Polizei beanstandet Großteil der kontrollierten Fahrzeuge bei Raser- und Poser-Kontrollen in Fulda

Polizeikontrolle

Die Zahl fällt auf: Von 24 kontrollierten Fahrzeugen wurden 19 beanstandet. Das Ergebnis einer Schwerpunktaktion der Polizei gegen sogenannte Tuner, Raser und Poser verdeutlicht, warum die Behörden ihr Vorgehen gegen Lärmbelästigungen und riskantes Fahrverhalten im Raum Fulda weiter verschärfen wollen.

Am Freitag führte die Polizei Fulda gezielte Verkehrskontrollen durch, die sich auf Verkehrsteilnehmer konzentrierten, die durch unangepasste Geschwindigkeit, laute Motorengeräusche oder auffälliges Fahrverhalten im Straßenverkehr in Erscheinung treten. Hintergrund sind wiederkehrende Beschwerden von Anwohnern, die sich durch quietschende Reifen, starkes Beschleunigen oder aufheulende Motoren gestört fühlen. Neben der Ahndung möglicher Verstöße verfolgten die Einsatzkräfte das Ziel, mit Fahrzeugführern ins Gespräch zu kommen und für mehr Rücksicht im Straßenverkehr zu werben.

Für die Kontrollen waren speziell geschulte Polizistinnen und Polizisten an mehreren Standorten im Einsatz. Im Fokus standen Bereiche der Fuldaer Innenstadt sowie Eichenzell, die nach Angaben der Polizei regelmäßig Gegenstand von Beschwerden sind. Immer wieder werden dort Fahrzeuge gemeldet, die durch Driften, starkes Beschleunigen oder vermeidbare Lärmentwicklung auffallen. Besonders genannt werden in diesem Zusammenhang das Umfeld des Emaillierwerks, der Bereich Bardostraße/Dalbergstraße sowie Teile von Eichenzell.

In den Nachmittagsstunden konzentrierten sich die Kontrollen zunächst auf Eichenzell. Dort trafen die Einsatzkräfte vor allem Motorradfahrer an. Die überwiegend jungen Fahrzeugführer wurden auf die aktuelle Beschwerdelage hingewiesen und für eine rücksichtsvolle Teilnahme am Straßenverkehr sensibilisiert. Gleichzeitig ahndeten die Beamten mehrere unzulässige technische Veränderungen an Fahrzeugen sowie weiteres Fehlverhalten. In einem Fall wurde die Weiterfahrt untersagt, weil die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erloschen war.

Am späten Nachmittag und in den Abendstunden verlagerte sich der Schwerpunkt in die Fuldaer Innenstadt. Dort kontrollierten die Einsatzkräfte Personen aus der sogenannten Autoposer-Szene, die nach Polizeiangaben durch unnötiges Hin- und Herfahren oder Lärmbelästigungen aufgefallen waren. Festgestellte Verstöße wurden entsprechend geahndet.

Insgesamt nahmen die Beamten 24 Fahrzeuge, darunter elf Motorräder, genauer unter die Lupe. Die Bilanz zeigt einen hohen Anteil an Beanstandungen: Bei 19 Fahrzeugen stellten die Einsatzkräfte Mängel oder Verstöße fest. Diese führten je nach Schwere zu mündlichen Verwarnungen, Ordnungswidrigkeitenverfahren oder zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Darüber hinaus wurden in zwei Fällen Platzverweise ausgesprochen, um weitere störende Handlungen zu verhindern.

Die Kontrollergebnisse machen deutlich, dass die Auseinandersetzung um Lärm, Rücksichtnahme und Verkehrssicherheit längst mehr ist als eine Debatte über einzelne Fahrzeuggruppen. Wo Anwohner regelmäßig Belastungen melden und Fahrzeuge durch technische Veränderungen oder auffällige Fahrmanöver Aufmerksamkeit suchen, wächst zugleich der Druck auf die Behörden, sichtbar zu handeln. Das Polizeipräsidium Osthessen kündigt daher an, die Schwerpunktkontrollen fortzusetzen und weiterhin konsequent gegen Verkehrsteilnehmer vorzugehen, die andere durch ihr Fahrverhalten oder Veränderungen an ihren Fahrzeugen belästigen oder gefährden. Die hohe Beanstandungsquote dürfte den Einsatzkräften dafür zusätzliche Argumente liefern. +++


Entdecke mehr von fuldainfo.de

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*