Tankstellenverband: Spritpreis pendelt sich bei zwei Euro ein

Tankenpreis

Das Ende des Tankrabatts kommt für die Branche offenbar nicht überraschend. Während die Politik die zeitlich befristete Entlastung auslaufen lässt, bereiten sich Tankstellenbetreiber und Marktteilnehmer bereits auf ein neues Preisniveau vor, das viele Autofahrer als schmerzhafte Realität erleben dürften.

„Wir haben nichts anderes erwartet“, sagte Heribert Rabl, Sprecher des Tankstellenverbandes, der „Rheinischen Post“. Die Politik könne „nicht dauerhaft einen Teil der Gewinne der Mineralölkonzerne finanzieren“. Mit dem Auslaufen der staatlichen Steuersenkung Ende des Monats werde sich der Spritpreis nach Einschätzung des Verbandes voraussichtlich bei rund zwei Euro pro Liter für Diesel und Benzin einpendeln. Konzerne und Markt gingen davon aus, dass dieses Niveau dauerhaft durchsetzbar sei.

Rabl rechnet zudem nicht damit, dass die Preissteigerungen lediglich vorübergehender Natur sind. Vielmehr werde allgemein erwartet, dass die Teuerung auch nach dem Ende des Tankrabatts bestehen bleibe. Zugleich verwies er darauf, dass die Mineralölkonzerne in diesem Jahr gerade auf dem deutschen Markt so hohe Gewinne erzielt hätten wie nie zuvor.

Kritisch äußerte sich der Verbandssprecher auch zu Überlegungen, die sogenannte 12-Uhr-Regelung zurückzunehmen. Statt einer Lockerung sei eher eine Verschärfung erforderlich. „Denn was wir an der Tankstelle brauchen, ist ein ruhiges, berechenbares Klima im Verkaufsraum“, sagte Rabl.

Der Mineralölverband Fuels und Energie betonte unterdessen, die bis Ende Juni geltende Steuersenkung weiterhin vollständig an die Verbraucher weiterzugeben. „Die Tankstellen haben von Anfang an die Steuersenkung auf Benzin und Diesel in voller Höhe an die Tankkundschaft weitergegeben und werden dies bis zum Ende der Laufzeit ebenso tun“, erklärte ein Sprecher des Verbandes gegenüber der „Rheinischen Post“. „Das haben wir versprochen und daran halten wir uns.“

Gleichzeitig verwies der Verband auf den intensiven Wettbewerb innerhalb der Branche. Der „harte Preiswettbewerb der rund 14.000 Tankstellen in Deutschland um jeden Tankkunden“ bleibe auch nach dem Auslaufen des Tankrabatts uneingeschränkt bestehen. Aus Sicht des Verbandes sei es jedoch nachvollziehbar gewesen, dass der Staat die Bürger angesichts des Nahostkonflikts zeitweise entlastet habe.

Die Aussagen der Verbände zeichnen damit ein nüchternes Bild. Der Tankrabatt war als vorübergehende Unterstützung gedacht und sollte außergewöhnliche Belastungen abfedern. Er hat jedoch weder die grundlegenden Mechanismen des Marktes verändert noch die Debatte über die Rolle der Mineralölkonzerne beendet. Mit seinem Auslaufen kehrt keine alte Normalität zurück. Vielmehr könnte sich ein Preisniveau verfestigen, das noch vor wenigen Jahren als Ausnahme gegolten hätte und nun zum Maßstab des Alltags zu werden droht. +++


Entdecke mehr von fuldainfo.de

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*