Rückhaltebecken bei Düdelsheim droht vollzulaufen

Warnung vor möglichem Hochwasser am Unterlauf der Nidder

Nach Starkregen und Tauwetter führt der Seemenbach, ein Nebenfluss der Nidder, extrem viel Wasser. Am gestrigen Freitag war die Büdinger Altstadt stellenweise hüfthoch überflutet. Nachdem das Wasser aus der Altstadt zurückgegangen ist, wird über den Seemenbach weiter viel Wasser transportiert. Das Rückhaltebecken zwischen Düdelsheim und Lindheim ist für solche Hochwasserereignisse eigens gebaut worden. Die Wassermengen, wie sie derzeit vom Seemenbach geführt werden, bringen die Anlage allerdings an ihre Grenzen. Dadurch droht in der Folge auch ein Anstieg der Nidder, was unter anderem Ortsteile bzw. Stadtteile von Nidderau, Schöneck und Niederdorfelden betrifft.

Die maximale Aufnahmemenge des Rückhaltebeckens beträgt fünf Millionen Kubikmeter. Joachim Arnold, Vorsteher des Wasserverbandes Nidder-Seemenbach, der auch das Rückhaltebecken betreibt, kündigte an, dass bei weiter volllaufenden Becken die maximale Wasserabgabe von 13 Kubikmetern in der Sekunde auf 20 Kubikmeter in der Sekunde erhöht werden könnte. Im Laufe des Samstages wurde die Abflussmenge aus dem Rückhaltebecken zunächst kontinuierlich auf das Maximum von 13 Kubikmetern erhöht. Allerdings sind lange Zeit 20 Kubikmeter zugeflossen, die Menge hat sich dann im Laufe des Nachmittags auf etwa 16 Kubikmeter vermindert. In den nächsten zwei Tagen wird mit weniger Regen gerechnet. Mit der Steuerung der Abflussmengen soll erreicht werden, dass sich Rückhaltebecken möglichst weit entleert, um einen Puffer zu schaffen für die kräftigen Regenfälle, die für den kommenden Dienstag angekündigt sind.

Die beiden Landräte Thorsten Stolz (Main-Kinzig-Kreis) und Jan Weckler (Wetteraukreis) stehen in engem Kontakt auch mit betroffenen Bürgermeistern. Gemeinsam hoffen sie, dass das angekündigte Zwischenhoch eine Atempause für die Einsatzkräfte bringt, die seit dem frühen Freitag im unermüdlichen Einsatz sind. Beide Landräte wollen über das Wochenende das Geschehen weiter verfolgen und sprechen den Helferinnen und Helfern ihren Dank aus im Namen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

Besonders gefährdet sind im Wetteraukreis der Büdinger Stadtteil Düdelsheim und die Altenstädter Ortsteile Lindheim und Höchst, hier muss mit Überflutungen und vollgelaufenen Kellern gerechnet werden. Der Seemenbach mündet bei Altenstadt-Lindheim in die Nidder. Auch hier ist der Fluss schon über die Ufer getreten. Bevor die Nidder bei Bad Vilbel in die Nidda mündet, durchfließt sie noch mehre Stadteile bzw. Ortsteile von Nidderau, Schöneck und Niederdorfelden. Die Einsatzkräfte im Main-Kinzig-Kreis bereiten sich derzeit ebenfalls auf einen anstrengenden Einsatz vor.
In allen Kommunen werden die betroffenen Anrainer direkt von den Feuerwehren und den kommunalen Verwaltungen informiert, um Vorkehrungen gegen das Hochwasser zu treffen oder gegebenenfalls die Keller leer zu räumen. Auch werden dort derzeit schon weitere Maßnahmen zum Schutz vor den Fluten getroffen. +++ pm

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