Keine Frage: Die Niederlage des Regionalliga-Schlusslichtes SG Barockstadt Fulda-Lehnerz im Frankenstadion in Heilbronn war erwartbar, schließlich trat es beim Tabellenführer an. Doch so absurd es klingen mag: Wie sich das Gästeteam präsentierte, seine Art des Auftritts – das machte Mut. So sehr, dass man am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Mainz II berechtigte Hoffnungen auf den ersten Heimsieg haben darf.
Treffend klingen auch die Worte des neuen Trainers Miro Jagatic. „Das Ergebnis spiegelt nicht den Spielverlauf wider.“ Oder umgekehrt. Der Außenseiter aus Fulda präsentierte sich sehr mutig, presste und lief hoch an. Das Entscheidende: Der Kontrahent setzte dem seine individuelle Qualität entgegen, Jagatic etikettierte dies mit „brutaler Klasse“. Heilbronn-Freiberg glückte die frühe Führung durch Justin Steinkötter, der vom Traditionsverein 1860 Münchengekommen war.
Vom Rückstand ließ sich die SGB indessen nicht beirren. Sie zog ihr Vorhaben darf frühen Angreifens durch, das Übergangsspiel war ansehnlich. Äußerst ansehnlich. Und als Sebastian Schmitt nach knapp einer Stunde flankte und Hans Sarpeis Kopfball knapp nicht sein Ziel fand, hätte es 1:1 stehen können. „Dann kann das Spiel auch kippen“, bemerkte der SGB-Coach. Das 0:2 nach 70 Minuten fiel aus Gäste-Sicht eher noch ärgerlicher. Nahm Torschütze Marlon Mustapha, der von Gwangin Lee durchgesteckt bekam, den Ball etwa mit der Hand mit?
Der Vergleich schien entschieden. Spätestens, als Paul Polauke wenig später auf 3:0 erhöhte. Jagatic ärgerte sich: „Die haben sieben oder acht Torchancen – und machen daraus drei Tore, wovon zwei hergeschenkt sind von uns.“ Doch der Trainer nahm durchaus Positives mit. Zum einen „war das Zuarbeiten der Mannschaft in der letzten Woche optimal. Ich wusste, dass wir im Spiel in Heilbronn eine gute Leistung zeigen würden. Wir sind stabil“. Zum anderen: „Wir müssen im Abschluss noch effektiver werden. Das ist das letzte Teil des Puzzlestück, das wir hinkriegen müssen.“ Er freute sich, „dass die Jungs in die Bresche gesprungen sind“ im kleinen Kader – so fehlten Kevin Hillmann (fünfte Gelbe Karte) und Moritz Reinhard (Gelb-Rot) ja gesperrt. Wenn diese Dinge aber nicht Mut machen für die Aufgabe gegen Mainz …
SGV Heilbronn-Freiberg: Grawe – Faleu, Polauke, Laupheimer, Martin (46. Köhl), Steinkötter (64. Valpoort), Lee, Gouras (46. Mustapha), Latteier (78. Cerkez), Biankadi (75. Petö), Ballo
SG Barockstadt: Weisbäcker – Kraft, Habermehl, Frey, Schmitt – Sarpei (84. Hahn) – Ivankovic, Pomnitz, Lokaj (66. Iljazi), Dittmann, Elekwa (75. Wähling)
Schiedsrichter: Marc Heiker
Tore: 1:0 Justin Steinkötter (10.), 2:0 Marlon Mustapha (72.), 3:0 Paul Polauke (76.) +++ rl

and then
Hinterlasse jetzt einen Kommentar