Fulda. Während man sich mit dem Musical-Sommer überregionaler Bedeutung freuen darf, bietet das Theater um einen Möbelhändler geradezu das Kontrastprogramm mit der Überschrift: „Das Beispiel für provinzielles Denken“, heißt es in einer Pressemitteilung des SPD-Stadtverbandes Fulda. Während man in anderen Regionen bereits viel weiter ist und über den Tellerrand hinausschaut, denkt man hier immer noch chauvinistisch. Die Akteure der der Stadt-region tun sich scheinbar immer noch sehr schwer, fortschrittlich zu denken. Wäh-rend überraschenderweise im Rhein-Main-Gebiet Frankfurt und Offenbach sich nä-hern, passiert hier genau das Gegenteil, schreibt Co-Vorsitzender H.-J. Tritschler. Und das sei ein „Trauerspiel“.
Mit der Einrichtung eines interkommunalen Gewerbegebietes dachte man, die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit sei auf einem guten Weg. Scheinbar ein großer Irrtum. Dabei sollte das nach dem Verständnis der SPD erst der Beginn einer zukunftsorientierten Regionalpolitik sein. Darauf aufbauend wären weitere Betätigungsfelder zwingend folgerichtig. beispielsweise eine gemeindeübergreifende Wohnungsbaupolitik. So aber offenbare die ganze Posse um das Möbelhaus die Unfähigkeit, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Stattdessen finde eine „Gutachten-Schlacht“ mit merkwürdigen Indiskretionen und statt, begleitet von einer teilweise interessenge-lenkten Medienberichterstattung. Wie beispielsweise kommt ein nicht öffentliches Gutachten in die Hände der hiesigen Tageszeitung, eine Frage, die es für Kommunalpolitiker zu klären gilt .
Gutachten dienen in der Regel denen, die sie beauftragen und sind lukrativ für die, die sie erstellen. Für den politischen Entscheidungsprozess könne sie hilfreich sein, müssen sie aber nicht. Die Fragen der Konkurrenzsituation respektive gibt es etwas, was geschützt werden muss, dürfe nicht zu einer interessengelenkten politische Entscheidungen führen. Das diene im Zweifel nicht der Region. Bei der Frage der Innenstadtrelevanz muss sich allerdings schon die Stadt kritisch hinterfragen, ob nicht mit der Kaiserwiese und dem Emaillierwerk bereits der Sündenfall längst eingetreten ist. Eine Stärkung der Innenstadt ist mit einer reinen Blockadehaltung gegenüber Dingen die Außerhalb geschehen, nicht zu erreichen. Wer Möbelhäuser im Stadtgebiet aufsuche, gehe auch nicht zwangsläufig in die Innenstadt, betont Tritschler.
Man könne nur an die Verantwortlichen appellieren, sich zusammen zu raufen. Die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebietes hat viel Geld gekostet, nun müsse das Investment auch Einnahmen erzeugen. Die Verantwortlichen sollten jetzt eine Entscheidung finden, die den Grundstein eine vernünftige gemeinsame Politik zur Stärkung der Region legt. Dazu gehöre auch das gemeinsame Interesse, dass die Stadt Fulda eine attraktive und anziehende Innenstadt hat, heißt es zum Schluss in der Mitteilung. +++ fuldainfo

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