Der Uganda-Tag der Stadtpfarrei Fulda am Samstag, 5. Juli, ist weit mehr als eine kirchliche Veranstaltung. Er versteht sich als Einladung, den Blick über den eigenen Horizont hinaus zu richten und ein Land kennenzulernen, das in der öffentlichen Wahrnehmung oft nur am Rande vorkommt. Statt abstrakter Nachrichten stehen persönliche Begegnungen, konkrete Erfahrungen und gelebte Solidarität im Mittelpunkt.
Beginn ist um 11.00 Uhr mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche Fulda. Ab 12.30 Uhr werden im Haus der Kirche in der Schulstraße 1 ugandische Spezialitäten, Gegrilltes und Getränke angeboten. Das eigentliche Herzstück des Tages beginnt um 13.30 Uhr: Pfarrer John Paul Jjumba berichtet über seine Arbeit in Uganda und über die Lebensrealität der Menschen vor Ort.
Seit vielen Jahren kommt Pfarrer John Paul Jjumba während der Sommermonate nach Fulda und übernimmt die Urlaubsvertretung für Stadtpfarrer Stefan Buß. In seiner Heimat hat er mit der Julina-Schule eine Bildungseinrichtung für gehörlose Kinder gegründet – ein Projekt, das beispielhaft dafür steht, wie persönliches Engagement gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen kann. Sein Bericht beschränkt sich jedoch nicht auf die Vorstellung der Schule. Er gibt Einblicke in den Alltag Ugandas und greift Fragen auf, die weit über einzelne Projekte hinausgehen: Wie leben Christen in Uganda? Welche Herausforderungen prägen den Alltag der Menschen? Welche Hoffnungen tragen sie? Gleichzeitig eröffnet er einen Blick auf das Glaubensleben des ostafrikanischen Landes.
Diese Perspektive wird ergänzt durch Reiseeindrücke von Steffen Jahn aus dem Referat Weltkirche des Bistums Fulda sowie Dr. Björn Hirsch, Referent für pastorale Innovation im Bistum Fulda. Beide waren im vergangenen Herbst zehn Tage in Uganda unterwegs und berichten von ihren Begegnungen mit Menschen, Kirche und Gesellschaft. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild, das persönliche Erfahrungen mit kirchlicher und gesellschaftlicher Wirklichkeit verbindet.
Bemerkenswert ist dabei auch die enge Verbindung zwischen Fulda und Uganda. Die Arbeit der Julina-Schule wird seit Jahren von zahlreichen Unterstützern aus dem Bistum Fulda getragen. Neben vielen Einzelspendern engagieren sich das Bistum Fulda, die Stiftung „Gutes Miteinander“ sowie der Verein Makadi für das Schulprojekt. Dieses Netzwerk zeigt, dass internationale Partnerschaften nicht allein auf finanzielle Hilfe setzen, sondern auf langfristige Beziehungen und gegenseitiges Vertrauen.
Zum Abschluss des Uganda-Tages richtet sich der Blick bereits nach vorn. Dr. Szymon Mazur stellt die Planungen für eine Uganda-Reise der Stadtpfarrei im kommenden Jahr vor. Interessierte haben die Möglichkeit, sich unverbindlich vormerken zu lassen und werden später zu einem Informationstreffen eingeladen. Damit soll aus dem Austausch nicht nur Interesse, sondern im besten Fall persönliche Erfahrung werden.
Die Teilnahme am Uganda-Tag ist kostenlos. Für das Mittagessen, Getränke und Gegrilltes wird um eine Spende gebeten. Ebenso besteht die Möglichkeit, die Julina-Schule für gehörlose Kinder finanziell zu unterstützen.
Gerade in einer Zeit, in der internationale Entwicklungen häufig auf Krisen und Konflikte reduziert werden, setzt der Uganda-Tag einen anderen Akzent. Er macht deutlich, dass Verständnis dort wächst, wo Menschen einander begegnen, zuhören und voneinander lernen. So wird aus einer Informationsveranstaltung ein Ort des Dialogs – und aus gelebter Solidarität eine Verbindung, die weit über einen einzelnen Tag hinausreichen kann. +++
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