. Ein Gründungsmitglied der ersten Stunde war Marion Atzert. Seit 1994 ist Marion Atzert als ehrenamtliche Hospizbegleiterin tätig. Von dieser Zeit an hat sie die Entwicklung des Malteser Hospizdienstes stetig vorangetrieben und auch danach noch jahrzehntelang begleitet. Geschäftsführer Thomas Peffermann ist stolz auf die kontinuierlich sehr gute Arbeit, die der Malteser Hospizdienst in Fulda in den zurückliegenden Jahren bis heute leisten konnte. „Mich persönlich erfüllt es mit großer Freude und auch mit Stolz, dass wir diesen Dienst in Fulda entwickeln konnten.“

Winfried Wanjek: „Menschen sollen dort versterben dürfen, wo es ihr innigster Wunsch ist!“

„Eine schöne Aufmerksamkeit für die Menschen, die diese Arbeit tun“, umschreibt der Leiter des Malteser Hospizzentrums, Wilfried Wanjek, den Malteser Hospizdienst in Fulda mit dem Blick auf das 25-jährige Bestehen in diesem Jahr und die kurz bevorstehenden Jubiläumsfeierlichkeiten.

Seit sechs Jahren leitet Wilfried Wanjek das Malteser Hospizzentrum. In dieser Zeit hat sich der Hospizdienst weiterentwickelt, ist gewachsen. Dies korrelierte seiner Meinung nach mit der zunehmenden Aufmerksamkeit, die dem Hospizdienst aus der Mitte der Gesellschaft zugeschrieben wurde. So gab es 2001 erstmals Zuschüsse der Krankenkassen für diese Arbeit. „Inzwischen wurde immer mehr erkannt, wie wichtig und bedeutungsvoll diese Arbeit ist und es wurde sich eingestanden, dass Menschen dort sterben dürfen, wo sie Pietät haben und weil es ihr außerordentlichster Wunsch ist, in ihrer vertrauten Umgebung und im Kreise ihrer nächsten Angehörigen zu versterben. „Auch wenn das häufig noch nicht ganz so funktioniert, wie wir uns das wünschen, so wird das nichts an unserer ursprünglichen Zielsetzung ändern, dies immer wieder deutlich zu machen. Das ist genau unsere Aufgabe von damals, die bis heute Bestand hat“, verdeutlicht der Leiter des Malteser Hospizzentrums in Fulda, Wilfried Wanjek, im Pressegespräch anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Malteser Hospizdienstes in Fulda. In diesem Kontext unterstreicht er auch die Pietät und Sensibilität, mit der die ehrenamtlichen Hospizhelfer an die Familien herantreten und stellt dabei eine ganz wichtige Qualität der Ehrenamtlichen heraus, die Ehrlichkeit. „Wenn wir in die Familien, in die Gespräche hineingehen, verpflichten wir uns auch zu einem ehrlichen Umgang mit den Menschen.“

Marion Atzert: „Es war eine schwere Zeit, aber sie hat mir und meiner Familie auch unendlich viel zurückgegeben!“

Marion Atzert erinnert sich an ihre Anfänge als erste ehrenamtliche Hospizbegleiterin noch sehr genau. „Die haben ein Hobby“, so nur eine von vielen, nicht verstandenen Intentionen, schwerkranken Menschen ein Stück Lebenszeit zu widmen. „Man wurde betrachtet wie ein Exot“, erinnert sich Marion Atzert wie als wäre es erst gestern gewesen. „Das Besondere an dieser Arbeit, ist, dass es Menschen gibt, die diese Arbeit unentgeltlich, freiwillig machen, an diese mit Engagement und Idealismus herangehen“, umschreibt die Pionierin das zeitfressende Ehrenamt, die damals neben drei Kindern und ihrem Beruf auch noch einen Haushalt zu bewerkstelligen hatte. Heute aber sagt sie: „Ich bin so begeistert, heute sehen zu können, dass die Hospizarbeit so viel angeturnt und aufgebrochen hat. Denn zu meiner Zeit gab es keine Palliativmedizin, keine Ärzte, die sich gezielt gekümmert haben. Es war eine schwere Zeit, aber sie hat mir und meiner Familie auch viel Positives und viel Gutes gebracht, und das, obwohl es sehr anstrengend war.“

Silvia Hillenbrand: „Sterben an der Hand, nicht durch die Hand eines Menschen!“

„Hospiz öffnet Herzen“, sagt die zweite Vorsitzende des Hospiz Fördervereins Fulda und ehrenamtliche Hospizbegleiterin, Silvia Hillenbrand. „Das war auch vor Kurzem auf dem Osthessischen Gesundheitstag wieder deutlich zu spüren.“ Wo man früher vielleicht nur mit Scheuklappen vorbeilief, ist die Hospizarbeit inzwischen salonfähig geworden. Plötzlich spricht man über das Thema; Eine Enttabuisierung ist eingetreten. Die Hospizarbeit und ihre unterschiedlichen Bewegungen haben eine Metamorphose durchlaufen. Da der Ambulante Hospizdienst in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen wird als der Stationäre Dienst, fungiert der Hospiz Förderverein als Vermittlungsinstanz und wächst dadurch auch in seiner eigenen Bedeutung.
Aktuell zählt der Malteser Hilfsdienst in Fulda 71 aktive ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter. Allein in 2018 sind durch ihn 84 Menschen bis an ihr Lebensende begleitet worden. Zusätzlich hat der Dienst in 2018 etwa 889 Ehrenamtsstunden im Stationären Hospiz in Fulda geleistet.

Die ambulante Hospizarbeit gehört heute zu den Kerndiensten der Malteser in Fulda. Heute gibt es mit dem Erwachsenenhospizdienst, dem ambulanten Kinderhospizdienst und der Trauerbegleitung drei Säulen mit zahlreichen Angeboten für betroffene Menschen und Familien. In Fulda unterstützen heute vier hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 71 ehrenamtliche Hospizhelferinnen und Hospizhelfer Menschen am Ende ihres Lebens. +++ ja

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