KGM Kugelfabrik und IG Metall einigen sich auf dreijährigen Sanierungstarifvertrag in Fulda

Nach knapp zehnmonatigen Verhandlungen haben sich die KGM Kugelfabrik, der Arbeitgeberverband Hessenmetall und die Gewerkschaft IG Metall auf einen dreijährigen Tarifvertrag verständigt. Mit der Vereinbarung, die rückwirkend zum Beginn des vergangenen Monats greift, sollen der Standort in Fulda und die Beschäftigung der Mitarbeiter abgesichert werden. Bestandteil der Vereinbarung ist die Entwicklung eines Zukunftskonzepts, das mit einem Investitionsplan zur Modernisierung von Maschinen und Prozessen verbunden werden soll. Gleichzeitig wird die Mitbestimmung des Betriebsrats bei der Umsetzung ausgeweitet. Vereinbart wurden zudem eine Standortgarantie und ein weitgehender Kündigungsausschluss für Gewerkschaftsmitglieder.

Im Gegenzug müssen die Beschäftigten finanzielle Zugeständnisse machen. Sie verzichten auf einen Teil der variablen Leistungszulage sowie auf einige Sonderzahlungen, wozu beispielsweise das tarifliche Zusatzgeld gehört. Die Vereinbarung verbindet damit Einschnitte bei den Beschäftigten mit Zusagen für die weitere Entwicklung und Absicherung des Standorts.

Hintergrund des Tarifabschlusses ist die schwierige wirtschaftliche Lage, in die das Unternehmen in den vergangenen Monaten geraten ist. Als Zulieferer mit einem hohen Automobilanteil ist die KGM Kugelfabrik von der angespannten Situation in der Automobilindustrie und der allgemeinen schlechten Gesamtwirtschaftslage betroffen. Gleichzeitig sind die Kosten für Material, Energie, Löhne und Lohnnebenkosten deutlich gestiegen. Dadurch haben sich die Bedingungen für Unternehmen am Standort Deutschland und insbesondere im internationalen Wettbewerb verschärft.

Besonders im Jahr 2025 ging das Geschäft der KGM Kugelfabrik deutlich zurück, wodurch finanzielle Einschnitte und ein Abbau von Arbeitsplätzen zu befürchten waren. Der nun vereinbarte Tarifvertrag soll dieser Entwicklung entgegenwirken und eine Grundlage dafür schaffen, den Standort in Fulda weiterzuentwickeln. Matthias Richter, geschäftsführender Gesellschafter der KGM Kugelfabrik, verwies auf die schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen in Deutschland. Er betonte, dass der Tarifabschluss die Grundlage dafür schaffe, Mittel für künftige Investitionen freizusetzen, und ergänzte, dass der Weg zwar noch lang sei, mit der Vereinbarung jedoch eine wichtige Hürde genommen wurde.

Auch das Land Hessen will die KGM Kugelfabrik bei der weiteren Entwicklung unterstützen. Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) sagte dem Unternehmen Unterstützung des Landes zu, wozu unter anderem günstige Kredite sowie direkte Kontakte zur Wirtschaftsförderung gehören. Mansoori würdigte zugleich die Zugeständnisse der Beschäftigten und deren Einsatz in den vergangenen Monaten und betonte, wie wichtig es für den Standort Fulda sei, eine gemeinsame Perspektive zu schaffen.

Bei dem Abschluss handelt es sich um einen Sanierungstarifvertrag. Die rund 200 Beschäftigten nehmen vorübergehend finanzielle Einbußen in Kauf, während im Gegenzug Zusagen für Investitionen, die Modernisierung von Maschinen und Prozessen sowie die Absicherung des Standorts und der Arbeitsplätze stehen. Mit dem auf drei Jahre angelegten Tarifvertrag soll damit eine Grundlage für die weitere Entwicklung der KGM Kugelfabrik in Fulda geschaffen werden. +++


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*