Wella-Hünfeld: Brand und Kömpel kritisieren Management-Entscheidung

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Fulda/Hünfeld. Dass die Schließung des Traditionsunternehmens Wella ein schwerer Schlag für den Standort Hünfeld ist, haben beide heimischen Bundestagsabgeordneten bekräftigt und das Vorgehen von Coty kritisiert. „Das ist ein Tiefschlag für die Beschäftigten. Nach zahlreichen Gesprächen mit Betriebsrat, Beschäftigen, Bundesagentur für Arbeit, IHK und Region, muss ich sagen, dass das Vorgehen dieser Unternehmensmanager Anstand und Moral vermissen lassen. Es gibt viele offene Fragen, die Hintergründe der Entscheidung sind bislang nicht bekannt, es mangelt absolut an Transparenz. Dass noch nicht einmal das Gespräch gesucht wurde, zeigt eine Verrohung des Umgangs durch den Konzern, so verspielt man Grundvertrauen – ein familiengeführtes Unternehmen hätte so nie gehandelt“, erklärte MdB Michael Brand (CDU)

„Dass vor wenigen Monaten bei der Übernahme die Beschäftigten zu Recht gelobt wurden, sogar die Stärkung des Standorts angekündigt wurde und jetzt das krasse Gegenteil getan wird, ist ganz offensichtlich ein abgekartetes Spiel. Jetzt muss alle Kraft darauf gesetzt werden, die Unternehmensentscheidung zu hinterfragen, auf Änderungen zu drängen und gute Alternativen für die Beschäftigen auszuloten. Dazu gehört auch die Prüfung zur Fortsetzung der Produktion am Standort durch ein anderes Unternehmen. Wahr ist auch: Gut ausgebildete Fachkräfte werden heute gesucht, gerade in unserer dynamischen Region mit Vollbeschäftigung. In wirtschaftlich schlechten Zeiten wäre eine solche Hiobsbotschaft schwerer zu verkraften. Den Kopf nicht in den Sand stecken, alle Möglichkeiten ausloten, neue Chancen nutzen – das muss jetzt die Devise sein. Wo ich einen Beitrag dazu leisten kann, werde ich das mit voller Kraft tun, das habe ich allen Beteiligten im direkten Gespräch zugesagt“, so Brand.

Die Schließung des Traditionsunternehmens Wella ist ein schwerer Schlag für den Standort Hünfeld und von Seiten des Unternehmens Coty nicht in Ordnung, so die Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel (SPD). Da wurde bei der Übernahme im Herbst des vergangenen Jahres eine große Willkommensparty für Coty gefeiert – nun sollen Ende nächsten Jahres schon die Lichter ausgehen. Letztlich geht es der Unternehmensleitung wohl nur um die Reduzierung von Lohnkosten, gute Arbeit und gute Qualifizierung der Mitarbeiter/innen erscheinen zweitrangig. Wenn man aber die Produktion in Billiglohnländer verlegt, heißt das nicht, dass die Produktivität gesteigert wird. Oft kehren deutsche Unternehmen wieder mit ihrer Produktion in die Heimat zurück, weil sie feststellen, dass hier die Produktivität am Höchsten ist. 380 Menschen – darunter viele Familienväter und – mütter, werden ihren Job verlieren. Ich hoffe sehr, dass sie schon bald neue Arbeit finden. Betriebsvorsitzender Norbert Herr und die Gewerkschaft IGBCE, haben jedenfalls angekündigt, dass sie bei den Verhandlungen mit der Unternehmensleitung kämpfen werden. Sie können sich meiner Unterstützung sicher sein, heißt es von Seiten der Bundestagsabgeordneten abschließend. +++


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1 Kommentar

  1. Ach Herr Brand.
    Tuen Sie doch nicht so als wüssten Sie nicht, das das Handeln solcher Konzerne etwas Neues für Sie wäre. Sie und Ihre Partei unterstützen dies doch noch nach Kräften . Alles für den Profit Vorfahrt für Wachstum. Das erinnert mich fatal an die Zeiten, als die Treuhand noch ihr Unwesen trieb, mit dem Segen Ihrer Partei. Noch rettbare Betriebe im Osten für einen Appel und nen Ei an windige Investoren verschachert , die sich so die unliebsame Konkurrenz von Hals gehalten und die Betriebe plattgemacht haben. Koste es den kleinen Mann was es wolle. Die Amis sind halt so . Noch nicht gemerkt? Wenns nicht so läuft, dann gehen die ganz pragmatisch in die Boote. Das ist der kleine Unterschied zwischen Stakeholder und Shareholder value. Die sind nur ihren Aktionären verpflichtet mehr nicht. Und dann kommen dann irgendwelche Politiker und faseln denen was von Verantwortung für Familienväter . So what ! Wachen Sie auf!
    Wir sind mitten im Kampf zweier Betriebssysteme und der mit der größten Macht (Geld) wird den Kampf sicher gewinnen.

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