Es gehe Schlag auf Schlag, betonte Teammanager Maxi Hainer zu Beginn der Spieltagspressekonferenz der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz vor dem Derby am Samstag, 14 Uhr, beim KSV Hessen. Recht hat er: Dem 6:0-Sieg im Achtelfinale beim FC Ederbergland am Abend zuvor folgt für die SGB noch nicht mal drei Tage später der Kampf um Punkte in der Fußball-Regionalliga Südwest – und das in Kassel.
Und der ist nicht ein bloßes Fußballspiel, es ist auch ein Stückchen Auseinandersetzung zweier Fußball-Eckpfeiler auf der hessischen Landkarte. Oder in aktuellen Zahlen ausgedrückt: Das Schlusslicht aus Fulda tritt im mit Tradition behafteten Auestadion an – als 18. beim Zwölften, der fünf Punkte mehr auf seinem Konto hat. Ebenso nüchtern wie klar ist außerdem: Der KSV Hessen möchte seine bislang zähe Saison aufhübschen und seine bescheidene Heimbilanz erst recht – die SG muss darum bemüht sein, Anschluss an die vor ihr platzierten Teams zu halten. Und das sind: Ulm (10), Mainz II und Kaiserslautern II (je 11), FSV Frankfurt und Walldorf (je 13) – und der KSV Hessen mit 14.
Der Mut der SGB wurde neu belebt. Im letzten Heimspiel gegen Mainz – erster Heimsieg und zweiter Saisonsieg gaben sich die Klinke in die Hand – packte die SGB ihr Herz aus, zeigte sie starken Einsatz, gepaart mit Leidenschaft. Zeitiges Anlaufen und das Ziel, den Kontrahenten nicht ins Spiel kommen zu lassen, dürften auch am Samstag zu ersten Prämissen gehören. Angetan vom neuen Leben und Tendenzen des Aufschwungs ist nicht zuletzt Miro Jagatic. „Die Jungs knien sich rein im Training.“ Und er kam noch einmal auf das positive und frische Pokal-Erlebnis zu sprechen: „Leute, die die Möglichkeit bekamen, haben sie auch genutzt. Da müssen wir jetzt weitermachen.“ Fuldas Trainer – fast ging sein Herz auf – lobte in diesem Zusammenhang auch Lennox Erb, der den Treffer zum abschließenden 6:0 beisteuerte. „Mich freut‘s, dass der kleine Lennox ein Tor gemacht hat. Solche Spieler muss man behutsam aufbauen. Denn sie sind die Zukunft. Lennox trainiert gut. Ein guter Spieler. Ein super Mensch.“
Der Blick richtet sich indessen auf Samstag. Er erwarte ein „hitziges Spiel“, ist sich Jagatic sicher. „Du musst dich auf dich selbst konzentrieren. Bei dir bleiben“, ist der Coach überzeugt. „Dass die Fußball spielen können, wissen wir. Wir aber müssen versuchen, unser Spiel durchzudrücken.“ Natürlich sei die Stimmung gut im Team. „Das ist aber auch alles ein Prozess.“ Er habe beobachtet und wahrgenommen, dass die Spieler in ihren Situationen „immer neuen Mut fassen“. Sie hätten einen Weg gefunden, wie sie mit Situationen umgehen und sie lösen könnten.“ Er verdeutlichte aber auch, dass man dies zusammen als Team schaffe und hinbekomme.
Noch ein paar Notizen zum Gegner. Fixpunkte sind gewiss Innenverteidiger Maurice Springfeld, Ex-Zweitligaprofi Sercan Sararer, Kapitän Adrian Bravo Sanchez oder der offensivstarke Linksverteidiger Tobias Boche, der am Mittwochabend im Hessenpokal-Derby beim KSV Baunatal beide Tore während der regulären Spielzeit erzielte. Überhaupt strebt der Traditionsverein KSV Hessen, der einst auf dem Sprung in die Fußball-Bundesliga stand, den zähen Weg nach oben an – wie etwa Kickers Offenbach auch. Die „Hessen“ wissen – wie die SGB auch – um die Bedeutung des Spiels am Samstag. Neun Gegentore in den drei letzten Spielen, sieben in den beiden letzten Partien sprechen nicht gerade von einem Momentum auf der Seite des KSV. Dem 3:2 bei Kaiserslauterns Zweiter folgten ein 0:3 zu Hause gegen den VfR Mannheim – und zuletzt ein 1:4 bei Astoria Walldorf.
Personelle Fragen sollte man an dieser Stelle nicht überbewerten. Offen sei nach wie vor, ob angeschlagene Spieler den Weg in den Kader schaffen bis Samstag. Es zählen eh jene, die auf dem Platz stehen. In diesem Sinne: auf ins Auestadion. +++ rl

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