Festakt auf Point Alpha: Gedenken an Deutsche Einheit und Mahnung gegen Geschichtsrevisionismus

Mit einem Festakt in der ehemaligen US-Fahrzeughalle des Camp Point Alpha bei Rasdorf ist am 2. Oktober an die Deutsche Einheit erinnert worden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung an der früheren innerdeutschen Grenze standen die friedliche Revolution von 1989, die Wiedervereinigung Deutschlands sowie die Bedeutung von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Zugleich wurde an die Rolle der Vereinigten Staaten während des Kalten Krieges und an die fortdauernde Bedeutung der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit erinnert.

Vor dem Festakt trugen sich die Veranwortlichen in die Goldenen Bücher der Point Alpha Stiftung, der Stadt Geisa und der Gemeinde Rasdorf ein. Anschließend erfolgte am Denkmal der Deutschen Teilung und Wiedervereinigung eine Kranzniederlegung für die Opfer der Teilung, an der die Kyffhäuser- und Reservistenkameradschaft Grüsselbach sowie die Soldatenkameradschaft 1888 Fulda mitwirkten.

Der Stiftungsratsvorsitzende der Point Alpha Stiftung, Dr. Stefan Heck, erinnerte daran, dass sich der Tag der Deutschen Einheit zum 36. Mal jährt. Der Freiheitswille der Menschen und die friedliche Revolution hätten die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Grenze ohne einen Schuss fiel. Heck würdigte den Mut aller Beteiligten und betonte, dass der 3. Oktober daran erinnere, dass auch scheinbar Unerreichbares überwunden werden könne. Zudem begrüßte er die Ehrengäste und hob die wichtige Rolle von Gedenkstätten für Bildungsarbeit und Demokratievermittlung hervor.

In seiner Festansprache warnte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer vor politisch gesteuertem Geschichtsrevisionismus. Rechts- wie linksextreme Kreise versuchten zunehmend, das Unrecht der SED-Diktatur zu verharmlosen, um der Demokratie zu schaden. Orte wie Point Alpha seien unersetzliche Gegengifte gegen Ostalgie und Autoritarismus, da sie architektonisch an das Leid der Teilung erinnern und auch künftige Generationen ohne Zeitzeugen aufklären. Erinnern sei kein sentimentaler Blick zurück, sondern ein Lernen aus der Geschichte für eine bessere Zukunft. Weimer würdigte den 3. Oktober als glücklichsten Tag der Nachkriegsgeschichte, dessen Ursprung im mutigen Widerstand der DDR-Bürger liege.

Für die U.S. Army Europe and Africa unterstrich Colonel Jon Bradly Fausnaugh die Bedeutung von Abschreckung und Bündnispartnerschaft. Der ehemalige Soldat des Blackhorse-Regiments erinnerte an den zeitlosen Auftrag der Streitkräfte, durch Einsatzbereitschaft und Einheit Kriege zu verhindern. Angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine betonte Fausnaugh, dass Frieden von jeder Generation neu bewahrt werden müsse. Er begrüßte die steigenden deutschen Verteidigungsinvestitionen und hob hervor, dass gemeinsame Übungen die Sicherheit entlang der NATO-Ostflanke stärken.

Grußworte sprachen zudem der hessische Kultusminister Armin Schwarz sowie die thüringische Justizministerin Beate Meißner, die die enge länderspezifische Zusammenarbeit und die Wichtigkeit der gemeinsamen Erinnerungsarbeit an der einstigen Nahtstelle zwischen Ost und West hervorhoben.

Benedikt Stock, geschäftsführender Vorstand der Point Alpha Stiftung, dankte allen Rednern, Partnern und Unterstützern. Er betonte, dass Einheit und Freiheit untrennbar zusammengehören und Point Alpha den Auftrag trage, die Werte des Grundgesetzes im Alltag lebendig zu halten. Stock würdigte zudem das langjährige ehrenamtliche Engagement von Walter Arnold im Aufsichtsgremium sowie den verstorbenen Mitbegründer Dr. Hans Peter Häfner. Unter den Gästen begrüßte er auch Abt Nikodemus Schnabel aus Jerusalem.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Blechbläserensemble „Brass 6’tett“ des Heeresmusikkorps Kassel unter der Leitung von Hauptfeldwebel Florian Bayer, unter anderem mit Werken von Ennio Morricone, Udo Jürgens und Coldplay sowie den Nationalhymnen der USA und Deutschlands. +++


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