Caritas vollzog Spatenstich für Neubau für tagesstrukturierendes Angebot in der Wilhelmsstraße in Fulda

Die Caritas im Bistum Fulda hat heute im Beisein von Vertretern der heimischen Lokalpolitik, Verwaltung und Kirche in der Wilhelmstraße 6 in Fulda den Spatenstich für neue Räumlichkeiten für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen vollzogen. Mit dem symbolischen Akt beginnen nun die Grundsanierung und Errichtung eines Anbaus für ein tagesstrukturierendes Angebot im Rahmen der Eingliederungshilfe nach SGB IX.

Zukünftig sollen hier 12 bis 16 Klientinnen und Klienten eine verlässliche Tagesstruktur und individuelle Unterstützung erhalten. In unmittelbarer Nähe der Caritas-Geschäftsstelle saniert der Verband ein denkmalgeschütztes Gebäude, das der Bischöfliche Stuhl kostenfrei auf der Grundlage eines langfristigen Erbbaupachtvertrages mit einer Laufzeit von 30 Jahren zur Verfügung stellt. Im hinteren Bereich entsteht ein neuer Anbau, sodass genügend Platz für das tagesstrukturierende Angebot entsteht.

„Mit den neuen Räumlichkeiten schaffen wir einen Ort, an dem Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen nicht nur Unterstützung erfahren, sondern vor allem Möglichkeiten zur Teilhabe und zu einem selbstbestimmten Leben erhalten“, führte Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch bei dem Termin aus. Ziel sei es, Menschen in ihrem Alltag zu unterstützen, ihre Fähigkeiten zu fördern und ihnen Perspektiven zu eröffnen. Aktuell ist das tagesstrukturierende Angebot in der Straße „An der Grillenburg“ in Fulda-Lehnerz untergebracht. Mit dem Umzug in die Wilhelmstraße reagiert der Sozialverband insbesondere auf die Anforderungen an Barrierefreiheit und auf die veränderten sozialpolitischen Rahmenbedingungen durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG).

Die neuen Räumlichkeiten sollen eine zeitgemäße und bedarfsgerechte Gestaltung des Angebots ermöglichen. „Wir schaffen hier barrierefreie Räumlichkeiten, die gleichzeitig die Sozialraumorientierung im Sinne des BTHG fördern. Die Innenstadtlage ermöglicht es den Klientinnen und Klienten, Angebote und Einrichtungen des täglichen Lebens eigenständig zu nutzen und soziale Kontakte außerhalb der Einrichtung zu pflegen“, sagte Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb.

Das Angebot entstand beim Caritasverband zwischen 2008 und 2010. Ausgangspunkt war der damalige Mangel an stationären Plätzen für chronisch mehrfachgeschädigte Abhängigkeitserkrankte (CMA-Klienten). Im Zuge sozialpolitischer Veränderungen entwickelte die Caritas gemeinsam mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) 2009/2010 ein neues teilstationäres Konzept mit tagesstrukturierenden Elementen wie beispielsweise Kochen, Bewegung, kreative Angebote oder Einzel-/Gruppengespräche. Das pädagogische Konzept folgt dabei dem Grundsatz „Fördern und Fordern“.

Ein wesentliches Ziel des Angebots sei es, Menschen möglichst langfristig ein selbstbestimmtes Leben in ihrem vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen. Durch die Tagesstruktur und die individuelle Unterstützung werden die Klientinnen und Klienten dabei begleitet, ihren Alltag zu bewältigen und soziale Teilhabe zu erhalten. Seit seiner Eröffnung ist das Angebot durchgehend voll belegt.

„Seit Jahren haben wir nach barrierefreien Räumlichkeiten gesucht, um allen Menschen – unabhängig von ihren körperlichen Voraussetzungen – den Zugang zu unserem Angebot zu ermöglichen. Der Umzug hier in die Wilhelmstraße 6 ist der nächste, absolut wichtige Entwicklungsschritt“, hob Caritas-Regionalleiterin Susanne Saradj bei dem Termin hervor, die allen an dem Projekt Beteiligten Dankesworte aussprach.

Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Fulda sowie Mitglied der Verbandsversammlung des LWV Hessen Frederik Schmitt überbrachte an die Caritas die Glückwünsche und Grüße vonseiten der Stadt und des Landkreises. Der Erste Kreisbeigeordnete begrüßte es sehr, dass in einem denkmalgeschützten Refugium etwas Neues und Zeitgemäßes entsteht. Schmitt hob hervor, dass der Landkreis über den Landeswohlfahrtsverband Angebote und Projekte solcher Art finanziere. Weiter verwies er auf die Gründung des LWV Hessen als Zusammenschluss aller hessischen Landkreise, 1953 in Fulda.

In diesem Haushaltsjahr bezuschusst der Landkreis Fulda die Arbeit des hessischen Landeswohlfahrtsverbandes mit 60 Millionen Euro, damit dieser Aufgaben und Projekte wie das Beispiel in der Fuldaer Wilhelmstraße zeigt, wahrnehmen könne. Als Mitglied der Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes hieß Schmitt den Ersten Beigeordneten des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen und Bürgermeister der nordhessischen Kreisstadt Eschwege a. D., Alexander Heppe, herzlich in Fulda willkommen und wünschte ihm für seine weitere Tätigkeit im LWV Hessen eine glückliche Hand.

Erster Beigeordneter Alexander Heppe für seinen Teil bedankte sich für die heutige Einladung nach Fulda. Er überbrachte die Grüße von der Landesdirektorin des LWV Hessen, Susanne Simmler. Das Projekt, das heute mit dem symbolischen Spatenstich seine baulichen Anfänge genommen hat, zeige, was entstehen kann, wenn viele Akteure ihre Kräfte bündeln. Am Ende des Tages gehe es um Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen, die nach Heppe nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt gehören, sondern „in unsere gesellschaftliche Mitte als selbstverständlicher Teil dieser Stadtgesellschaft, zu dieser sie unumstritten gehören.“ Der Erste Beigeordnete des LWV Hessen dankte allen Projektbeteiligten für „den Mut, das Projekt angegangen zu sein“. Den kirchlichen Segen erteilte Prälat Christof Steinert. Man hoffe auf eine unfallfreie Bauzeit.

Die neuen Räumlichkeiten sind barrierefrei geplant, für den Zugang zum Obergeschoss wird im Anbau ein Fahrstuhl eingebaut. Der Altbaubereich wird eine Nutzfläche von 175 Quadratmeter haben, der Neubau hat eine Nutzfläche von 91 Quadratmetern. Der Bischöfliche Stuhl hatte das Objekt im Jahr 2022 aus Privatbesitz erworben und stellt es nun dem Caritasverband zur Verfügung. Die Baukosten, inklusive der Abbruchkosten des ehemaligen Anbaus, belaufen sich auf rund 1 Million Euro, die der Caritasverband aus Rücklagen finanziert. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich zwölf Monate. Da das Bestandsgebäude unter Denkmalschutz steht, erfolgen alle Arbeiten in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde. +++


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