„Tosende Stille“ – 90 Tage Einsamkeit und ein einzigartiges Abenteuer

Lesung im Kreishaus mit großer Resonanz. Unser Foto zeigt von links: Carola Strecker, Einrichtungsleiterin AWO-Sozialzentrum Lauterbach, Magdalena Pitzer, Gleichstellungsbeauftragte des Vogelsbergkreises, Silva Bergmann, AWO-Kreisverband VBK e.V., Silvia Hillenbrand, Professor Wolfgang Herrmann, Waldtraud Fischer, AWO-Kreisverband VBK e.V., Michaela Stefan, WIR-Koordinatorin des Vogelsbergkreises. Foto: Erich Ruhl-Bady

Lauterbach. Eine mutige Frau, ein Boot und der Atlantik: Ganz allein in einem Ruderboot einen Ozean überqueren, den Elementen ausgesetzt sein, die eigenen Grenzen austesten und sich selbst finden – das ist der große Traum, den Janice Jakait sich im November 2011 erfüllte.

Silvia Hillenbrand hat es bei ihrer Lesung aus dem Buch von Janice Jakait hervorragend verstanden, die zahlreich erschienenen Zuhörerinnen, die auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten des Vogelsbergkreises Magdalena Pitzer, der WIR-Koordinatorin Michaela Stefan und des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in den Sitzungssaal des Landratsamtes nach Lauterbach gekommen waren, in ihren Bann zu ziehen. Begleitet wurde die Lesung durch eine Powerpoint-Präsentation mit interessanten Bildern von Jakaits Reise.

Die musikalischen Einlagen am E-Piano von Professor Wolfgang Hermann passten zu den Textauszügen und vermittelten das Gefühl, live auf dem Boot dabei gewesen zu sein. Stimmungsvoll untermalten der „Dialog des Windes mit dem Meer“ von Debussy, „Am Meer“ von Schubert oder „Over the rainbow“ die gezeigten Bilder und vorgetragenen Textpassagen.

In Zusammenarbeit mit der Organisation OceanCare wollte Janice Jakait auf den Unterwasserlärm und seine tödlichen Folgen für Meeressäuger und Fische aufmerksam machen. Aber sie wollte auch ihre innere Unruhe besiegen und ihrem Leben eine andere Richtung geben.

Im portugiesischen Portimão ist sie in dem speziell für ihre Bedürfnisse ausgerüsteten Ruderboot Bifröst mit Ziel Barbados aufgebrochen. Die Extrem-Sportlerin hatte sich ein hartes Programm vorgenommen: Zehn bis zwölf Stunden täglich ruderte sie in je zweistündigen Schichten. Seekrankheit und Schlafstörungen, Hitze, Hochseegewitter und Haie zehrten an ihren Nerven. Begleitet von Walen, Delfinen und Vögeln erlebte sie ein faszinierendes Abenteuer.

Allein und mit purer Muskelkraft schaffte sie, was keiner deutschen Frau vor ihr jemals gelang. 90 Tage, 5 Stunden und 9 Minuten, 6.500 Kilometer und eine Million Ruderschläge trennten sie am Anfang ihrer Reise von ihrem Ziel. Immer wieder erfuhren die Zuhörerinnen zwischen den Texten interessante Begebenheiten, die Hillenbrand aus Gesprächen mit der Autorin erfahren hatte. Das machte die Lesung noch lebendiger.

In der Pause und im Anschluss an die Lesung rundeten interessante Gespräche der Gäste mit Silvia Hillenbrand den gelungenen Veranstaltungsabend ab. Am Ende des Leseabends waren sich die Zuhörerinnen einig: „Frauen sind zu sehr viel fähig, wenn sie wirklich wollen!“ +++

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Zieherser Hof

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