Telekom fordert Subventionen für Netzausbau

Berlin. Niek Jan van Damme, Deutschlandchef der Telekom, verlangt Subventionen für den Netzausbau. “Es gibt kein Geschäftsmodell dafür, wie entlegene kleine Dörfer mit 50 Megabit über das Festnetz erschlossen werden können”, sagte van Damme der “Berliner Zeitung”. Er fügte hinzu: “Ohne öffentliche Fördermittel wird das nicht funktionieren.” Die Bundesregierung hat sich in ihrer Digitalen Agenda vorgenommen, dass 2018 Übertragungsgeschwindigkeiten mit 50 Megabit pro Sekunde flächendeckend in Deutschland zur Verfügung stehen sollen. Das Problem liegt aus Sicht von Damme darin, die letzten zwei bis drei Prozent der Haushalte zu erreichen. Ohne Subventionen werde dies “vermutlich nur über den Mobilfunk zu realisieren sein”. Der Deutschlandchef der Telekom forderte zudem schärfere Restriktionen für US-Internetunternehmen. Facebook denke darüber nach, Sprachdienste einzuführen. Der Konzern sei nicht an deutsche Gesetze gebunden, was die Qualität der Dienste oder die Datensicherheit angehe. “Die können bisher machen, was sie wollen. Das muss sich ändern. Hier brauchen wir gleiche Rahmenbedingungen für gleichartige Dienste”, sagte van Damme. +++ fuldainfo

 
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3 Kommentare

  1. In Flieden ist leider fast alles schief gelaufen. Hier ist seit Jahren Unitymedia und trotzdem wurde von Bury unnötig doppelt ausgebaut. Im Verhältnis zu den hohen Kosten gibt es fast keine Kunden. Pure Geldverschwendung!

    Als Krönung dieses unprofessionellen Internetausbaus hat Woide nun wegen Burys neuestem Geschäftsbereich ein EU Verfahren wegen unerlaubter Beihilfe am Hals. Da geht es wohl um unerlaubte Quersubventionierung.

    • Diese Aussage ist mir zu ungenau – Sie sollten wissen, dass es in Flieden vor dem Ausbau Ortsteile gab, wo überhaupt kein Breitbandinternet verfügbar war, da auch Unitymedia nicht überall ausgebaut hatte (bzw. damals die Telekom).

      Abgesehen davon: Wieso darf es eigentlich auf dem Land keine Auswahl wie in der Stadt geben, wo man oft zwischen 3 oder 4 Anbietern auswählen kann?

  2. Es gab in den letzten Jahren schon eine ganze Reihe von Förderprogrammen für ländliche Gebiete. Das Problem des Netzausbaus auf dem Land sehe ich ganz woanders: Nämlich in der oft nicht vorhandenen Kompetenz der örtlichen Bürgermeister, deren Interesse an einem Ausbau häufig leider sehr gering ist.

    Obwohl in den vergangenen Jahren Einiges an Geldern für den ländlichen Ausbau vorhanden war, wurden diese Mittel oft nicht oder nicht richtig genutzt. Siehe Unterbernhards u.a. Dörfer.

    Flieden hingegen war ein Beispiel, wie man es richtig macht: Auch wenn der damalige örtliche Bürgermeister die komplizierten Vorgaben der möglichen Förderung nicht kannte, machte dies nichts: Man holte sich einfach eine kompetente Beratungsfirma ins Haus und die stellte die richtigen Weichen: Bedarfsanalyse, Feststellung der Interessenten, Fördergelder beantragen und dann ausbauen.

    Daran könnte sich so mancher Bürgermeister bzw. Ortsvorsteher im Landkreis ein Vorbild nehmen.

    Dass jetzt natürlich die Telekom nach Fördergeldern schreit, hat einen simplen Grund: Der Telekom laufen auch gerade auf dem flachen Land (u.a. dank Bürgermeistern wie in Flieden) immer mehr Kunden (auch CashCows genannt) weg, die nun endlich eine Wahlmöglichkeit haben.

    Bedauerlich daran ist nur, wenn diese Wahlmöglichkeit nur darin besteht, zu einer Firma zu wechseln, mit der man sich jede Menge Ärger und technische Probleme ins Haus holt – siehe ÜWAG Breitband.

    In so einem Fall würde ich die “Subventionierung” der Telekom sogar begrüßen – denn die sind immer noch um Einiges kompetenter als die ÜWAG in diesem Bereich.

    Der flächendeckende Ausbau von Breitband auf dem Land kann also nur gelingen, wenn Kompetenz und Geld in den richtigen Händen zusammenkommen – sonst nicht!

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