
Mit einer offiziellen Feierstunde ist die Rettungswache in Hosenfeld eingeweiht worden. Gastgeber und Gäste zogen dabei ein durchweg positives Fazit hinsichtlich der spürbaren Verbesserung der Notfallversorgung im westlichen Teil des Landkreises Fulda. Der Malteser Hilfsdienst (MHD) hatte den Stützpunkt bereits im Januar in Betrieb genommen, zu diesem Zeitpunkt befand sich die Fahrzeughalle allerdings noch in der Bauphase. Mit der Fertigstellung aller Gebäudeteile ist die Anlage nun vollständig betriebsbereit.
Die neu ausgerichtete Struktur zeigt in der Praxis bereits konkrete Ergebnisse. Wie Markus Wiesler, Leiter der Rettungswachen in Hosenfeld und Großenlüder, darlegte, sei die qualitative Verbesserung der Versorgung schon jetzt deutlich zu spüren. In den ersten knapp zehn Monaten wurden von Hosenfeld aus 240 Einsätze gefahren, die für die Einhaltung der gesetzlichen Hilfsfrist relevant waren.
Ausgangspunkt für das neue Konzept war die Verlagerung des bisherigen Rettungswachenstandortes Kleinlüder auf die beiden Standorte Großenlüder und Hosenfeld. Der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt erläuterte den neu geordneten Zuständigkeitsbereich: Die Wache Hosenfeld deckt neben der Kerngemeinde Hosenfeld und dem Ortsteil Kleinlüder auch die Neuhofer Ortsteile Giesel, Hauswurz und Kauppen ab. Vor Ort steht ein neu beschafftes Rettungsfahrzeug im durchgehenden 24/7-Betrieb bereit.
Die Wache in Großenlüder ist wiederum für das Gemeindegebiet von Großenlüder mit Ausnahme von Kleinlüder zuständig und versorgt zusätzlich Bad Salzschlirf sowie die Stadtteile Lüdermünd und Malkes. Zur Verfügung stehen dort ein weiteres Rettungsfahrzeug im Rund-um-die-Uhr-Einsatz sowie ein zusätzliches Tagdienst-Fahrzeug, das täglich zwischen 8 und 20 Uhr einsatzbereit gehalten wird.
In seiner Ansprache dankte Frederik Schmitt den Maltesern als soliden und verlässlichen Partnern des Landkreises. Gleichzeitig betonte er das große Potenzial an hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Region. Schmitt thematisierte dabei auch die wachsenden Belastungen der Retter: Es gebe zwar erfreulicherweise viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung, doch sei bekannt, dass Einsatzkräfte leider immer wieder auch angegangen werden. Umso wichtiger sei der ausdrückliche Dank an alle Beteiligten für ihren Dienst.
Glückwünsche und Dankesworte kamen auch vom Hosenfelder Gemeindebrandinspektor Elmar Weinbörner, der den Rettungskräften vor allem wünschte, stets gesund von den Einsätzen zurückzukehren. Andreas Honikel, Ortsbeauftragter der Malteser-Gliederung Blankenau/Hainzell, hob die enge und kollegiale Zusammenarbeit hervor und überreichte als Geschenk ein Metallkreuz, das er in seiner Funktion als Schlosser selbst gefertigt hatte. Dirk Rasch, MHD-Bereichsleiter für den Rettungsdienst Hessen-Ost, ging in seinem Grußwort darauf ein, wie viel Gutes erreicht werden könne, wenn man Vorhaben gemeinschaftlich anpacke. Nach dem offiziellen Programm stand die Wache bis zum frühen Abend für interessierte Besucherinnen und Besucher offen.
Als Träger des bodengebundenen Rettungsdienstes zeichnet der Landkreis Fulda für die Aufgabenbereiche Notfallrettung und Krankentransport verantwortlich. Gesetzlicher Orientierungsrahmen ist das Hessische Rettungsdienstgesetz (HRDG), das vorschreibt, dass im medizinischen Notfall jeder an einer Straße gelegene Ort im Regelfall innerhalb von zehn Minuten durch ein geeignetes Rettungsmittel erreichbar sein muss.
Dafür wertet der Landkreis die Einsatzzahlen regelmäßig aus. Das Einsatzaufkommen liegt aktuell bei rund 38.000 Fahrten im Jahr, wobei die Tendenz weiterhin steigt. Bei der regelmäßigen Überprüfung von Standorten und Vorhaltungen fließen neben statistischen Analysen auch geografische Faktoren, winterliche Straßenverhältnisse und Erfahrungswerte aus realen Befahrungen der Strecken ein. Die letzte größere Erweiterung des Rettungsdienstes im Landkreis Fulda fand im Jahr 2018 statt, als das Volumen um 38.000 Vorhaltungsstunden – also Stunden, in denen Rettungskräfte und Einsatzmittel einsatzbereit gemeldet sind – aufgestockt wurde. Mit den Optimierungen des Jahres 2026 kamen weitere 22.000 Vorhaltungsstunden hinzu. +++

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