An Schultagen nehmen sich mehr Jugendliche das Leben als in den Ferien. Besonders stark steigt die Suizidrate direkt nach den Ferien: An den ersten beiden Schultagen ist sie um fast 33 Prozent erhöht. Dies geht aus einer Studie des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen hervor, über die die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Der Wert von 33 Prozent sei ein Durchschnittswert aus dem ganzen Jahr, der alle Ferien einschließe, sagte eine Mitautorin der Studie. „Würden wir nur die Sommerferien betrachten, wäre der statistische Effekt noch deutlich größer.“ Durchschnittlich 221 Schüler nehmen sich im Jahr das Leben. Fast jeder achte Todesfall in der Altersgruppe von sechs bis neunzehn Jahren geht damit auf Selbsttötung zurück. Statistisch gesehen komme es deutschlandweit in acht Ferientagen zu einem Suizidfall weniger als in acht Schultagen, heißt es in der Studie. „Wir wollen die Aufmerksamkeit auf den kritischen Zeitpunkt lenken“, sagte die Wissenschaftlerin. Eltern und Lehrer müssten wissen, dass Schüler nach den Ferien, insbesondere am Anfang eines neuen Schuljahrs, gefährdeter seien als sonst. Dies gelte insbesondere für Jungen. „Der Trend zu Suiziden an den ersten beiden Schultagen geht fast nur auf Jungen zurück, bei Mädchen haben wir diesen Effekt kaum gefunden“, so die Mitautorin der Studie. Als Hauptrisikofaktoren für Selbsttötungen unter Schülern nennen Experten soziale Konflikte und Mobbing. +++
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