Spahn nährt Hoffnung auf Ende bundesweiter Einschränkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hofft, durch die geplanten regionalen Obergrenzen bei Neuinfektionen möglichst keine bundesweiten Einschränkungen mehr durchsetzen zu müssen. „Das ist genau das Ziel“, sagte Spahn im RTL/n-tv-„Frühstart“. Die Bevölkerung habe das jetzt selbst in der Hand: „Es liegt an uns. An unser aller Verhalten im Alltag, ob dieses Virus wieder eine Chance auf Ausbreitung hat oder nicht.“

Die meisten Bürger achteten aufeinander. „Wenn wir uns das erhalten, nicht nur für zwei Wochen, sondern für ein wenig länger, dann braucht es eben keine zusätzlichen staatlichen Maßnahmen. Schon gar nicht bundesweit.“ Dann könne man lokal auf Ausbruchsgeschehen reagieren. Einen erneuten deutschlandweiten Shutdown ausschließen wollte Spahn allerdings nicht: „Ausschließen kann man in einer Lage wie dieser natürlich nichts. Dafür ist das alles zu dynamisch. Keiner von uns kann sagen, was in zwei, vier oder zehn Monaten ist.“ Der CDU-Politik  er hob die Bedeutung einheitlicher Kriterien zwischen Bund, Ländern und Kommunen hervor. „Gemeinsame Grundsätze schaffen Vertrauen, ein zusammenhangloser Flickenteppich schafft Verwirrung.“ Die Kriterien seien die Basis für eine Reaktion bei regional wieder stark steigenden Infektionszahlen. „Je nachdem ob das in einer Schule ist oder einer Pflegeeinrichtung oder ob es sich auch breiter lokal verbreitet, dass wir dann schnell gemeinsam reingehen, Infektionsketten unterbrechen, Kontaktpersonen auffordern, zu Hause zu bleiben, dann kann es eben auch gelingen, dass dann nur regional beschränkt überhaupt zu Einschränkungen kommen muss“, so Spahn.

Umfrage: Mehrheit leidet unter Corona-Maßnahmen

Eine Mehrheit der Deutschen (57 Prozent) leidet unter den staatlich verordneten Maßnahmen in der Coronakrise. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut INSA für die „Bild“. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) empfindet die Maßnahmen demnach als sehr belastend, 38 Prozent empfinden sie als belastend. Insgesamt 40 Prozent der Befragten sagen, dass sie die Maßnahmen nicht belasten, darunter 13 Prozent, die sie als gar nicht belastend empfinden. Frauen leiden den Umfrageergebnissen zufolge stärker unter den Maßnahmen als Männer (60 zu 53 Prozent). Die genaue Frage lautete: Wie belastend sind für Sie die staatlichen Maßnahmen in der Coronakrise (z.B. Reise- und Kontaktbeschränkungen) ganz persönlich in Ihrem Alltag? Antwortmöglichkeiten waren: sehr belastend, eher belastend, eher nicht belastend, gar nicht belastend, weiß nicht, keine Angabe. +++


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1 Kommentar

  1. Anstelle sich über die Corona-Zahlen des RKI die Köpfe heiß zu reden und tägliche Wasserstandsmeldungen zur Begründung hektischer, populistischer Öffnungsmaßnahmen hinauszuposaunen, sollten sich die Politiker doch mal über Kennzahlen der für die Öffnungen notwendigen Voraussetzungen verständigen und deren Status täglich verfolgen!
    Zum Beispiel:
    – mehr fokussierte Tests,
    – mehr Schutzkleidung,
    – mehr Personal für die Gesundheitsämter zur Nachverfolgung der Ansteckungen,
    – Corona-Tracing-App
    – Schutzkonzepte für Risikogruppen

    Dann könnte man weitere Öffnungen vom Status dieser Kennzahlen abhängig machen. Nur bei Erfüllung der Voraussetzungen sind weitere Lockerungen verantwortbar!

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