Thorsten Hild: Hollande “tragische Figur”

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Berlin/ Fulda. Der Journalist, Ökonom und Herausgeber von “Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung”, Thorsten Hild, hat den französischen Präsidenten Francois Hollande als tragische Figur bezeichnet. “Tragisch deswegen, weil wohl nur Frankreich in der Lage gewesen wäre, der falschen, maßgeblich von Deutschland diktierten Europapolitik Einhalt zu gebieten und zu einer vernünftigen Wirtschaftspolitik zurückzufinden.”

Zwar hätte der französische Präsident gegenüber der französischen Tageszeitung “Le Monde” die richtigen Forderungen an Deutschland gerichtet: “die Handelsbilanzüberschüsse zu senken und mehr zu investieren”. Gleichzeitig habe Hollande aber den zentralen Schwachpunkt des deutschen wie des französischen “Reformkurses” nicht erkannt: “Weil die vornehmlich auf staatliche Ausgabensenkungen und Steuererleichterungen für Unternehmen setzenden ´Reformen´ das Wachstum im eigenen Land belasten und den wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum einengen, ist diese Politik auf das Wachstum aus dem Ausland angewiesen. Die Handelsbilanzüberschüsse, die Hollande jetzt auf deutscher Seite kritisiert, benötigt er daher jetzt selbst, um seinem ´Reformkurs´ zum Erfolg zu verhelfen”, so Hild in einem Beitrag in “Wirtschaft und Gesellschaft – Analyse & Meinung” über die jüngste Kritik Hollandes an Deutschland.

Hild weiter: “Hollande unterstreicht sein Unverständnis noch, wenn er einerseits die historisch niedrige Inflationsrate in Frankreich zum Anlass nimmt, vor einer Deflation zu warnen, diese andererseits aber nicht in Beziehung zu seiner eigenen Wirtschaftspolitik setzt.” Auch Hollandes Hinweis, dass der Außenwert des Euro weiter sinken müsse, unterstreiche die Abhängigkeit des "Reformkurses" von Außenhandelsüberschüssen, so Hild. Die Handelsbilanzüberschüsse sollten die fehlende Binnennachfrage kompensieren. Das aber sei trotz Rekordexportüberschüssen nicht einmal in Deutschland gelungen. “Deutschland hat dennoch über Jahre ein unterdurchschnittliches Wirtschaftswachstum in der Europäischen Währungsunion und auch im Vergleich mit Frankreich erzielt, begleitet von der Investitionsschwäche, die Hollande jetzt kritisiert.” +++ fuldainfo


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