Die Folgenutzung des früheren Fuldaer Kaufhauses „Galeria-Kaufhof“ (Jahre zuvor Kaufhaus „Kerber“ oder im Fuldaer Volksmund auch „Kerbersch Koarl“ genannt) nimmt konkretere Züge an. Ab dem kommenden Jahr werden dort die Mainzer „hier & jetzt projekte GmbH“ sowie die „Region Fulda Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH“ mit Sitz in Fulda eine Zwischennutzung (Interimsnutzung) und ein Coworking-Space installieren. Die Konzepte in ihren Einzelheiten haben die Verantwortlichen – für die hier & jetzt projekte GmbH Managing Director Marco Friedmann und Creative Director Dominique Liggins sowie für die Fuldaer Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH – Dr. Maximilian Kutzner und Pia Groß vorgestellt. Von der Stadt Fulda informierten neben Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) von der Stadtentwicklungsgesellschaft Fulda GmbH & Co. KG, die Geschäftsführer Petra Hohmann-Balzer und Jürgen Fehl über die zeitlich begrenzte Neuausrichtung der einstigen Fuldaer Institution.
Die hier & jetzt projekte GmbH aus Mainz betreibt seit zwei Jahren in der Ludwigstraße in der ehemaligen Karstadt-Immobilie das „lulu Conceptstore“. Wie auch die Fuldaer Immobilie befindet diese sich in einer Eins-a-Lage. Ursprünglich war der Mietvertrag in Mainz auf anderthalb Jahre begrenzt; Inzwischen wurde dieser bereits zum dritten Mal verlängert. Das Konzept des einstigen Start-up-Unternehmens ging auf. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als „sehr flexibel“, offenbar ein Garant dafür, um den „sehr hohen Vermietungsstand“ in den gut frequentierten Innenstädten halten zu können. Eine Zwischennutzung oder auch „Interimsnutzung“ des früheren Kaufhauses „Kerber“ in Fulda wie in der Karstadt-Immobilie in Mainz ist ab Januar 2023 vorgesehen. Und damit etwas an die Institution in Fulda erinnert soll die Interimsnutzung den Namen Konzept-Kaufhaus „Karl“ tragen.
Angedacht sind kleine Flächen im Erd- sowie 1. Obergeschoss, auf denen Handeltreibende, Produzenten oder Start-ups ihre Erzeugnisse präsentieren und / oder potenziellen Kunden zum Verkauf anzubieten; auch Ausstellungen und Vernissagen sind denkbar. Im Vordergrund sollen Handel und Event stehen. Fuldas Oberbürgermeister bekundete auf dem heutigen Termin seine persönliche Freude darüber, dass es gemeinsam als Stadt unter Federführung verantwortlicher Gremien – allen voran Frau Petra Hohmann-Balzer und Jürgen Fehl von der Stadtentwicklungsgesellschaft Fulda gelungen ist, ein geeignetes Konzept für die zeitlich begrenzte Folgenutzung des einstigen Prestigeobjekts auszuloten. Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld: „Uns geht es in erster Linie darum, diese Immobilie, die zweifelsohne eine Institution in Fulda ist, wieder mit Leben zu erfüllen. Frau Hohmann-Balzer und Herr Fehl waren die letzten Monate diesbezüglich sehr aktiv. In Teilen ist uns gemeinsam schon viel gelungen. Wir freuen uns, dass wir mit der hier & jetzt projekte GmbH einen Mieter gefunden haben, der über viel Expertise auf dem Gebiet der Zwischennutzung und Interimsnutzung verfügt. Für uns als Stadt war ausschlaggebend, dass die hier & jetzt projekte GmbH schon seit einiger Zeit in Mainz unternehmerisch erfolgreich ist. Herr Friedmann und Herr Liggins haben uns mit ihren Ideen und ihrem Nutzungskonzept überzeugt.“
Dabei ist Creative Director Dominique Liggins kein Ur-Fremder, er ist in der Rhön aufgewachsen und hat einen Bezug zum Oberzentrum Fulda. Derzeit ist das Unternehmen aus Mainz noch mit anderen deutschen Städten in Gesprächen; das Projekt in Fulda ist das zweite, was mindestens einmal genauso erfolgreich wie das lulu conceptstore in Mainz werden soll. Hierzu Marco Friedmann: „Oft ist es so, dass Warenhäuser durch den Mieter pleitegehen und dann für eine gewisse Zeit leerstehen; oftmals sind das prestigeträchtige Objekte in einer Eins-a-Lage, die nicht leerstehen sollten. Wir haben uns als Unternehmen darauf spezialisiert, Flächen in Immobilien in guter Lage anzumieten, die wir dann wiederum an Händler oder Gastronomen untervermieten. Die Zwischennutzung nimmt auch aufgrund des erstarkten Onlinehandelns immer mehr an Fahrt auf.“ Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld hob bei dem persönlichen aneinander Kennenlernen der hier & jetzt projekte GmbH die zentrale Lage der Immobilie hervor, für die man sich eine sehr lebendige Nutzung wünsche. Dass die hier & jetzt projekte GmbH in den vergangenen Jahren ihre Expertise auf dem Gebiet der Zwischennutzung und Interimsnutzung habe unter Beweis stellen können, bestärke die städtischen Gremien, den richtigen Mieter für die „einstige Institution“ „der Immobilie von Fulda“, mit der viele schöne Erinnerungen verbunden sind, gefunden zu haben. Darüber hinaus seien Friedmann und Liggins überregional gut vernetzt. Interessierte haben bei den ersten Info Meet up´s am 12. und 15. Dezember 2022 in der Immobilie ab 18:30 Uhr die Möglichkeit, mit Marco Friedmann und Dominique Liggins ganz leger ins Gespräch zu kommen und sich über das Projekt zu informieren. Mehr Informationen gibt es im Internet unter hierundjetzt-projekte.de. Auch wenn Friedmann und Liggins aktuell mit vielen Unternehmen im Gespräch sind, wollte man sich heute über potenzielle Mieter, da die Verträge noch nicht unterzeichnet sind, vorerst noch nicht äußern. Nur so viel: Das Café in der Immobilie, das derzeit vom DRK Fulda betrieben wird, soll weiter bestehen bleiben. Derzeit ebenso wenig spruchreif ist, ob eine in der Region bereits ansässige ambulante medizinische Versorgung in der Immobilie Einzug halten wird.
Ab Januar 2023 Coworking-Space im Verwaltungstrakt
Neben dem Konzept-Kaufhaus „Karl“ wird die Region Fulda Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH ab Januar 2023 im 3. Obergeschoss des Verwaltungstraktes des ehemaligen Kaufhauses, dem Cityhaus, ein sogenanntes „Coworking-Space“ installieren und sich diesbezüglich verantwortlich zeigen. Das Vorhaben ist Teil des geplanten Stadtlabors in dem Gebäude. Der Projektname lautet „CO-Karl“ und gliedert sich damit an das Design und die Ausrichtung des Gesamtgebäudes und seiner Nutzung an. Im Coworking-Space können Menschen unterschiedlicher Professionen und Berufe zusammenkommen und gemeinsam arbeiten. Sie teilen sich die Infrastruktur der Büroeinrichtung, Miet- sowie Nebenkosten. Dabei sind die Mietlaufzeiten flexibel und reichen von einem Tag bis zu mehreren Monaten. Das Angebot ist offen gestaltet und richtet sich an einen breiten Interessentenkreis: Angestellte im Homeoffice, die eine Alternative zwischen der Arbeit zu Hause und im Büro suchen und dabei Pendlerwege sparen. Freelancer und kleinere Unternehmen, Start-ups und Gründungsinteressierte, die einen günstigen und flexibel buchbaren Ort zum Arbeiten suchen. Hinzu kommen Nutzer aus der Hochschule Fulda und Pendler vom nur unweit entfernten Bahnhof. Für CO-Karl wurden Teile des früheren Inventars erhalten. Hierzu Pia Groß: „Genauso wie die Kerber-Immobilie, soll auch das Inventar wie Tische, Stühle oder Spinte eine zweite Chance bekommen. Es geht uns hierbei auch um das Thema Nachhaltigkeit.“
Auch für Unternehmen ist das Angebot interessant: sie können Kontingente für ihre Angestellten mieten, die sich in wechselnder Besetzung und flexibel einbuchen können. Zum Coworking-Space gehört ein Tagungsraum für bis zu 20 Personen, der von den Nutzern und externen Interessierten gebucht werden kann. Darüber hinaus gibt es einen großen Gemeinschaftsraum sowie eine Küche im Coworking-Space. Neben den 12 Arbeitsplätzen im Coworking-Bereich stehen eine Reihe von festen und abschließbaren Büroeinheiten in der Größe zwischen 20 Quadratmeter bis 100 Quadratmeter zur Verfügung. Dieses Angebot richtet sich an kleinere Teams und Unternehmen, die auf der Suche nach einem festen Büro sind. Verortet sind diese Einheiten im 3. OG des Verwaltungstraktes. Optional können auch Räumlichkeiten im 2. OG angemietet werden. Interessierte melden sich bitte bei Dr. Maximilian Kutzner via E-Mail unter maximilian.kutzner@fulda.de. +++ jessica auth
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