In den ländlichen Regionen Deutschlands ziehen die Mieten teilweise deutlicher an als in den Metropolen. Das geht aus einem Bericht des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ hervor, der sich auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion stützt. Den stärksten Preisanstieg innerhalb der zehn am stärksten betroffenen Gebiete verzeichnete im Zeitraum von 2024 auf 2025 der Landkreis Bamberg, in dem die Angebotsmieten um 25,2 Prozent zulegten. Im bundesweiten Durchschnitt stiegen die Preise in den Landkreisen um 3,8 Prozent, während die kreisfreien Städte im selben Zeitraum ein moderateres Plus von 2,6 Prozent auswiesen.
Unter den kreisfreien Städten verzeichnete Fürth mit einem Zuwachs von 9,8 Prozent die höchste Teuerungsrate, gefolgt von Dresden mit 8,9 Prozent und Erfurt mit 8,1 Prozent. Auch in mehreren anderen ländlich geprägten Gebieten kam es zu spürbaren Preissprüngen: Im Landkreis Nordfriesland kletterten die Mieten um 14,3 Prozent, in der Grafschaft Bentheim um 12,9 Prozent. Deutliche Steigerungen gab es zudem im Saarpfalz-Kreis sowie in den Landkreisen Ammerland, Emsland, Unterallgäu, Neustadt an der Waldnaab, Altötting und Freyung-Grafenau. Im bundesweiten Ländervergleich weist Bayern die meisten Spitzenwerte auf, gefolgt von Niedersachsen. Bei den kreisfreien Städten zählen zudem Wiesbaden, Ulm, Erlangen, Jena, Delmenhorst, Oldenburg und Regensburg zu den Kommunen mit den prozentual stärksten Verteuerungen.
Die Datengrundlage des zuständigen Bundesbauministeriums stützt sich auf die Nettokaltmieten von Wohnungen, die im Internet zur Erst- und Wiedervermietung inseriert worden waren. Die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Caren Lay, hatte in ihrer Anfrage ermitteln lassen, in welchen jeweils zehn Landkreisen und kreisfreien Städten die Preise zwischen 2024 und 2025 prozentual am stärksten angezogen hatten.
Nach Ansicht von Lay sind Städte und Kreise in allen Landesteilen – in Nord und Süd ebenso wie in Ost und West – von extremen Steigerungen betroffen. Dies hätten im Vorfeld wohl nur wenige vermutet, da vor allem ländliche Kreise fernab der Ballungsgebiete an der Spitze stünden. Der ländliche Raum erlebe derzeit stärkere Zuwächse bei den inserierten Mietwohnungen als die Metropolen. Wohnungssuchende hätten innerhalb eines Jahres Aufschläge von bis zu 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen müssen.
Für Menschen, die sich kein Wohneigentum leisten können oder sich für das Mietmodell entscheiden, verschärfe sich die Belastung spürbar. Haushalte mit niedrigen Einkommen seien zunehmend von Armut bedroht, und auch Personen mit mittlerem Einkommen gerieten aufgrund der Preisentwicklung verstärkt in Schwierigkeiten. Sollten nun noch finanzielle Kürzungen beim Wohngeld greifen, drohten Mietschulden, Kündigungen und Wohnungsverluste. Die Linke fordert vor diesem Hintergrund einen bundesweiten Mietendeckel mit kommunalen Obergrenzen sowie einer ortsbezogenen Deckelung bei Neu- und Wiedervermietungen, der vor allem dort greifen soll, wo Mietpreise und Wohnkostenbelastungen ein besonders hohes Niveau erreichen. +++
Das könnte Sie auch interessieren

DAK fürchtet 900-Millionen-Lücke in Pflegeversicherung

Umfrage: 98 Prozent der Unternehmen spüren keinen Bürokratie-Abbau

Bericht: Hessens CDU-Fraktionschefin Ines Claus soll Favoritin für das Bundespräsidentenamt sein


and then
Hinterlasse jetzt einen Kommentar